DER RICHTIGE TROPFEN AM WEIHNACHTSABEND
Weihnachten naht mit großen Schritten. Die Verwandtschaft, die das ganze Jahr über schön weit weg ist, sagt sich an. "Weihnachten wird unterm Baum entschieden" lautet zurzeit ein bekannter Werbeslogan. Nun, manch einer möchte vielleicht ergänzen: Weihnachten wird beim Weihnachtsessen entschieden. Wer kocht was, was gibt’s zu trinken? Nicht selten werden diese, im Vorfeld zu klärenden Fragen, zu einem Politikum. Die liebe Verwandtschaft: Onkel Horst trinkt nur Weißwein!
Wer sich zu Weihnachten Gäste einlädt, hat auch die Verantwortung für die kulinarischen Eigenheiten. Schließlich sieht man sich nur selten und der Abend soll gelingen. Die Weihnachtsgans mit Knödeln, Blaukraut und Soße fordert ihren Tribut. Zum Essen passt ein kräftiger Rotwein, zum Beispiel ein Pinot Noir oder ein fruchtiger Weißwein, sehr empfehlenswert ein Südtiroler Weißburgunder. Es ist nie verkehrt, einen guten, hochwertigen Schnaps im Haus zu haben. Die Gäste werden es nach einem deftigen Essen zu schätzen wissen, einen hochprozentigen Obstler eingeschenkt zu bekommen. Sicher, ziert sich der eine oder andere Gast gerne, man trinkt ja sonst nie Alkohol, aber eher früher als später wird es eine richtige lustige Gesellschaft werden, wenn die Getränke sorgsam und mit Bedacht ausgewählt werden.
Die liebe Verwandtschaft: Tante Hilde darf keinen Alkohol trinken.
Nicht jeder ist jung und fit oder bereits volljährig. Nur Alkohol als Alternative zum deftigen Essen ist niveaulos und spricht nicht für den Gastgeber. Mineralwasser und diverse Säfte müssen selbstverständlich zur Auswahl stehen. Neben Wein für den Genuss trinken viele gerne Wasser für den Durst. Niemand sollte mit hochwertigem Wein die letzten Knödelreste runterspülen, nur weil weit und breit kein Mineralwasser steht! Die Gäste sind da gerne eigen: Auf Anfrage, was jeder zu trinken möchte, wird gerne höflich verneint, abgelehnt und dankend abgewunken. Diese ritualisierten Spielchen gehören zu Weihnachten wie der Baum. Die Gäste müssen da schon mal zu ihrem Glück gezwungen werden, und Tante Hilde bekommt ungefragt ihren geliebten Tee oder eine Schorle.
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