Backtraditionen zu Weihnachten

Alle Jahre wieder duftet es aus den Backstuben nach Anis, Vanille, Zimt und Koriander. Adventszeit ist Backzeit und der Geruch, der warm aus der Küche weht, weckt alte Kindheitserinnerungen. Es lohnt sich, diese alte Tradition fortzusetzen und Guetzli und Co. selbst zu zaubern.

weihnachtliche Gewürze verfeinern Güetziweihnachtliche Gewürze verfeinern Güetzi (Foto by: alexraths / Depositphotos)

Viele Rezepte wurden über Generationen hinweg weitergegeben. Manche abgewandelt oder verfeinert, andere in ihrer Ursprungsform belassen.

So gibt es viele Klassiker, die sich über Jahre hinweg auf den Plätzchentellern halten konnten und zum Advent einfach dazugehören.

  • Ganz sicher ist in diesem Zusammenhang das Vanillegipfeli zu nennen. Die halbmondförmigen Hörnchen mit dem unwiderstehlichem Vanillezucker obenauf sind für viele das Lieblingsplätzchen schlechthin.
  • Butterplätzchen können zu unterschiedlichen Figuren ausgestochen werden. Dann sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt, denn diese Plätzchen eignen sich hervorragend zum Verzieren. Ob Zuckerstreusel, Glasur, oder mit Marmelade bestrichen und zusammengesetzt – egal, sie schmecken einfach immer köstlich.
  • Spitzbuben und Zimtsternen dürfen genauso wenig fehlen wie Spritzgebäck , Kokosmakronen, Spekulatius und Dominosteine.

Stollen und Früchtebrot

Egal ob Marzipan-, Quark- oder ein Mohnstollen: Ein Stollen gehört einfach zu Weihnachten.Egal ob Marzipan-, Quark- oder ein Mohnstollen: Ein Stollen gehört einfach zu Weihnachten. (Foto by: studioM / Depositphotos)

Aber nicht nur Guetzli werden ins Backrohr geschoben, auch andere Weihnachtsbäckerein haben sich einen Namen gemacht.

  • Die Entstehung des Christstollens lässt sich fast 700 Jahre zurückverfolgen. Der überstaubte, ovale Laib, erinnert an das gewickelte Jesuskind und erhielt angeblich so seinen Namen.
  • Der weltweit berühmte Dresdner Christstollen wurde vor ca. 550 Jahren das Erste mal erwähnt. Stollen ist ein Weihnachtsgebäck aus schwerem Hefeteig mit allerhand Butter und Sultaninen, Orangeat und Zitronat.
  • Kletzenbrot, Früchtebrot oder Hutzelbrot ist ein süsses Brot, in das getrocknete Früchte und ganze Nüsse gemischt werden. Kletzen sind mit Schale getrocknete Birnen, als Hutzeln bezeichnet man Birnen, die vor dem Dörren geschält wurden. Früher wurde mit dem Backen des Früchterotes am Andreastag begonnen (30. November) und erst am Weihnachtstag angeschnitten. Es wird traditionell in Kastenformen gebacken und ist sehr lange haltbar.

Lebkuchen und Honigkuchen

Bei den Lebkuchen-Guetzli sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt.Bei den Lebkuchen-Guetzli sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt. (Foto by: Lilun_Li / Depositphotos)

Basler Läckerli gehören zweifellos zu den bekanntesten und beliebtesten Lebkuchen. Der Kreis der Herrenzunft zu Safran, deren Handwerk der Krämerei zuzuordnen ist, brachten die ersten Lebkuchen auf Märkten unter die Leute.

Für einen Besuch hoher Kirchenfürsten mussten sich die Lebkücher, wie damals die Lebkuchenbäcker genannt wurden, etwas besonders leckeres einfallen lassen. Sie werteten die Lebkuchen mit Orangeat, Zitronat und Mandeln bei und kreierten damit die heute weltbekannten Basler Läckerli.

In den Ratsbüchern der Basler Akten wird der Name „Läckerli“ erstmals 1720 genannt. Die rechteckigen Teigstücke werden immer mit Zuckerguss überzogen.

Luzener Lebkuchen

Weihnachtsbäckereien gehören zu jedem WeihnachtsfestWeihnachtsbäckereien gehören zu jedem Weihnachtsfest (Foto by: cook_inspire / Depositphotos)

Eine weitere Schweizer Spezialität sind die Luzerner Lebkuchen, die ursprünglich einfach Honiglebkuchen waren. Anfang des 20. Jahrhunderts setzte sich die Variante mit Birnenhonig bzw. Birnendicksaft und Rahm durch, die heute als typische Zutaten zu den Luzerner Lebkuchen gehören. Es gibt kein Standardrezept und die Gewürzmischung für die süssen Teilchen wird oft streng geheim gehalten. Sie besteht meist aus Koriander, Anis, Sternanis, Zimt, Nelken und Ingwer.

In dieser Aufzählung darf natürlich der italienische Weihnachtskuchen, der Panettone nicht fehlen. Der hohe Hefekuchen hat seinen Anfang in der Stadt Mailand. Zu Weihnachten buk man dort 3 Brote, in die der Hausherr vor dem Backen das Kreuzzeichen ritzte. Diese Segenszeichen findet man auch heute noch auf jedem Panettone.

Auch dieses Jahr werden wieder viele von den lockeren Früchtekuchen ihre Reise in schönen Geschenkverpackungen in die grosse weite Welt antreten.

Einen berühmten englischen Weihnachtskuchen dürfen wir hier nicht vergessen: den Dundee-Cake. Er wird als Rührkuchen mit Farinzucker hergestellt und mit Sultaninen, Zitronat und Mandeln verfeinert. Umhüllt mit Marzipan und Zuckerguss wird er zur zuckersüssen Gaumenfreude.

Tipps und Tricks für gute Guetzli

Vor allem das Backen mit der Familie kann richtig viel Spass machen.Vor allem das Backen mit der Familie kann richtig viel Spass machen. (Foto by: IgorTishenko / Depositphotos)

Die meisten Güetzi werden aus Mürbteig hergestellt. Dabei sind ein paar einfach Grundregeln zu beachten, damit sich der Teig gut auswellen und verarbeiten lässt.

Ein Mürbteig ist leicht und schnell vorbereitet, doch muss man eine längere Ruhezeit im Kühlschrank mit einplanen.

  1. Die einfache Forme heisst: 1-2-3. 1 Teil Zucker, 2 Teile Fett, 3 Teile Mehl – das sind die Grundzutaten. Je höher der Fettanteil gegenüber dem Mehlanteil, umso mürber ist das Endprodukt.
  2. Wichtig ist, dass man den Teig nicht zu lange knetet, da er sonst bröselig wird und er sich nicht mehr gut auswellen lässt. Sollte dies doch einmal passieren, dann schnell 1-2 Eiweiss unterkneten. Er ist zwar dann nicht mehr ganz so mürb, aber kann wieder gut verarbeitet werden.
  3. Um das Bröckeln des Teiges zu verhindern zuerst Fett und Zucker (am besten Puderzucker) und evtl. Ei vermengen und zum Schluss schnell das Mehl unterarbeiten.
  4. Den Teig ca. 2-3 Stunden Kühlschrank ruhen lassen, dabei unbedingt mit Folie einwickeln, das verhindert das Austrocknen.
  5. Nicht zuviel Teig auf einmal aus dem Kühlschrank nehmen, sondern immer nur die Menge für 2-3 Bleche.
  6. Ausserdem sollten man drauf achten, dass beim mehrmaligen Ausrollen nicht zuviel Mehl untergemischt wird.

Damit zum Beispiel Vanillekipferl möglichst die gleich gross geraten hier folgender Tipp - erst eine gleichmässige Rolle formen und dann immer ca. 1 cm mit dem Messer abschneiden. Aus diesen Abschnitten die Hörnchen über dem Daumenballen rollen.

Eine schnelle und optisch tolle Glasur erhält man, indem man Schokolasur schmilzt und sich aus Backpapier eine Tüte dreht. Spitze ganz klein abschneiden, flüssige Schokolade einfüllen und mit Schwung über die aufgereihten Plätzchen führen.

So entsteht ein ansprechendes Spritzmuster, dass sich vor allem für Taler, Spritzgebäck und doppelte Marmeladenplätzchen anbietet. Sozusagen als das Schokotüpfelchen auf den Leckereien.

Aufbewahrung

Guetzli halten sich in luftdicht verschlossenen Dosen ein paar Wochen.Guetzli halten sich in luftdicht verschlossenen Dosen ein paar Wochen. (Foto by: belkySok / Depositphotos)

Lebkuchen und Printen sind erst dann am besten, wenn Sie mindestens 1 Woche in der Dose „reifen“ konnten.

Legen Sie ein Stück Apfel dazu, um das Hartwerden zu verhindern. Ab und zu sollten Sie mal kontrollieren, ob der Apfel schimmelt. Lebkuchen und Printen sind dann mehrere Wochen haltbar.

Tipp: Nehmen Sie Gebäck mit Honig ca. 3 Stunden vor dem Servieren aus der Dose, dann wird es schön weich.

Mürbe Guetzli bleiben mindestens 3 Wochen in der Blechdose frisch. Es gibt aber auch Geschichten von versteckten Plätzchendosen, die erst im Sommer wiedergefunden wurden. Auch diese schmeckten noch und Nachwirkungen sind auch keine bekannt...

Mandel-Makronen und feuchtes Gebäck muss vor weiterer Feuchtigkeit geschützt werden und ist somit am besten in einer luftdicht verschlossenen Plastikdose aufgehoben.

Gutes Gelingen und weihnachtlichen Backspass, mit diesen Rezepten aus unserer vorweihnachtlichen Backstube:


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