Holunderbeeren

Holunderbäume gehören kaum zu den gängigen Pflanzen im Garten. Doch der Holunderbaum wartet mit zahlreichen Vorzügen auf: Er ist anspruchslos, genügsam, sieht – vor allem während der Blütezeit – hübsch aus und ist als natürliches Heilmittel ein wahrer Tausendsassa.

Idealerweise pflanzen Sie den Holunderbaum früh im Frühling oder im Herbst.Idealerweise pflanzen Sie den Holunderbaum früh im Frühling oder im Herbst. (Foto by: sasimoto / Depositphotos)

Planung

Sind Sie der Ansicht, Ihrem Garten stünde ein Holunderbaum gut an? Holunderbäume können bis zu sieben Meter hoch werden und sich in alle Richtungen vermehren. Er braucht deshalb genügend Platz, um sich ausbreiten zu können! Aber achten Sie gut darauf, dass Sie ihn so platzieren, dass er andere Pflanzen nicht beschattet oder bedrängt. Denn diese gedeihen weit weniger gut, wenn sich ein Holunderbaum in der Nähe befindet. Holunderbäume passen sich quasi jedem Boden an. Zwar ist ein sonniger Standort nicht nötig, dennoch werden die Beeren süsser, wenn sie an der wärmenden Sonne reifen durften.

Pflanzung, Anbau

Idealerweise pflanzen Sie den Holunderbaum früh im Frühling oder im Herbst. Wenn Sie dem Baum Gutes tun wollen, vermischen Sie die Erde beim Einpflanzen mit reichlich Kompost und Hornspänen. Sonst stellt der Baum im Grunde keine besonderen Ansprüche.

Pflege, Düngen

Während des ersten Jahres sollten Sie den Jungbaum regelmässig wässern. Danach ist es selbst dann nicht mehr nötig, wenn es während längerer Zeit nicht regnet. Zurückschneiden empfiehlt sich insofern, als dass der Baum ab und zu einen Formierungsschnitt nötig hat. Denn sonst breitet er sich ungebremst immer weiter aus. Doch eigentlich ist es nicht notwendig, Holunderbäume zu schneiden.

Ernte

Wer Holunderblüten verarbeiten möchte, muss sich im Juni an die Arbeit machen. Dann ist nämlich Blütezeit. Wer hingegen die Beeren verarbeiten möchte, muss sich bis im Oktober gedulden. Weisen alle Beeren ein schönes, sattes Blau-Schwarz auf, ist das ein Zeichen, dass sie nun reif sind. Zum Ernten schneidet man gleich die ganze Fruchtdolde ab.

Wenn Sie einzelne versehrte oder noch unreife Beeren entdecken, entfernen Sie sie. Die Beeren lassen sich am besten vom Stiel lösen, wenn man die gesamte Fruchtdolde einfriert und die Beeren danach einfach nur abschüttelt. Ansonsten kann man eine Gabel zu Hilfe nehmen und durch Kämmen die Beeren von der Dolde lösen.

Konservierung

Holunderbeeren müssen verarbeitet werden, denn roh genossen, könnten sie Ihrem Magen erhebliche Probleme bereiten. Die Beeren enthalten nämlich Sambunigrin, eine leicht giftige Substanz. Durch das Erhitzen der Beeren wird diese jedoch unschädlich gemacht. Holunderblüten werden in aller Regel zu Tee oder Sirup weiterverarbeitet. Aus den Beeren bereitet man Saft, Likör, Konfitüre oder Gelee. Man kann die Beeren aber auch einlegen. Mit „gekaperten“ Holunderbeeren stellen Sie eine aparte, nicht alltägliche Delikatesse her.

Lagerung

Holunderbeeren kann man nicht lagern. Die Beeren müssen, da sie roh nicht geniessbar sind, auf irgendeine Art weiterverarbeitet werden. Meist handelt es sich dabei ja um einen Konservierungsvorgang. Somit sind die Erzeugnisse aus Holunderbeeren oder -blüten im Allgemeinen eine Weile haltbar.

Verwendung in der Küche

Zwar kann man mit Holunder einige Köstlichkeiten auf den Tisch zaubern. Wie bereits erwähnt, ist die Zubereitung von Holundergelee sehr beliebt. Im Quarkkuchen, in Muffins oder gar als Glace schmecken sie ebenfalls hervorragend. Mit einer Holunderbeeren-Essig-Crème haben Sie einen nicht alltäglichen Ersatz für die bekannte Crema di Balsamico. Mit einem süssen, selbst gefertigten Holunderlikör setzen Sie einem lukullischen Mahl das Schlagrahmhäubchen auf. Doch bekannt und begehrt ist Holunder vor allem als probates Hausmittelchen, das bei zahlreichen Gebresten Linderung verspricht.

Holunder als Heilmittel

Holunder ist in der Hausapotheke so vielseitig einsetzbar, wie sonst kaum eine Pflanze. Zum Beispiel bringt Tee aus Holunderblüten in zahlreichen Fällen spürbare Linderung. Wer gegen Fieber und Erkältung ankämpft, trinkt einen heissen Holunderblütentee und legt sich danach am besten ins Bett. Die nun folgende Schwitzkur wird Ihr Fieber senken und Ihr Immunsystem stärken.

Dem Holunderblütentee sagt man eine harntreibende, blutreinigende und entgiftende Wirkung nach. Er hilft Halsweh zu lindern, vor allem in Kombination mit Honig, oder unterstützt das Schleimlösen beim Husten. Die Beeren ihrerseits weisen einen sehr hohen Gehalt an Nähstoffen, Vitamin B2 und vor allem Vitamin C auf.

Wer im Winter regelmässig verdünnten Holunderbeerensaft trinkt, ist für die kalte Jahreszeit gut mit Abwehrkräften ausgerüstet. Übrigens: Der Beerensaft hilft auch bei leichter Verstopfung. Selbst die Blätter des Holunderbaums kann man als Heilmittel verwenden: Sie wirken heilend bei Verbrennungen, Frostbeulen oder Schürfungen.

Als Salbe oder in Form von Umschlägen kommen die Blätter bei Hautwunden aller Art, aber auch bei Verstauchungen oder Quetschungen zum Einsatz. Sie sehen, mit einem Holunderbaum im Garten verfügen Sie schon fast über eine ganze Apotheke.

Beliebte Holunderbeeren Rezepte:


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