Indien - scharf und doch süss

Die Indische Küche ist feurig und scharf, gleichzeitig harmonisch und süss. Für Europäer sind indische Gerichte wohl zunächst gewöhnungsbedürftig, aber mit ein wenig Mut werden auch Sie positiv überrascht sein.

Indische Mahlzeit - Biryani ReisIndische Mahlzeit - Biryani Reis (Foto by: szefei/ Depositphotos)

Was auf die meisten asiatischen Küchen zutrifft, ist auch bei der Indischen Küche nicht anders: Sie ist aussergewöhnlich und bedeutet eine interessante Umstellung für Europäer. Sicherlich gehören ein wenig Aufgeschlossenheit und Mut zu Neuem dazu, wobei sich schnell herausstellen wird, dass diese kleinen Hürden schnell bewältigt sind.

Territorium und Religion

Die Indische Küche verführt mit vielen Fleischgerichten aus Lamm- und Pouletfleisch und kann gleichzeitig mit einem exqusiten Angebot für Vegetarier aufwarten. Wenn man es nicht so scharf macht, sollte man sich an Rezepte aus dem nördlichen Bereich klammern, denn dort erweisen sich die Speisen als milder.

Der Süden hingegen ist in der Tat feurig, was natürlich einen Hintergrund hat: Im heissen Süden werden scharfe Gerichte konsumiert, um die Schweissproduktion anzukurblen, die wiederum den Körper angenehm kühlt.

Die Vielfalt an indischen Speisen wird allerdings auf die verschiedenen Religionen zurückgeführt. In der Indischen Küche fliessen unter anderem die Einflüsse der Hindus und Moslems zusammen. Hinduistische Speisen sind ausschliesslich vegetarisch, während Muslime sehr wohl Fleisch konsumieren, wenn auch nicht völlig uneingeschränkt (kein Schweinefleisch).

Curry – Lebenselixier der Inder

Vor Hunderten von Jahren schöpften die Engländer und Portugiesen grosszügig aus den Gewürzquellen des Ostens. Gewürze galten schon damals als heiss begehrt.

In der Indischen Küche ist es gerade das Curry, welches so gut wie nie fehlt. Der Hauptbestandteil des Currys ist die Kurkuma, eine zu den Ingwergewächsen gehörende Gewürzpflanze, die für die Gelbfärbung der Speisen verantwortlich ist. In Indien aber bezeichnet man mit „Curry“ nicht nur das Gewürz, sondern auch Fleischgerichte in Gewürzsosse. So gut wie jeder Haushalt bewahrt dabei sein eigenes, geheimes Rezept.

Indische Mahlzeiten mit Reis wird Thali genannt und ergibt farbenfrohe SpeisenIndische Mahlzeiten mit Reis wird Thali genannt und ergibt farbenfrohe Speisen (Foto by: subodhsathe.com / Depositphotos)

Mahlzeit auf Indisch – Thali

Die ausgedehnte Reiskultur im Osten ging auch an Indien nicht spurlos vorbei. Indische Mahlzeiten, die auf Reis basieren, nennt man Thali, und das sind ganz schön viele.

Auf runden Tableaus werden die Mahlzeiten serviert, die sich zu dem Zeitpunkt in bunten Metallschälchen befinden und in Kombination eine traumhafte Optik zaubern.

Scheinbar lieben es die Inder, Gerichte gelb zu färben, weshalb auch der Reis häufig mit Safran gekocht wird. Safran gibt ebenfalls eine gelbliche Farbe ab, abgesehen natürlich von den feinen Aromen. „Biryani“ wird als aufwendigstes Reisgericht bezeichnet, welches hauptsächlich zu Hochzeiten und anderen Festlichkeiten zubereitet wird.

Fisch- und Fleischgerichte

Fleischspeisen in Indien werden eher in Massen genossen, dennoch entwickelten sich im Laufe der Zeit diverse Kochpraktiken, um Fleischgerichte besonders zart zu machen. Ein Beispiel hierfür ist Lammfleisch mit Jogurt. Die beliebteste Fleischsorte ist das Hühnerfleisch, da aus religiösen Gründen fast gänzlich auf Schweine- und Rindfleisch verzichtet wird.

Gerichte auf der Tagesordnung

Der indische Dal ist eine gut gewürzte Masse aus Brei, die zu den Grundnahrungsmitteln der Inder zählt. Linsen und Kichererbsen werden dem indischen Dal beigemengt und dann zerkocht. Der entstandene Brei wird mit Knoblauch und Koriander gewürzt.

Das  Naan - indisches Fladenbrot (indisch: „Chapati“) gilt im Norden Indiens sogar als Hauptnahrungsmittel. Chapati wird aus sehr weichem Vollkornmehl hergestellt und wird die indische Kochtradition wohl noch Jahrhunderte lang begleiten.

In jedem indischen Haushalt feiert man seine eigenen Sossen, genannt „Chutneys“.  Chutneys sind würzige Beilagen, die gerade im Norden den Hauptteil zur Würze eines Gerichts beitragen. Die dickflüssige Sosse kann aber auch mit Fruchtstücken angereichert werden. Häufig bestehen Chutneys aus Gemüse, werden für jede Mahlzeit frisch zubereitet und harmonieren auch hervorragend mit Curry.

Eine weitere indische Beilage ist das Pickle, eine Obst- oder Gemüsemischung in Öl, Gewürzen und Salz. Ein Rezept dazu:

  Eingelegter Ingwerkürbis

Das herzförmige Paanblatt (Bettelpfeffer) ist auch wichtiger Teil einer indisches HochzeitDas herzförmige Paanblatt (Bettelpfeffer) ist auch wichtiger Teil einer indisches Hochzeit (Foto by: iphemant / Depositphotos)

Krönender Abschluss

Wie die Glückskekse bei den Chinesen, gehört das Kauen von Bettelpfeffer zu einem traditionellen Ritual, das nach so gut wie jeder Mahlzeit durchgeführt wird. Das herzförmige Blatt wird zusammen mit gelöschtem Kalk, Gewürzen und Bettelnüssen gekaut. Bettelpfeffer, auch Paan genannt, spielt in der indischen Heilmedizin – der ayurvedischen Medizin – eine wichtige Rolle.

Paan wirkt verdauungsfördernd und der enthaltene, gelöschte Kalk macht es für den Magen bekömmlicher. Die fernöstliche Küche kann mit vielen leckeren Speisen aufwarten.

Ob feurig scharf, oder etwas milder und süss – Indien erweckt die geschmackliche Vollkommenheit zum Leben.

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