Japan - leichte Küche aus Fernost

Fremd und exotisch - für viele entpuppt sich die japanische Küche zu einem wahren Geschmackserlebnis. Schnell wird klar, dass sie mehr zu bieten hat, als nur Sushi.

Sushi - als schnelle MahlzeitSushi - als schnelle Mahlzeit (Foto by: izi1947 / Depositphotos)

Die japanische Küche zeichnet sich vor allem durch ihre fettarme Kost aus, die sich hauptsächlich aus Fisch, Nudeln und Reis zusammensetzt. Lediglich Speisen, die ausländischen Ursprung haben, sind nicht so fettarm, aber immer häufiger in Japan verbreitet. Die fremde Küche wirkt auf Europäer immer etwas faszinierend, geschmackvoll und exotisch.

Manche haben in dieser Hinsicht aber auch Berührungsängste. Kleine Böhnchen in unappetitlicher, schleimiger Sosse oder Gerichte mit äusserst ungewöhnlichen Geschmacksnuancen (z.B.: süss-salzig) ist in der Tat nicht jedermanns Sache. Aber die japanische Küche hat so viele Köstlichkeiten zu bieten, die man keinesfalls missen sollte.

Sushi – roher Fisch als Delikatesse

Was wir sofort mit japanischer Küche verbinden, ist Sushi, der rohe Fisch auf gesäuertem Reis. Ursprünglich stammt das Gericht allerdings aus Süd-Ost-Asien, doch nirgendwo konnte sich der Sushi-Genuss so sehr ausbreiten, wie in Japan. Im Laufe der letzten Jahrzehnte schwappte eine „Sushi-Welle“ auch auf den amerikanischen und europäischen Kontinent über. Die Zubereitungsweise ist auf allen Kontinenten ähnlich.

Wichtig ist vor allem der verwendete Reis. Eine exquisite Sorte in dieser Hinsicht ist Koshihikari, aus Kostengründen wird aber häufig auch ein nicht ganz so optimaler Reis verwendet. Nachdem der Reis gewaschen wurde, wird er mit einem Stück Seetang (Kombu) gekocht und danach in einem Holzgefäss mit einer speziellen Gewürzmischung angereichert. Mit rohem Fisch anreichern – fertig. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Sushi-Sorten mit Gemüse-, Meeresfrüchte- oder eben der traditionellen Fischfüllung. In Japan wird Sushi übrigens mit den Fingern gegessen.

Klebriger Reis als Grundnahrungsmittel

Auch Sushi wird mit Reis (japanisch: gohan) angereichert, was nicht verwundert, da Reis in Japan sicher zu den Grundnahrungsmitteln zählt. Gegrillter Fisch oder gebratenes Fleisch harmonieren wunderbar auf einer Reisbasis.

Egal, was man in Japan bestellt, es wird kaum reisfrei sein. Hauptsächlich ist Mochi-Reis und Uruchi-Reis in Japan verarbeitet. Während die erste Sorte besonders klebrig ist, findet der Uruchi-Reis besonders in Sushi Verwendung.

Nudeln in verschiedensten Formen und Variationen

Japanische Menrui (Nudeln) sind sehr weit verbreitet. Nudelgerichte gibt es in unterschiedlichsten Formen und sind sehr oft mit Fisch und Fleisch angereichert. „Ramen“ heisst zum Beispiel eine Nudelsuppe, die wahlweise mit Fisch, Gemüse, Fleisch oder weiteren Nudeln angerichtet wird. Ein spezielles Nudelgericht ist „Somen“. Als Nachspeise wird Somen gerne mit Kokosmilch und frischem Obst gegessen.

Fisch und Fleisch – gebraten oder gekocht

Japanisches Fleisch ist besonders fein. Krabben, Oktopusse und Delphine(!) werden gerne serviert. In Japan spielt aber vor allem auch der Walfang eine ganz besondere Rolle. Mit Harpunen wird seit Jahrhunderten aktiver Walfang betrieben. Walfleisch gilt als essentieller Proteinlieferant und wird häufig zu „Sashimi“ verarbeitet, einer rohen Fischspeise, die mit dem europäischen Carpaccio vergleichbar ist. Die Beliebtheit von Walfleisch scheint in den letzten Jahren aber abzunehmen. Anders verhält es sich da bei Fisch und Meeresfrüchten.

Kaum ein japanisches Gericht kann ohne Fisch existieren. Auch wenn man als Europäer wahrscheinlich gerne auf Krabbenhirne oder eingelegte Seegurken verzichten kann, sollte man es dennoch einmal probiert haben. Als sehr exotisch empfinden auch Japaner selbst beispielsweise Seidenraupen oder Heuschrecken. Sehr gut kommen hingegen Schweine-, Huhn-, Rind- und Rehfleischgerichte an.

Japanischer „SakeJapanischer „Sake" ist eine Form von Reiswein (Foto by: maxcab / Depositphotos)

Andere Länder, andere Sitten – kleine Benimmregeln

Das Essen in Japan wird als Privatsache angesehen. Zu sich nach Hause laden Japaner deswegen meistens nur die engsten Familienmitglieder ein. Andere Treffen spielen sich in Restaurants ab und beim Essen kann man sich ruhig Zeit lassen. Eine Unterteilung in mehrere Gänge gibt es in Japan kaum, viel mehr steht der Genuss an erster Stelle. Die Suppe, sowie die Nudeln dürfen laut geschlürft werden.

Feste Bestandteile in der Suppe werden mit den Stäbchen gegessen, genauso der Reis. Wichtige Regel in dieser Hinsicht: Die Stäbchen nach dem Essen neben die Schüssel legen, auf keinen Fall in die Schüssel geben oder gar in verbliebene Essensreste stecken. Essen hat in Japan generell einen hohen Stellenwert, probieren Sie deshalb, gerade wenn Sie eingeladen werden, so viel wie möglich aus, und lassen Sie sich von dem exotischen Aussehen nicht abschrecken.

Wasser und Tee wird in vielen Restaurants meistens gratis gereicht. Japanischer „Sake“ ist ein alkoholisches Getränk, eine Form von Reiswein, das ausserdem sehr gerne getrunken wird. Auch Bier, vor allem „Yebisu“, ist in Japan mittlerweile sehr populär.

Vermeiden Sie bei Treffen allerdings zu viel Alkohol, da dies äusserst unangenehme Auswirkungen haben kann. Geben Sie in Japan niemals Trinkgeld, dies wird schon fast als Beleidigung angesehen und sicherlich nicht angenommen. Die japanische Küche ist, wie die japanische Kultur, sehr vielfältig. Darüber hinaus ist die traditionelle Küche fettarm, gesund und einfach lecker. Probieren Sie es doch mal aus!

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