Marroni - Edelkastanien mit Stich

Haben Sie sich schon einmal verführen lassen – vom Duft frisch gerösteter Marroni? Ist es nicht herrlich, die kalten Hände an einer warmen Tüte Marroni zu wärmen und den herrlich süssen Geruch der heiss duftenden Kerne einzusaugen?

Maroni enthalten die Aminosäure Tryptophan, das unser Körper in das Glückshormon Serotonin umwandeltMaroni enthalten die Aminosäure Tryptophan, das unser Körper in das Glückshormon Serotonin umwandelt (Foto by: homydesign / Depositphotos)

Das macht die Marroni so gesund

Die kohlehydratreichen Maroni enthalten B-Vitamine und Phosphor, was unsere Nerven stärkt. Ein weiterer nützlicher Inhaltsstoff ist die Aminosäure Tryptophan, das unser Körper in das Glückshormon Serotonin umwandeln kann. Serotonin ist auch für erholsamen Schlaf wichtig.

Deshalb und auch weil sich die leckeren Kugeln so gut verdauen lassen, sind sie besonders als Abendschmankerl zu empfehlen. Ausserdem stecken Kalzium und Phosphor in Maroni, was sich positiv auf Zähne und Knochen auswirkt. Auch unserem Organismus können die Esskastanien auf die Beine helfen.

Nach einem hektischen Tag Marroni zu sich nehmen und schon kommt man wieder zu Kräften. Sollten Sie dazu neigen, dass ihr Körper eher übersäuert ist, dann hier ein guter Tipp: Marroni zählt man zu den basischen Lebensmitteln – helfen also mit, den Basen-Säure-Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

100g Marroni bringen es etwa auf 220 kcal. Das ist nicht gerade wenig, aber wenn man bedenkt, was alles an gesunden Nährstoffen unter der braunen Schale versteckt ist, dann sollte man ruhig öfter davon naschen. Ausserdem sind die Früchte der Edelkastanie die Nüsse mit dem wenigsten Fettgehalt – na dann – greifen Sie zu!

Das ist die Frucht der Edelkastanie

Passende Maroni-Brat-Pfannen für den Haushalt gibt es schon relativ günstig zu kaufen.Passende Maroni-Brat-Pfannen für den Haushalt gibt es schon relativ günstig zu kaufen. (Foto by: alehnia / Depositphotos)

Zu Anfang gleich mal eine wichtige Feststellung: Die Rosskastanie, die gerne im Herbst gesammelt wird, mit ihrer glatten, glänzenden, braunen Oberfläche, hat nichts mit der Marroni gemeinsam. Ausser vielleicht ihre oberflächlich betrachtete Ähnlichkeit der Früchte (brauner, runder Nusskern in stacheliger Schale).

Marroni sind die Früchte der Edelkastanie, die zu den Buchengewächsen zählt. In freier Natur vermehren sie sich hauptsächlich durch Eichhörnchen, die die Nüsse vergraben und dann im Boden vergessen. Aber erst nach 25 bis 30 Jahren trägt ein so gekeimter Baum wieder Früchte.

Die Früchte sind unter einer stacheligen, runden Schale verborgen. Die Stacheln sind erst hellgrün und verändern ihre Farbe bis zur Reife in gelb-braun. In der Schweiz findet man die Edelkastanie hauptsächlich im Tessin. Dort werden sie auch häufig Marroni genannt.

So kann man Maronen zubereiten

Vor jedem Kochen steht ja mal das Einkaufen der Zutaten. Bei den Maronen gibt es mehrere Möglichkeiten. Im Supermarkt werden vorgegarte, bereits geschälte Marroni in Dosen oder verschweissten Beuteln angeboten.

Sollen diese als Füllung, z.B. für eine Weihnachtsgans, verwendet werden, dann ist diese Wahl in Ordnung, denn man kann sich das zeitaufwendige Schälen sparen. Da die Marroni sich beim Braten mit dem Fett des Fleisches ansaugen und den Geschmack annehmen, ist das eigenhändige rösten und schälen vergebliche Liebesmühe.

Mehr Aufwand sollte man allerdings betreiben, wenn man die Marroni als Gemüse, zu Tisch bringen will – es lohnt sich.

Maroni angebraten oder geröstet sind wunderbar wärmendMaroni angebraten oder geröstet sind wunderbar wärmend (Foto by: philfreez@gmail.com / Depositphotos)

Marroni kaufen

Beim Einkauf sollte man darauf achten, dass die Schale glänzt, was ein Zeichen für Frische ist. Am besten kauft man die frischen Maronen am Marktstand. Pro Person rechnet man etwa mit einer Handvoll, wenn sie als Beilage serviert werden sollen und mit dem doppelten, wenn es für ein Hauptgericht reichen soll.

Da unter den braunen Kugeln immer mal wurmstichige dabei sein können, sollte man vor dem garen folgenden Test machen: Marroni in eine Schüssel mit Wasser geben. Die Guten sinken zu Boden, die Schlechten schwimmen oben und können so gleich aussortiert werden.

Zubereitungsarten

Die schonendste Art die Esskastanien zuzubereiten ist das Rösten im Backofen. Schneiden Sie dazu die gewölbte Seite kreuzförmig ein, denn bei Hitze dehnt sich der Kern aus. Die reichlich enthaltenen Kohlehydrate wandeln sich in Zucker und der typische Duft entströmt den Nüssen.

Der Herd sollte auf 200 Grad aufgeheizt sein, dann sind die Maroni in ca. 20 min. gar.

Inzwischen gibt es im Handel auch spezielle Marroni-Pfannen, die man auch über loderndes Feuer stellen kann und Marroni-Öfen für die Maroni-Party zu Hause. Ohne viel Aufwand kann man nun die gerösteten Maroni mit Butter und Salz geniessen (ähnlich wie die Kartoffel), oder das Ganze noch weiter verfeinern.

Auch das Kochen in sprudelndem Wasser ist eine Möglichkeit die Esskastanien zuzubereiten.

Oder man schält die Marroni zuerst und gibt diese dann in eine kochende Suppe. So erhält man eine sättigende, gesunde Suppeneinlage.

Aus den gegarten Maronen kreiert man hierzulande das bekannte Vermicelle . Hierfür werden die Marroni mit Zucker karamellisiert, mit Weinbrand abgelöscht und mit Butter und Milch zu Püree gestampft. Abschliessend durch eine Presse gedrückt (wer keine spezielle Vermicellepresse zur Hand hat, kann auch eine Spätzlepresse verwenden).

Maronen

Ein leckeres Maronipüree schmeckt sowohl als Dessert als auch zu Wildgerichten.Ein leckeres Maronipüree schmeckt sowohl als Dessert als auch zu Wildgerichten. (Foto by: studioM / Depositphotos)

harmonieren hervorragend als Beilage zu Wildgerichten aber auch zu Gerichte mit Schweinefleisch.

Als passierte Füllung machen die kleinen dunklen Früchte aus jedem Geflügelbraten eine Geschmackssensation - zum Beispiel eine Martinigans.

Genauso köstlich schmecken sie als süsse Nachspeise, z.B. als Marronireis. Auch glaciert kommen die braunen Kugeln als Köstlichkeit daher. Dazu werden die gegarten Marroni in Zucker und heisser Butter solange geschwenkt, bis sie glänzen.

Noch keine Idee für die Weihnachtstorte? Na dann füllen Sie diese Jahr doch mal den Biskuit mit einer Maronencreme. Sie können es jetzt nicht mehr erwarten und wollen jetzt sofort diese Winterköstlichkeit geniessen?

Dann nichts wie ab zum Maronimann – er wartet an seinem Stand auf sie. Der verführerische Duft der gebrannten Marroni wird ihnen den Weg weisen!

Weitere köstliche Marroni Rezepte


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