Rosmarin

Der immergrüne Rosmarin steht für die Mittelmeerküche schlechthin. Das sonnenhungrige, intensiv duftende Gewürzkraut erfreut sich auch bei uns grosser Beliebtheit und ist in fast allen Kräutergärten anzutreffen. Leider kann man den zur Familie der Lippenblütler gehörende Rosmarin nicht ganz einfach überwintern.

Depositphotos_6428086_l-2015Depositphotos_6428086_l-2015 (Foto by: byggarn79/ Depositphotos)

Anbau

Gleich vorneweg: Rosmarin ist nur bedingt winterhart. Es gibt zwar Züchtungen, die Temperaturen von bis zu - 15 Grad überstehen. Sollten Sie an einer Lage wohnen, wo im Winter kältere Temperaturen herrschen, empfiehlt es sich, das mediterrane Kraut gleich in einen Topf zu setzen. So können Sie es zum Überwintern ins Haus nehmen. Ihr Rosmarin benötigt unbedingt ein sonniges Plätzchen, damit er gedeihen kann. Je sonniger, desto besser!

Da er auf zu viel Wasser sehr empfindlich reagiert, sollte der Boden an seinem Standort gut durchlässig, locker und sandig sein. Eventuell pflanzen Sie den Strauch leicht erhöht, indem Sie etwas Erde anhäufeln und diese zusätzlich mit Kieselsteinen bedecken. Das stabilisiert den Erdhügel. Zudem strahlen die Kieselsteine zusätzliche Wärme ab, was Ihrem Rosmarin gut bekommt.

Setzen Sie Ihre Jungpflanze am besten in ein Gemisch aus gleichen Teilen Komposterde, feinem Kies und Sand. Zwar kann man Rosmarin ansäen, doch oft klappt das nicht so gut. Mit einer Jungpflanze, die Sie im Gartencenter erstehen, werden Sie mehr Erfolg haben. In den ersten Wochen nach dem Einpflanzen sollten Sie den Strauch regelmässig giessen. Aber weniger ist hier mehr. Auf keinen Fall darf es zu Staunässe kommen.

Pflege, Düngen

Giessen Sie Ihren Rosmarin nur sparsam, jedoch regelmässig. Ist die Pflanze gut verwurzelt und kräftig, verträgt sie auch kurze Trockenperioden relativ gut. Im Frühjahr können Sie zum Düngen etwas reifen Kompost oder Hornmehl auf die Erde streuen. Ansonsten benötigt Rosmarin keine Düngergaben. Im Frühjahr und im Herbst schneidet man den Strauch bis zum alten Holz zurück.

Dabei sollte man darauf achten, dass man dieses nicht verletzt. Überwintert Ihr Rosmarinstrauch im Beet, schneiden Sie im Herbst alle Triebe bis auf 10 cm zurück. Danach schützen Sie ihn zusätzlich mit Rindenmulch und Vlies.

Ernte

Für den laufenden Gebrauch können Sie jeweils von den Triebspitzen so viel abschneiden, wie Sie gerade benötigen. Kurz vor der Blüte duften die Blätter am intensivsten. Planen Sie, grössere Mengen zu verarbeiten, wäre dies also der ideale Zeitpunkt, Blätter zu sammeln. Da die Pflanze im Winter nicht wächst, ist es ratsam, während dieser Periode nur sparsam von den Blättern abzuschneiden. Besser, Sie legen sich während des Sommers bereits einen Vorrat für den Winter zu.

Lagerung, Haltbarkeit

Wenn Sie den geschnittenen Rosmarin in ein Glas mit Wasser stellen, sodass jeder Stängel knapp im Wasser steht, bleibt er etwa zehn Tage frisch. Etwas weniger lang bleibt er frisch, wenn Sie ihn einfach in einer Frischhaltedose im Kühlschrank aufbewahren.

Konservierung

Die klassischen Konservierungsvarianten für Kräuter kommen auch für Rosmarin infrage: Sie können ihn trocknen, einfrieren, Rosmarinöl ansetzen und Kräutersalz herstellen. Beim Trocknen büsst der Rosmarin glücklicherweise kaum etwas von seinem intensiven Aroma ein. Rosmarin kann man aber auch verwenden, um einer Konfitüre eine aparte Würze zu verleihen. Wunderbar schmeckt Rosmarin-Apfelsenf. Selbst einen nicht alltäglichen Rosmarinsirup lässt sich damit zubereiten.

Verwendung in der Küche

Wer liebt nicht die lauwarme Focaccia mit Rosmarin? Zu Kartoffeln passt das vielseitige Gewürzkraut ebenfalls wunderbar. Würzen Sie Ihr mediterranes Ofengemüse mit ein paar Zweiglein Rosmarin. Beim Schlemmen wähnen Sie sich gleich irgendwo am Mittelmeer!

Herrlich schmeckt ein Poulet, das Sie mit Rosmarinzweigen gefüllt haben; auch mit Gitzi harmoniert Rosmarin ausnehmend gut.

Sogar um verführerische Desserts zu würzen, bietet sich das dankbare Kraut an: Zitronensorbet erhält dank ihm eine besondere Note. Gleiches gilt für grillierte Rosmarin kann man Tee aufbrühen, der unter anderem bei Herz-Kreislauf-Problemen, niedrigem Blutdruck, oder Verdauungsbeschwerden Linderung bringt. Rosmarinbäder wirken überdies belebend und schmerzlindernd.

Balkonanbau

Auch im Kübel sollte der Rosmarin an einem vollsonnigen Plätzchen stehen, am besten an einer Hauswand. Verwenden Sie eine Mischung aus drei Teilen Gemüseerde und einem Teil Sand. Achten Sie, dass sich das Wasser im Kübel nicht stauen kann. Giessen Sie regelmässig, jedoch nur so viel, dass die Erde, bis Sie das nächste Mal wässern, fast ausgetrocknet ist.

Während des ersten Jahres müssen Sie Ihren Rosmarin noch nicht düngen. Danach sollte er ab April bis September etwa alle sechs Wochen etwas organischen Dünger bekommen.

Überwintern Sie den Rosmarintopf an einem kühlen Ort bei Maximum 10 Grad. Giessen Sie im Winter nur wenig. Vor den Eisheiligen sollten Sie den Topf nicht wieder ans Freie stellen.

Beliebte Rezepte mit Rosmarin


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