Komposthaufen

Wer ein rechter Gärtner ist, legt seinen eigenen Komposthaufen an! Denn reifer Kompost enthält nicht nur sehr viele Nährstoffe. Richtig angewendet hilft er, die Bodenstruktur in Ihren Beeten zu verbessern. Schon eine Schicht von 1 cm Kompost reicht aus, damit trockene, lehmige oder sandige Böden wieder vermehrt Wasser und Nährstoffe speichern können. Grund genug, auch dem eigenen Komposthaufen die notwendige Pflege angedeihen zu lassen.

KomposthaufenEin richtiger Gärtner legt seinen eigenen Komposthaufen an. (Foto by: Airborne / Depositphotos)

Der ideale Standort

Damit qualitativ einwandfreier Kompost entsteht, sind Feuchtigkeit, Temperatur und Lichteinflüsse entscheidend. Während der Kompost an einem vollsonnigen Standort leicht austrocknen könnte, behindert der schattige, kühle Standort den Rotteprozess. Idealerweise kommt Ihr Kompost an einen halbschattigen, windgeschützten Standort. Zudem ist wichtig, dass der Komposthaufen direkt auf der Erde angelegt wird. Denn einerseits müssen die Mikroorganismen, die für den Verrottungsprozess verantwortlich sind, in den Haufen eindringen können. Andererseits ist wichtig, dass das Wasser ablaufen kann.

Der richtige Behälter

Vom einfachen Behälter aus Drahtgitter bis hin zum Hightech-Thermokomposter finden Sie so ziemlich alles, was das Herz des Vollblutgärtners begehren könnte. Während Holzbehälter oder Drahtgitter eine gute Durchlüftung gewährleisten, bieten Schnellkomposter den Vorteil, dass die Abfälle witterungsgeschützt verrotten können und keine Tiere an die Abfälle herankommen. Schaffen Sie sich auf jeden Fall zwei Behälter an. Einen, in dem der Kompost reifen kann; für den Verrottungsprozess sollte er nämlich ruhen können. Den zweiten Behälter verwenden Sie für frische Materialien.

Was darf auf den Kompost und was nicht?

Im Grunde genommen können Sie fast alle organischen Abfälle aus Haus und Garten kompostieren. Dazu gehören Gemüse, Obst, Eierschalen, geschnittenes Gras, Laub, Heckenschnitt, Kaffeesatz und vieles mehr. Allerdings gibt es Ausnahmen: Fleisch gehört nicht auf den Kompost. Zudem sollten Sie chemisch behandelte Obstschalen nicht auf dem Kompost entsorgen. Da Zitrusfrüchte meistens behandelt werden, ist es ratsam, deren Schalen in den normalen Hausabfall zu geben. Kommt hinzu, dass Schalen von Zitrusfrüchten und Bananenschalen nur schwer verrotten, da unsere Bodenfauna nicht darauf eingestellt ist, sie zu verarbeiten.

Unkraut und kranke Pflanzen gehören ebenfalls nicht auf den Kompost. Sie wollen beides später ja nicht im ganzen Garten verteilen. Machen Sie sich die Mühe, die Materialien alle gut zu zerkleinern, bevor sie auf den Komposthaufen kommen. Je kleiner die Abfälle geschnitten werden, desto schneller läuft der Verrottungsvorgang ab. Sollten Sie eine grössere Menge Gras kompostieren wollen, lassen Sie dieses erst antrocknen. So verhindern Sie, dass es im Kompost zu faulen beginnt. Eine wesentliche Rolle spielt auch die Zusammensetzung der Materialien. Das Laub sollte nicht mehr als 20% davon ausmachen. Laubblätter verrotten zum Teil nur sehr langsam. Abhilfe schaffen können Sie, wenn Sie die Blätter vor dem Entsorgen im Häcksler zerkleinern.

Kompost anlegen und Pflege

Wenn Sie einen neuen Komposthaufen anlegen, schaffen Sie zuunterst eine Schicht aus kleinen oder klein geschnittenen Ästen. Das sorgt für eine gute Durchlüftung. Darauf kommen Küchen- oder Gartenabfälle. Abfälle, die viel Feuchtigkeit enthalten, beispielsweise Küchenabfälle, sollten gut mit trockeneren Abfällen durchmischt werden. Damit gewähren Sie die wichtige Durchlüftung im ganzen Komposthaufen und verhindern, dass sich Fäule bilden kann. In Gartencentern finden Sie Produkte wie Kalk oder Gesteinsmehl, die Sie unter die Grünabfälle mischen können. So fördern Sie die Verrottung zusätzlich. Ist der Behälter voll, wird er abgedeckt. Man lässt den Haufen nun ruhen. Nach drei bis vier Monaten verfügen Sie bereits über Rohkompost. Zwar enthält dieser schon recht viele Nährstoffe, sodass Sie ihn schon verwenden können. Es empfiehlt sich jedoch, den Rohkompost gründlich zu mischen und danach weiter reifen zu lassen. Nach etwa einem Jahr verfügen Sie über einen schönen, reifen Kompost.

Was tun, wenn ...

Manchmal können auch bei einem Komposthaufen kleine Probleme auftreten. Riecht er beispielsweise übel, ist das ein Zeichen für Staunässe. Vermischen Sie den Haufen gut mit trockenem und grobem Material. Stellen Sie fest, dass das Material nur schlecht verrottet, ist das ein Zeichen, dass der Haufen zu trocken ist. Also sollten Sie feuchte Materialien darunter mischen oder eventuell sogar ein bisschen mit Wässern nachhelfen. Schwirren unzählige Fliegen um den Komposthaufen, können Sie ihn zur Abhilfe mit einer Schicht Gartenerde abdecken.


Bewertung: Ø 0,0 (0 Stimme)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Anlegen eines Gemüsegartens

Anlegen eines Gemüsegartens

Um eigenes Gemüse ernten zu können, geben wir Tipps zur Planung des Gemüsegartens und wie ein Gemüsebeet optimal vorbereitet wird.

WEITERLESEN...
Urban Gardening

Urban Gardening

Urban Gardening nennt man das städtische Gärtnern. Wer keinen eigenen Garten, dafür aber einen grünen Daumen besitzt, kann damit seine Leidenschaft ausleben.

WEITERLESEN...
Die wichtigsten Gärtnerutensilien

Die wichtigsten Gärtnerutensilien

Gärtnern bedeutet Arbeit - Arbeit, die Freude macht. Damit uns die Gartenarbeit noch mehr Vergnügen bereitet, ist das passende Equipment von zentraler Bedeutung.

WEITERLESEN...

User Kommentare