Obstbäume richtig düngen

Zu den wichtigsten Pflegemassnahmen im Obstbau gehört das richtige Düngen. So stellt man sicher, dass die Bäume stets mit genügend Nährstoffen versorgt sind und prächtig gedeihen. Lesen Sie hier mehr über die wichtigsten Aspekte der Obstbaumdüngung.

Kompost ist ein guter Dünger für den ObstgartenKompost ist ein guter Dünger für den Obstgarten (Foto by: fotomem / Depositphotos)

Wann sollen Obstbäume gedüngt werden?

Damit Ihre Obstbäume gesund und kräftig bleiben sowie anhaltend hohe Erträge liefern, empfiehlt es sich, sie etwa alle zwei Jahre zu düngen. Der ideale Zeitpunkt dazu ist der Frühling. Damit Sie richtig düngen, empfehlen Gartenexperten, dass Sie alle vier bis fünf Jahre eine Bodenprobe nehmen und diese auf ihren Nährstoffgehalt analysieren lassen. Danach können Sie die für Ihre Obstbäume idealen Düngegaben festlegen.

Welches sind die geeigneten Düngemittel?

Mist von Pferden, Rindern oder Schafen eignet sich ideal zur Düngung Ihrer Obstbäume, sofern er gut verrottet und sehr reif ist. Frischer Mist würde das Wachstum neuer Triebe zu sehr anregen, was sich negativ auf die Fruchtbildung auswirken könnte.

Zudem könnte frischer Mist Ihren Baum krankheitsanfälliger machen. Mittlerweile finden Sie Pferdemist in Form von Pellets im Fachhandel. Nicht nur ist er so weitgehend geruchsfrei; er lässt sich auch viel einfacher verteilen. Reifer Kompost eignet sich ebenfalls prima zur Obstbaumdüngung.

Den Kompost können Sie mit Stickstoff anreichern, beispielsweise mit Hornmehl oder Hornspänen. Gesteinsmehl oder Algenkalk bereichern den Kompost mit zusätzlichen Spurenelementen. Braucht es mehr Kalium, mengt man ihm Holzasche bei.

Wie dünge ich richtig?

Grundsätzlich muss man wissen, dass der Wurzelteller – so wird das Wurzelsystem eines Baumes auch genannt – generell etwas mehr Durchmesser aufweist als die Krone. Die für die Aufnahme von Nährstoffen und Wasser besonders wichtigen Saugwurzeln befinden sich leicht ausserhalb der Kronentraufe. Nun stellt sich die Frage, wo Ihre Obstbäume stehen. Befinden sie sich im Rasen oder in einer Wiese und weisen keine offene Baumscheibe auf, kann man den Dünger nicht einfach ausstreuen.

Er muss unterhalb der Grasnarbe eingebracht werden. Dazu muss man rund um den Stamm und etwas über die Kronentraufe hinaus Löcher in den Boden stechen, den Dünger einfüllen und danach gut wässern. Steht er in der Wiese, könnten die Gräser Ihrem Obstbaum Wasser und Nährstoffe entziehen. Deshalb empfiehlt es sich, im Sommer eine grosszügige Abdeckung mit Mulch anzubringen.

Stehen Ihre Obstbäume hingegen in einem Beet und weisen eine offene Baumscheibe auf, können Sie eine dünne Schicht Dünger ausstreuen und mit einer Harke in die Erde einarbeiten. Danach empfiehlt es sich, diese Fläche mit einer Mulchschicht abzudecken. Achten Sie jeweils darauf, dass Sie beim Einarbeiten des Düngers keine Wurzeln beschädigen.

Wenn Sie einen Obstbaum neu einpflanzen, graben Sie am besten ein möglichst grosses Pflanzloch aus. Vermischen Sie die ausgehobene Erde grosszügig mit reifem Kompost und geben diese Mischung nach dem Einsetzen des Jungbaumes ins Pflanzloch zurück.

Stellen Sie sicher, dass das Loch wieder sehr gut aufgefüllt ist und im Pflanzloch keine Hohlräume zurückbleiben. Bis er etwa drei bis vier Jahre alt ist, verabreichen Sie dem jungen Obstbaum jeweils im April etwa 10 Gramm Blaukorn, das sie um den Stamm streuen.

Jede Pflanze kann mit der richtigen Düngung mehr Ernte erreichenJede Pflanze kann mit der richtigen Düngung mehr Ernte erreichen. Wir haben die passenden Tipps dazu (Foto by: wasja / Depositphotos)

Die Folge von Überdüngung

Düngen Sie massvoll und lassen Sie Ihrem Baum Zeit, sich gesund und natürlich zu entwickeln. Denn das Ansinnen, mit übertriebenen Düngergaben kurzfristig die Ernte zu erhöhen, könnte zum Bumerang werden.

Vor allem bei der überzogenen Düngung mit Stickstoff treten häufig Probleme zutage: Die Triebe wachsen übermässig, während die Blüten- sowie die Fruchtbildung zurückgehen. Zudem zeigen sich überdüngte Obstbäume anfälliger für Pilzkrankheiten, Befall durch Schädlinge oder Frostschäden. Es zahlt sich also nicht aus, den Baum unnötig zu „puschen“.

Gründüngung der Baumscheibe

Bei älteren Obstbäumen besteht die Möglichkeit, statt einer Mulchschicht anzubringen, die Baumscheibe zu bepflanzen. Dazu verwendet man Gründüngungspflanzen, die schnell wachsen, beispielsweise die Kapuzinerkresse. Im Gartencenter finden Sie weitere Saatmischungen, die sich ideal dazu eignen: Lupinen, Klee oder Wicken.

Mit dieser zusätzlichen Pflanzendecke schützen Sie den Boden vor Erosionen. Zudem handelt es sich bei den Gründüngungspflanzen oftmals um Nützlinge, die helfen, Schädlinge fernzuhalten. Mit ihren tiefen Wurzeln bewirken sie eine Auflockerung des Bodens. Zudem entfalten Sie die gleich positiven Effekte wie eine Mulchschicht.

Die Gründüngung wird allerdings erst im Juli ausgebracht, denn im Frühjahr haben die Bäume einen hohen Wasserbedarf. Durch das zu frühe Aussäen der Gründüngungspflanzen könnte den Bäumen dringend benötigtes Wasser streitig gemacht werden.

Im Herbst mähen Sie die Pflanzen wieder ab. Sie können sie als Mulchschicht während des Winters liegen lassen. Was im Frühjahr noch nicht verrottet ist, geben Sie einfach auf den Kompost.


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