Insekten – die unentbehrlichen Helfer in der Nahrungsmittelproduktion

Wir hegen unseren Garten mit Liebe, Umsicht und Ausdauer und sind mächtig stolz, wenn wir ans Ernten gehen dürfen. Meist jedoch ist uns viel zu wenig bewusst, dass wir unsere gärtnerischen Erfolge nicht für uns allein verbuchen können. Die oft als lästig empfundenen Insekten leisten einen immensen Beitrag, damit es in unserem Garten spriesst und gedeiht.

Wildbienen nutzen das Insektenhotel zum überwinternWildbienen nutzen das Insektenhotel zum überwintern (Foto by: lcrms7 / Depositphotos)

Insekten sind für unseren Garten unentbehrlich

Spätestens seit der Film „More than Honey“ über die Kinoleinwände flimmerte, ist vielen Menschen klar geworden, dass ohne Bienen in unseren Gärten, vor allem im Obstbau, gar nichts geht. Unsere proper aufgeräumten Grünflächen, die perfekt verputzten Hauswände, mit Mörtel vollends zugestopften Steinmauern sowie das Fehlen von Totholz sind mit dafür verantwortlich, dass den Bienen, aber auch anderen Gartennützlingen, immer weniger Lebensraum zur Verfügung steht.

Die moderne, industrielle Landwirtschaft, die kaum mehr brachliegende Freiräume oder Biotope zulässt, ist zu einem grossen Teil mitverantwortlich für diese Misere. Dabei sind Insekten für unser Ökosystem schlicht unentbehrlich.

Die Mehrheit der Pflanzen könnte ohne die Bestäubungsdienste der Insekten gar nicht erst überleben. Ob Bienen, Wespen, Schwebfliegen, Hummeln oder Schmetterlinge: Sie alle helfen kräftig mit, die Pflanzen zu bestäuben und eine Ernte zu ermöglichen.

Marienkäfer und Florfliegen ihrerseits unterstützen uns auf natürliche Weise bei der Schädlingsbekämpfung. Grund genug also, die Insekten nicht nur als störendes Ungeziefer abzutun! Vielmehr sollten wir den kleinen Helfern Lebensraum sowie genügend Nistplätze zur Verfügung stellen. Als naturnaher Hobbygärtner haben Sie es in der Hand, genau das zu tun.

Was können Sie denn tun?

Denken Sie immer auch an die in Ihrem Garten lebende Fauna: Indem Sie beispielsweise morsche Bäume, alte Zaunpfähle oder Totholz liegen lassen, schaffen Sie schon etliche Nistplätze für Insekten. Verwenden Sie für Ihre Gartenwege Platten aus Naturstein, die Sie mit Fugen und Sand anlegen. Damit helfen Sie den im Boden nistenden Bienen.

Die Mauern in Ihrem Garten sollten Sie grundsätzlich nie ganz verschliessen. Denn sie sind nicht nur Lebensraum für nistende Insekten, sondern beispielsweise auch für Eidechsen.

Hohle Pflanzenstängel werden von Bienen gerne zur Überwinterung genutzt. Schneiden Sie deshalb verblühte Stauden und Ranken erst im Frühling. Lassen Sie die abgeschnittenen Zweige trocknen und legen Sie sie gebündelt an eine geeignete Stelle im Garten. So haben Sie im Handumdrehen neue Nistplätze geschaffen.

Pflanzen Sie ausserdem möglichst viele Wildblumen an, die gestaffelt blühen. Sie werden sich nicht nur am Anblick der bunten, blühenden Pracht erfreuen, sondern helfen so auch mit, dass den Bienen und Co. während des ganzen Sommerhalbjahres genügend Nektar zur Verfügung steht.

Der Standort des Insektenhotels ist entscheidendDer Standort des Insektenhotels ist entscheidend (Foto by: kievith / Depositphotos)

Die eleganteste Lösung: ein Insektenhotel

Immer mehr im Trend sind seit einigen Jahren die sogenannten Insektenhotels. Nicht nur entpuppen sie sich als wunderschöne Hingucker; das Leben und Gewusel in und um die Wohnstätte der Gartennützlinge zu beobachten, gehört zum Spannendsten, was Sie in Ihrem Garten werden entdecken können.

Denn Ihr Insektenhotel wird nicht nur von Bienen bevölkert werden. Es lockt auch Wespen, Marienkäfern oder Florfliegen an. Je nach Bauart und Öffnungen nehmen solche Insektenbehausungen sogar Schmetterlinge auf.

Die Herstellung eines solchen Insektenhotels ist eine Wissenschaft für sich und deshalb nicht ganz trivial. In Bezug auf die Grösse sind Ihnen keine Grenzen gesetzt. Je nach Platz, den Sie zur Verfügung haben, können solche Insektenhäuser sehr klein ausfallen oder aber bis zu zwei Meter hoch werden. Selbstverständlich soll das Hotel aus natürlichen, qualitativ hochwertigen Materialien bestehen. Dächer von grösseren Häusern werden mit Ziegeln gedeckt. Schön sehen aber auch Schilfdächer aus.

Die verschiedenen Kammern im Haus werden mit unterschiedlichen Materialien möbliert. Beispielsweise verwendet man zu Bündeln zusammengebundene Stroh- und Schilfhalme, Totholzstücke und Schilfmatten. Spezielle Niststeine und Röhren dienen der Eiablage; Rindenstücke oder Kieferzapfen als Schlafstätten für Florfliegen und Marienkäfer. Sollten Sie ein Insektenhotel bauen wollen, finden Sie tolle Literatur, die Ihnen Schritt für Schritt aufzeigt, wie es geht.

In Gartencentern kann man dafür mittlerweile auch Bausätze erstehen. Wem das zu mühsam ist, der findet im Angebot fixfertige, in liebevoller Handarbeit aufwendig konstruierte Häuser, die man nur noch am geeigneten Standort anbringen muss.

Denn der richtige Standort ist ein wichtiger Aspekt. Witterungsschutz gilt als oberstes Gebot. Empfehlenswert ist die Ausrichtung auf die wetterabgewandte Seite, also auf Südosten.

Das Haus sollte sich mindestens einen Meter über dem Boden befinden. Wenn in der Nähe des Hotelstandorts Blumen und eine Wasserstelle zur Verfügung stehen, haben Sie den idealen Standort für Ihr Insektengebäude gefunden.


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