Gemüsegarten im Hochbeet

Denken Sie bei der Vorstellung an ein Gartenbeet auch an einen ebenerdig angelegten Pflanzplätz? Zwar werden die meisten Beete auch heute noch so angelegt. Doch seit einiger Zeit ist in modernen Gärten ein neuer Trend zu beobachten: das Hochbeet. Erfahren Sie hier mehr.

Vorteil Hochbeet: die Anbausaison verlängert sich um rund zwei MonateVorteil Hochbeet: die Anbausaison verlängert sich um rund zwei Monate (Foto by: markusspiske / Depositphotos)

Vorteile eines Hochbeets

Das Hochbeet eröffnet Ihnen neue, zusätzliche Möglichkeiten, Ihren Garten optisch zu gestalten. Durch die Wahl der Materialien, Formen und des Standorts lässt sich das Gemüse-, Kräuter- oder Blumenbeet wunderbar im Garten integrieren und hervorragend in Szene setzen. Doch abgesehen von der Ästhetik liefert ein Hochbeet weitere handfeste Vorteile:

  • geschützte Lage, vor allem in Strassennähe
  • hoher Schutz vor Schnecken
  • reduzierter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
  • verbesserte Wärmeverhältnisse im Beet: Zartbesaitete Pflanzen gedeihen im Hochbeet besser
  • weit höhere Erträge als im herkömmlichen Beet
  • die Anbausaison verlängert sich um rund zwei Monate
  • durch das Hochbeet ist man unabhängig von der örtlichen Bodenqualität. Da man das Hochbeet selbst auffüllt, sorgt man eigenhändig für gute Bodenvoraussetzungen für die entsprechenden Pflanzen
  • auch für gehbehinderte Menschen eine Möglichkeit ihren eigenen Garten zu pflegen
  • die Beete lassen sich auf 1 m Höhe rückenschonend bewirtschaften. Vor allem in zunehmendem Alter ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil!

Nachteile des Hochbeets

Die lange Liste der Vorteile ist derart überzeugend, dass eigentlich bereits alles für ein Hochbeet sprechen würde. Doch bevor Sie sich nun aufmachen, ein solches Hochbeet zu kaufen, sollten Sie wissen, dass es auch hier ein paar Abstriche zu machen gilt. So bedeutet das Bauen und Füllen eines Hochbeets zunächst einmal recht viel Arbeit und einen hohen Zeitaufwand, bis alles pflanzbereit ist.

Je nach Material, das Sie verwenden, ist die Lebensdauer eines Hochbeets beschränkt. Ähnlich wie bei Pflanzen in Kübeln droht die Erde im Hochbeet schneller auszutrocknen als im Freibeet.

Das bedeutet, Sie müssen Ihre Pflanzen häufiger giessen als sonst. Während heisser Trockenperioden kann das sogar zwei Mal täglich notwendig werden. Das ist natürlich mit einem gewissen Mehraufwand verbunden, den es zu akzeptieren gilt, wenn man sich fürs Hochbeet entscheidet.

Materialien

Wie gesagt, dem Hochbeet kommt in Ihrem Garten eine wesentliche gestalterische Komponente zu. Umso bedeutender ist deshalb die Wahl des Materials, aus dem Ihr neues Beet bestehen soll. Sehr beliebt und schön anzusehen, sind Behältnisse aus Holz. Lärche, Eiche, Kiefer oder Douglasie werden zum Bau von Hochbeeten am häufigsten verwendet. Tropenhölzer sind zwar nicht unumstritten. Aus qualitätstechnischen Überlegungen würden sie sich jedoch hervorragend eignen. Falls Sie sich deshalb für ein Tropenholz entscheiden, achten Sie unbedingt darauf, dass es aus nachhaltiger und fairer Produktion stammt.

Um die Lebensdauer des Holz-Hochbeets zu erhöhen, berücksichtigen Sie vorzugsweise Holz, das witterungs- und fäulnisresistent ist.

Sehr beliebt sind Hochbeete aus Naturstein. Steine speichern Wärme und weisen deshalb ideale temperaturregulierende Eigenschaften auf. Gabionen, mit Steinen gefüllte Maschendrahtzäune, Stahlblech oder Kokosmatten können für den Bau eines Hochbeets ebenfalls herangezogen werden.

Was muss ich beim Bau des Hochbeets beachten?

In zahlreichen Gartencentern können Sie mittlerweile Bausätze für ein Hochbeet kaufen. Wollen Sie dieses jedoch selbst bauen, können Sie Form und Mass frei gestalten Wählen Sie eine längliche Form und legen Sie das Beet nicht allzu breit an.

So bleiben Ihre Pflanzen von allen Seiten bequem erreichbar. Falls Sie sich für eine Bauart aus Holz entschieden haben, verwenden Sie nicht zu dünne Latten. Diese könnten durch das Gewicht des Inhalts auseinanderbrechen, sofern Sie die Wände nicht mit zusätzlichen Pflöcken stützen.

Bevor Sie mit dem Bau beginnen, legen Sie ein engmaschiges Drahtgitter auf den Boden. Das erschwert den Wühlmäusen das Eindringen in Ihr Beet. Stehen die Wände, müssen Sie diese zunächst mit einer Teichfolie auskleiden. Das verhindert, dass die Feuchtigkeit aus den Wänden sickert und die Beetwände von aussen unansehnlich macht.

Nun können Sie sich ans Befüllen des Hochbeets machen:

  • Zuunterst kommt eine Schicht gehäckselter Äste. Sie stellt sicher, dass Ihr Beet gut durchlüftet ist.
  • Darauf kommt eine Lage aus Gartenabfällen, geschnittenem Gras und Stroh.
  • Nun geben Sie grosszügig Gartenerde dazu. An dieser Stelle müssen Sie noch nicht unbedingt erstklassige Erde verwenden.
  • Auf die Gartenerde folgt reifer Kompost.
  • Zuoberst füllen Sie das Beet mit einer schönen Schicht hochwertiger Blumenerde auf.

Der ideale Zeitpunkt, ein Hochbeet anzulegen, ist der Herbst. Tendenziell fallen dann die meisten Grünabfälle an, die Sie für das Auffüllen Ihres Hochbeets ideal verwenden können.


Bewertung: Ø 5,0 (1 Stimme)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Anlegen eines Gemüsegartens

Anlegen eines Gemüsegartens

Um eigenes Gemüse ernten zu können, geben wir Tipps zur Planung des Gemüsegartens und wie ein Gemüsebeet optimal vorbereitet wird.

WEITERLESEN...
Urban Gardening

Urban Gardening

Urban Gardening nennt man das städtische Gärtnern. Wer keinen eigenen Garten, dafür aber einen grünen Daumen besitzt, kann damit seine Leidenschaft ausleben.

WEITERLESEN...
Die wichtigsten Gärtnerutensilien

Die wichtigsten Gärtnerutensilien

Gärtnern bedeutet Arbeit - Arbeit, die Freude macht. Damit uns die Gartenarbeit noch mehr Vergnügen bereitet, ist das passende Equipment von zentraler Bedeutung.

WEITERLESEN...

User Kommentare