Indirektes grillieren (=Grillen)

Der Logik folgend, muss es, wenn es eine „direkte“ Grillmethode gibt, ebenso eine „indirekte“ Grilltechnik geben. Wenn bei der direkten Methode das Grillgut direkt auf der Glut gart, so ist anzunehmen, dass genau dies bei der indirekten Grilltechnik nicht der Fall ist. Soweit alles klar.

Indirekt grilliert wird oft in einem Kugelgrill.Indirekt grilliert wird oft in einem Kugelgrill. (Foto by: Vacilando/ Depositphotos)

Welches sind die weiteren Eigenheiten des indirekten Grillierens?

Indirekt grilliert wird oft in einem Kugelgrill. Sein Erfinder George Stephen ärgerte sich über das direkt ins Feuer tropfende Fett, das die Kohle zum Brennen brachte und giftigen Rauch verursachte. Er suchte also nach einer Methode, bei welcher dieses Problem eliminiert wurde und die es ermöglichte, auch grosse Fleischstücke auf schonende Art zu grillieren.

Der Kugelgrill besteht aus zwei gleich grossen Teilen. Die obere Halbkugel ist mit Lüftungslöchern versehen und wird als Deckel verwendet. In der unteren Halbkugel liegen Kohlenrost und Brennmaterial. Das Brennmaterial liegt nicht direkt auf dem Boden des Grills und erhält durch ein Belüftungssystem auch von unten Sauerstoff.

Auf den Bodenrost stellt man inmitten des Brennmaterials eine Tropfschale. Darüber bringt man nun den in der Höhe verstellbaren Grillrost an, wobei das Grillgut über der Schale platziert wird. Somit kann das Fett direkt in die Schale tropfen und verursacht keine lästigen Brände.

Dank dem Deckel wird die Hitze im Grill gut verteilt und deshalb gart das Grillgut von allen Seiten her gleichmässig, fast wie in einem Umluftofen. Die Grilldauer bei der indirekten Grillmethode währt natürlich viel länger, als beim direkten Grillieren. Dafür kann man auch grosse Stücke Fleisch auf diese Weise zubereiten.

Je nach Fleischstück muss man zwischen zwei und fünf Stunden dafür einrechnen. Doch es lohnt sich. Das Fleisch wird zart, bleibt saftig und erhält ein viel besseres Aroma, als beispielsweise beim Niedergaren im Ofen.

Welche Fleischstücke eignen sich besonders für die indirekte Grillmethode?

Da gibt es eine Faustregel. Alle Fleischstücke, die länger als etwa 20 Minuten benötigen, kommen für die indirekte Grillmethode infrage: Braten, ganze Poulets, Spareribs und Ähnliches.

Dank der gleichmässigen Hitzeverteilung und weil das Fleisch nicht direkt über der Glut liegt, haben die grossen Stücke Zeit, durchzugaren, ohne dass sie aussen anbrennen. Das Fleisch wird noch aromatischer, wenn es vor dem Grillieren längere Zeit in eine Sauce zubereiten.

Welche Vor- oder Nachteile hat das indirekte Grillieren?

Die lange Zubereitungsdauer ist nicht jedermanns Sache. Einige werden bestimmt die sonst beim Grillieren übliche Fleischkruste vermissen. Zu den Pluspunkten zählt, dass auch grosse Fleischstücke gleichmässig durchgegart werden.

Schön ist, dass man das Fleisch, einmal auf dem Grill, nicht mehr wenden muss. Man kann also getrost sein Poulet auf den Grill werfen und in der Zwischenzeit die Beilagen zubereiten, ohne dauernd nach dem Grill sehen zu müssen.


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