Schutz vor Schädlingen im Obstgarten

Sonnengereifte, süsse Früchte aus dem eigenen Garten gehören zu den grossartigsten kulinarischen Genüssen überhaupt. Doch die Pflege des Obstgartens verlangt nebst einigem Fachwissen auch gärtnerisches Geschick, Geduld und recht viel Arbeitsaufwand. Denn wer wie die meisten Hobbygärtner weitgehend auf chemische Produkte verzichten will, muss sich mit umweltfreundlichen Alternativen auseinandersetzen. Und die sind meist mit Arbeit verbunden.

Je nach Saison können Massnahmen ergriffen werden. Wann der beste Zeitpunkt ist lesen Sie hierJe nach Saison können Massnahmen ergriffen werden. Wann der beste Zeitpunkt ist lesen Sie hier (Foto by: Yomka / Depositphotos)

Erste Massnahmen schon in der Planungsphase umsetzen

Mit einer umsichtigen Planung können Sie bereits viel erreichen, noch bevor Sie Ihren ersten Obstbaum gepflanzt haben. Denn die richtige Pflanze am idealen Standort minimiert deren Anfälligkeit auf Krankheiten erheblich. Machen Sie sich deshalb ein genaues Bild vom Pflanzort, den Lichtverhältnissen und den klimatischen Bedingungen. Gleichen Sie all dies mit den Bedürfnissen der geplanten Obstsorte ab. So werden Sie schnell feststellen, ob der Standort für das Obst Ihrer Wahl geeignet ist.

Wählen Sie jeweils widerstandsfähige Sorten, die auch an klimatisch weniger günstigen Lagen gedeihen. Wenn Sie Obstbäume anpflanzen, sollten Sie unbedingt die Fruchtfolge beachten. So können Sie beispielsweise am Ort, wo ein Apfelbaum gestanden ist, erst nach 20 Jahren wieder einen Apfelbaum pflanzen.

Weitere Faktoren sind die Bodenpflege und die Nährstoffversorgung Ihrer Obstpflanzen. Ist Ihr Obstbaum mit genügend Nährstoffen versorgt, entwickelt er eine natürliche Widerstandsfähigkeit gegenüber Schädlingen oder Krankheiten. Zu viel Stickstoff kann Ihre Pflanze schwächen und sie anfälliger auf verschiedene Pilzerkrankungen machen.

So tritt der gefürchtete Schorfpilz bei einer Überdosis Stickstoff häufiger zutage. Kalium wiederum lässt den Obstbaum robuster werden, da er festere Zellwände ausbildet. Schädlinge und Krankheiten haben es so schwerer, sich auf dem Obstbaum auszubreiten. Untersuchen Sie deshalb alle vier bis fünf Jahre Ihren Boden auf die Nährstoffversorgung und entscheiden sich danach, wie zu düngen ist.

Manuelle Massnahmen gegen Schädlinge

Leider können immer wieder Probleme auftreten, die Ihren Obstgewächsen zusetzen. Je nachdem stehen Ihnen unterschiedliche Mittel zur Verfügung, Krankheiten oder Schädlinge zu bekämpfen.

  • Im Anfangsstadium ist es immer noch möglich, Schädlinge manuell abzusammeln und zu vernichten.
  • Im Falle von Mehltau oder kranken Ruten schneiden Sie befallene Äste und Zweige rechtzeitig ab.
  • Sammeln Sie Fallobst, Fruchtmumien oder Falllaub rasch auf. Der Apfelwickler kann sich so weit weniger stark ausbreiten.
  • Bringen Sie Fallen an. Beispielsweise bekämpfen Sie sowohl die Kirschenfruchtfliege als auch den Apfel- oder Pflaumenwickler mit einer Gelbtafel, Frostspanner mit Leimringen oder Obstmaden mit Wellpappgürteln.
  • Ein regelmässiger Pflegeschnitt dient zugleich dem Pflanzenschutz. Das Gehölz wird durch den Schnitt besser belüftet. Das verhindert, dass sich Pilzkrankheiten ausbreiten können.
  • Im Falle von Obstbaumkrebs schneiden Sie den Baum bis ins gesunde Holz zurück.
  • Halten Sie Schädlinge fern. Sie tun dies, indem Sie Netze spannen, Gelbtafeln aufstellen oder Fallen sowie Gefässe mit Lockstoffen errichten.

Nützlinge einsetzen

Gärtnern Sie umweltfreundlich – fördern Sie Nützlinge! Bekannte Vertreter sind Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen, teilweise auch Vögel. Nützlinge fördern Sie, indem Sie ihnen den notwendigen Lebensraum erhalten. So benötigen sie Wohnräume und Unterschlupfmöglichkeiten, Plätze zum Überwintern, Nahrung und Wasser.

Massnahmen dazu sind Stein- oder Reisighaufen errichten, Totholz liegen lassen, Stauden erst im Frühling zurückschneiden, Nistplätze für Vögel bereitstellen oder Blumenwiesen anlegen. Allerdings reicht das Fördern von Nützlingen allein nicht aus, um alle Schädlinge und Krankheiten wirkungsvoll zu bekämpfen. Meist ist es eine unter mehreren Vorkehrungen, die zum gewünschten Erfolg führen.

Gefürchteter Apfelwickler

Einer der schlimmsten Schädlinge überhaupt ist der Apfelwickler, auch Obstmade genannt. Er kann ganze Obstbestände zunichte machen, wenn man ihn nicht rechtzeitig bekämpft. Vögel oder Schlupfwespen sind Feinde des Apfelwicklers. Also ist es wichtig, dass Sie diesen kleinen Helfern den entsprechenden Lebensraum zur Verfügung stellen. Zusätzlich haben Sie folgende Möglichkeiten, gegen den Apfelwickler vorzugehen:

  • Fallobst sofort entfernen und vernichten. In diesen Früchten befinden sich die Larven des Apfelwicklers. Bleibt das Obst liegen, können sie sich vermehren und im Herbst zur Erntezeit grosse Schäden anrichten. Deshalb entsorgen Sie das Fallobst auch keinesfalls auf Ihrem Kompost.
  • Bringen Sie am Stamm Fanggürtel für die Obstmaden an. Kontrollieren Sie sie zwischen Juli und Anfang September regelmässig und entfernen Sie die Larven und Puppen unverzüglich.
  • Pheromon-Fallen sind bei der Bekämpfung der Obstmaden sehr wirkungsvoll.
  • Bei akutem Befall können Sie massvoll biologische Pflanzenschutzmittel einsetzen.

Die Larve der Kohlmotte sieht unscheinbar ausDie Larve der Kohlmotte sieht unscheinbar aus (Foto by: dadalia / Depositphotos)

Weitere Krankheiten

Auch Apfelschorf oder Birnenschorf könnten in Ihrem Obstgarten auftreten. Das Beste ist, wenn Sie beim Anbau schorfresistente Sorten berücksichtigen. Durch einen fachmännischen Baumschnitt lichten Sie die Krone gezielt aus. Somit trocknen die Blätter schneller ab, was die Infektionsgefahr deutlich verringert.

Entfernen Sie befallenes Laub und Früchte sofort aus dem Garten und vernichten Sie es. Eine verbreitete Krankheit bei Kirschen ist die Monilia. Sind Kirschbaumzweige davon befallen, schneiden Sie diese sofort raus und vernichten sie. So verhindern Sie die Ausbreitung. Fruchtmumien sollten Sie vom Baum nehmen und ebenfalls vernichten.


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