Die verschiedenen Anbaugebiete des Tees

Tee in seinen verschiedenen Ausprägungen wird rund um den Globus getrunken! Doch bis das aromatische, erfrischende und belebende Getränk in unseren Tassen dampft, hat es eine lange Reise hinter sich. Wo auf dieser Welt wird Tee überhaupt angebaut?

Teepflückerinnen in Indien ernten die Teepflanze händisch.Teepflückerinnen in Indien ernten die Teepflanze händisch. (Foto by: Rawpixel/ Depositphotos)

Allgemeines

Der Tee stammt ursprünglich aus China und trat vor über 5000 Jahren seinen Siegeszug in alle Ecken der Welt an. Die heutigen Teesorten stammen von zwei Urpflanzen ab: der „Thea Camellia sinesis und der „Thea Camellia assamica“. Dabei kann man vom Namen bereits die Herkunft ableiten. „Sinesis“ beschreibt die Vorkommen in China; „assamica“ bezieht sich auf die Gebiete im nordindischen Assam.

Aus diesen ursprünglichen Teepflanzen wurden im Laufe der Jahrhunderte ständig neue Züchtungen entwickelt.

Die Teepflanzen gedeihen am besten auf tropischen oder subtropischen Hochlagen bei rund 19 Grad Celsius. Allerdings wird Tee mittlerweile auch auf den Azoren und in der Türkei erfolgreich angebaut. Teepflanzen werden aus Setzlingen in sogenannten „Nurserys“ herangezogen. Während neun Monaten hegt man sie in erstklassiger Muttererde, bevor sie ins Freiland kommen. Auf eine Hektare passen 12'000 bis 13'000 Setzlinge.

Bis zur ersten Ernte müssen die Pflanzen nun drei bis sechs Jahre weiterwachsen. Pro Hektare erreicht man normalerweise einen Ertrag von rund 1.5 Tonnen Tee. Weltweit werden pro Jahr etwa 3.3 Millionen Tonnen Tee geerntet. Als wichtigste Teeproduzenten sind China und Indien zu nennen. Zusammen produzieren sie jährlich 1.7 Tonnen Tee, also über die Hälfte der globalen Produktion.

In beiden Ländern ist die Nachfrage nach Tee jedoch derart hoch, dass der Binnenmarkt fast 50% der produzierten Teemenge absorbiert und nur rund die Hälfte auf dem Weltmarkt angeboten wird. In die Bresche springen bekannte Teeländer wie Kenia oder Sri Lanka, die als wichtigste Tee-Exporteure gelten.

China

Die grössten Teeanbaugebiete im Reich der Mitte findet man im Süden. China produziert zu drei Vierteln grüne und einem Viertel schwarze Tees. Grüntee hat in China eine lange Tradition und wird Gästen und Familienmitgliedern gerne zum Zeichen der Wertschätzung serviert. Aus China speziell bekannt ist bei uns der Jasmintee. Dabei handelt es sich um einen Grüntee, der mit Blüten der Jasminblume aromatisiert wurde. Als Hochlandtee bekannt ist auch der schwarze Tee aus der Provinz Yunnan.

Indien

An den Südhängen des Himalajas auf bis zu 2800 m Höhe befinden sich Indiens Teeplantagen in unmittelbarer Nähe zur nepalesischen Grenze. Darjeeling und Assam sind die klingenden Namen der wohlbekannten und äusserst beliebten Teesorten. Durch das subtropische Klima, die günstige Sonneneinstrahlung sowie das wechselhafte Klima entstehen in Nordindien Tees besonderer Qualität. Der Assamtee gilt als extra aromatisch und würzig. Der Darjeelingtee besticht durch sein liebliches, blumiges Aroma. Assam gilt als das grösste, zusammenhängende Teeanbaugebiet der Welt.

Japan

Japan ist bekannt für seine sinnlichen Teerituale. Die Teekultur wurde vor über 1000 Jahren aus China eingeführt. Als bekanntester japanischer Tee wäre der grüne Japan Sencha zu nennen. Obwohl Japan in grossem Umfang selbst Tee produziert, kann es die Nachfrage im eigenen Land nicht decken. Deshalb muss der Inselstaat trotz seiner riesigen Anbaugebiete Tee importieren, um die Nachfrage im Inland zu stillen.

Sri Lanka

Sri Lanka hiess einst Ceylon. Und so heisst auch der bekannte und beliebte Tee, der von der Insel im Südwesten Indiens stammt. Sri Lanka gilt als weltweit viertgrösster Teeproduzent. Die Anbaugebiete befinden sich sowohl an den West- als auch an den Osthängen des Gebirges, das sich im südlichen Landesinnern ausbreitet, auf rund 1000 bis 2500 Metern über Meer. Der starke Monsunregen sowie die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen im Westen und im Osten sind verantwortlich, dass es vom Ceylon sehr verschiedenartige Sorten gibt. Allgemein sagt man Ceylontees einen fruchtigen, herben Geschmack nach.

Kenia ist der grösste Tee-Exporteur und baut meist einen kräftigen Schwarztee anKenia ist der grösste Tee-Exporteur und baut meist einen kräftigen Schwarztee an (Foto by: nevarpp / Depositphotos)

Kenia

Afrika kam relativ spät zum Teeanbau, ist heute für den globalen Teemarkt aber umso wichtiger. Erst in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts konnte sich der kommerzielle Teeanbau in verschiedenen Ländern des schwarzen Kontinents etablieren. So findet man Teeanbaugebiete in Tansania, Südafrika, Burundi, Malawi, Moçambique oder Zimbabwe. Als wichtigster Teeproduzent Afrikas gilt jedoch Kenia. Kenia rangiert an dritter Stelle der weltweiten Teeproduktion hinter China und Indien.

Zugleich ist Kenia der grösste Tee-Exporteur der Welt. Die wichtigsten Teeplantagen Kenias liegen in den Bergen nördlich von Nairobi. Im Westen des Landes an der Grenze zu Tansania und Uganda werden ebenfalls grosse Teemengen produziert. Beim kenianischen Tee handelt es sich um Schwarztee, der sehr dunkel ist und ein kräftiges, würziges Aroma aufweist.

Weitere Anbaugebiete in Asien

Da sich Darjeeling in unmittelbarer Grenze zu Nepal befindet, mag es kaum erstaunen, dass auch an der Grenze Tee angebaut wird. Der nepalesische Tee ähnelt dem Darjeelingtee stark. In Taiwan, das einstmals Formosa hiess, wird ebenfalls Tee angebaut. Bekannt aus dieser Region ist der Schwarztee Formosa Oolong.

Dabei handelt es sich um einen halb fermentierten Tee, der bei Kennern aus der ganzen Welt beliebt ist. In Vietnam hat der Teeanbau vor etwa 800 Jahren seinen Anfang genommen; die Produktion ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Man sagt, die Qualität der nordvietnamesischen Tees sei besser als jene des Südens. In Vietnam werden hauptsächlich schwarze Tees produziert, im Süden werden mittlerweile auch Grüntees angebaut.


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