Die verschiedenen Teesorten

Tee ist nicht gleich Tee, so viel ist klar. „Teekunde“ ist eine Wissenschaft für sich, und zwar eine faszinierende. Mit ein bisschen Hintergrundwissen geniesst und schätzt man seine Tasse Lieblingstee umso mehr.

Es gibt so viele Teesorten wie Sand am MeerEs gibt so viele Teesorten wie Sand am Meer (Foto by: belchonock/ Depositphotos)

Die Verarbeitungsmethode macht den Tee

Einstmals wurden die Teeblätter vom Strauch gepflückt und direkt mit Wasser aufgegossen. Doch leider lassen sich frische Teeblätter nicht konservieren und fermentieren ganz ohne unser Zutun. Mikroorganismen können zudem bewirken, dass die Blätter verderben. Um den Tee lager- und transportfähig zu machen, entwickelte man verschiedene Fermentationsprozesse. Je nach Methode erzielt man unterschiedliche Geschmacksnoten. Heute kennt man vier verschiedene Vorgehensweisen zur Fermentation des Tees, wobei der Grad der Oxidation den Hauptunterschied ausmacht.

Grüntee

Beim Grüntee findet keine vorsätzliche Fermentierung statt. Nach der Ernte werden die erstklassigen Teeblätter in eine grosse Eisenpfanne gegeben und über dem Feuer getrocknet. Einst war das ein Handwerk. Bei der heutigen industriellen Herstellung geschieht das automatisiert in Behältern mit Rührwerk. Bekannte Grüntees:

  • Gunpowder, China
  • Sencha, Japan

Weisser Tee

Hier kommen nur Teeblätter erster Güte zum Einsatz. Zur Herstellung werden junge Triebe verwendet, die man wie Heu trocknen lässt. Es findet kein bewusster Oxidationsprozess statt. Den Namen verdankt diese Teesorte den weissen Härchen an der unteren Seite der Blätter − sie verleihen ihnen eine silberne Farbe. Bekannte weisse Tees:

  • Pai Mu Tan, China
  • Bai Hao Yin Zhen, China

Oolong

Um Oolongtee herzustellen, werden die Teeblätter nach der Ernte in Weidekörben geschüttelt. Dabei tritt Saft aus, der mit dem Sauerstoff in der Luft reagiert. Dieser Prozess wird nach einer gewissen Zeit bewusst gestoppt, und zwar indem man die Blätter in einer Eisenpfanne erhitzt. Oolongtee ist also teilweise oxidiert. Bekannte Oolongtees:

  • Ti Quan Yin, China
  • Tong Fong Tong, China

Schwarztee

Schwarztee ist komplett oxidiert oder fermentiert. Der Prozess verläuft ähnlich wie beim Oolong-Tee. Der Unterschied besteht darin, dass der Oxidationsprozess nicht bewusst gestoppt wird. Der Schwarztee benötigt eine längere Zeit, bis er fertig getrocknet ist. Bekannte Schwarztees:

  • Assam, Indien
  • Darjeeling, Indien
  • Ceylon, Sri Lanka

Teevariationen

Die klassischen Teesorten findet man nicht nur pur im Angebot. Bekannt und beliebt sind auch die verschiedenen aromatisierten Schwarz- und Grüntees. Dabei werden den Teeblättern natürliche Aromen hinzugefügt, beispielsweise frische Blüten. Zu den Klassikern unter den aromatisierten Tees gehören der Jasmintee sowie der Rosentee. Beide stammen aus China und werden dort in grossen Mengen genossen. Bei uns erfreuen sich Duftnoten wie Orange, Vanille oder Kirsche steigender Beliebtheit.

Greift man zu Teebeuteln, kann man davon ausgehen, dass die Aromen industriell hergestellt wurden. Auch darf man nicht erstklassige Teequalität erwarten, was aber keine grosse Rolle spielt; die Teeblätter fungieren lediglich als Geschmacksträger der Aromastoffe. Rauch- und Rösttee werden den meisten „normal sterblichen“ Teeliebhabern kaum bekannt sein. Der Rauchtee verdankt seinen Namen – wie könnte es anders sein – seinem rauchigen Aroma. Dieses wird erzeugt, indem man die Teeblätter im Rauch von Harzhölzern trocknet. Diese uralte Methode der Haltbarmachung ermöglicht eine schnelle Trocknung.

Beim Rösttee hingegen werden die Teeblätter in einer Pfanne bei rund 300 Grad Celsius geröstet, und zwar solange bis diese vollständig fermentiert sind. Durch den langen Röstvorgang entweicht dem Tee nahezu alles Koffein; zudem verliert er weitgehend alle Bitterstoffe. Man sagt diesem speziellen Tee ein mildes, nussiges Aroma nach.

Mate Tee aus dem Matestrauch gewonnen, enthält Koffein und wirkt belebendMate Tee aus dem Matestrauch gewonnen, enthält Koffein und wirkt belebend (Foto by: jantroyka / Depositphotos)

Mate-Tee

Mate-Tee ist nicht nur ein Getränk, sondern ein Stück südamerikanische Kultur. Das aus den Blättern des Matestrauchs gewonnene Aufgussgetränk enthält viel Koffein und wirkt belebend. Es gilt aber dennoch als sehr bekömmlich. Denn das Koffein wird nur langsam an den Organismus abgegeben. Dafür hält seine stimulierende Wirkung länger an. Man sagt, Matetee zügle den Appetit, weshalb er gerne im Rahmen einer Diät eingesetzt wird. Diese Aussage ist wissenschaftlich nicht erhärtet. Mateblätter beinhalten nebst Koffein beträchtliche Mengen an Mineralstoffen, Spurenelementen und Antioxidantien. Deshalb gilt er trotz Koffein als gesunder Durstlöscher.

Rooibos

Rooibos- oder Rotbuschtee stammt aus Südafrika und wird im ganzen südlichen Afrika ausgiebig konsumiert. Auch bei uns hat er in den letzten Jahren einen wahren Popularitätsschub erfahren. Da er kein Koffein enthält und wie Schwarztee genossen werden kann, ist er eine wunderbare Alternative für Menschen, die Koffein nicht vertragen. Rooibos enthält wenig Bitterstoffe, ist dennoch kräftig im Geschmack. Oft erhält man ihn aromatisiert, beispielsweise mit Vanille- oder Fruchtaroma.

Kräuter- und Früchtetee

Man nennt sie Tee, doch handelt es sich bei diesen Aufgussgetränken nicht um Tee im eigentlichen Sinn. Sie werden nicht aus Blättern des Teestrauchs hergestellt und enthalten auch kein Koffein. Die Basis für Kräuter- und Früchtetees bilden, wie es der Name impliziert, Kräuter, getrocknete Beeren oder Fruchtschalen. Kräuter- und Früchtetees gibt es in unzähligen Zusammensetzungen im Angebot: Pfefferminze, Bergkräuter, Kamille, Fruchtschalentee, Ingwertee, Lindenblütentee, um nur einige wenige zu nennen.

Meist leisten die Aufgussgetränke nicht nur wertvolle Dienste beim Durst löschen; vielfach verfügen sie über eine heilende Wirkung. Sie können beleben, beruhigen, entschlacken, Appetit anregen oder zügeln. Vor allem aber gelten sie als gesunde, wohlschmeckende Drinks, die, sofern sie nicht gezuckert sind, jederzeit bedenkenlos genossen werden können.


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