Die richtige Zubereitung des Tees

Teebeutel in die Tasse geben, mit sprudelndem Wasser übergiessen, etwas Zucker und Milch dazu und fertig ist das Morgengetränk. Zugegeben, so ist der Tee schnell und unkompliziert zubereitet. Doch für den vollendeten Teegenuss braucht’s ein bisschen mehr. Erfahren Sie hier das Wichtigste über die Kunst der Teezubereitung.

Eine längere Ziehzeit intensiviert den Geschmack des TeesEine längere Ziehzeit intensiviert den Geschmack des Tees (Foto by: tankist276 / Depositphotos)

Verschiedene Methoden der Zubereitung

Es gibt starke regionale Unterschiede zur Zubereitung der Tees. Kultur, gesellschaftliche Traditionen, verfügbare Formen von Tee, klimatische Bedingungen sowie geschmackliche Vorlieben der Bevölkerung beeinflussen die Teezubereitung stark. Während bei uns der Tee meist schnell mal zwischendurch konsumiert wird, besteht der Teekonsum andernorts aus einem gesellschaftlichen Ritual, zudem man vor allem viel Zeit benötigt. Im südlichen Europa machen sich die orientalischen Einflüsse stark bemerkbar, während in Mitteleuropa die englische Art der Zubereitung gängig ist.

Doch ein paar generelle Tatsachen gelten für alle Zubereitungsmethoden:

  • Der Geschmack des Tees wird stärker, je mehr Teeblätter man verwendet.
  • Eine längere Ziehzeit intensiviert den Geschmack des Tees.
  • Lagert ein Tee zu lange, verschlechtert sich seine Qualität.
  • Die Ziehdauer vermindert sich, je heisser das Wasser ist, das man verwendet.
  • Grüne und weisse Tees vertragen es nicht, mit kochendem Wasser übergossen zu werden.

Dosierung

Die ideale Menge, die man für einen ausgewogenen Tee verwendet, ist von verschiedenen Faktoren abhängig: Teesorte, Erntejahr und das verwendete Wasser lassen die richtige Menge stark variieren. Grundsätzlich kann man von einem Teelöffel Schwarztee pro Tasse ausgehen oder von etwa zwei Gramm Blättern. Je nach Vorliebe kann man die Menge reduzieren oder erhöhen und die Ziehdauer ändern, um die gewünschte Intensität zu erreichen.

Wasserqualität

Das verwendete Wasser hat einen grossen Einfluss auf die Qualität des Schweiz kann zwar für die Herstellung von Tee verwendet werden. Doch sollte man es in jedem Fall zuerst mit einem Wasserfilter aufbereiten.

Kochendes Wasser oder nicht?

Wie bereits erwähnt wird bei Teebeuteln das Wasser meist im Teekocher aufgeheizt, bis es sprudelt und dann sofort über den Beutel gegossen. Doch verwenden Sie hochwertigen Tee, kann das seiner Klasse stark zusetzen. Zwar sollte das Wasser zunächst aufgekocht werden, danach sollte man es jedoch auf die richtige Temperatur abkühlen lassen. Erkundigen Sie sich beim Kauf eines Tees im Teeladen nach der idealen Wassertemperatur.

Manchmal steht diese auch auf der Verpackung. Nun müssen Sie aber nicht gleich mit dem Thermometer zu hantieren beginnen; es reicht, wenn Sie sich an folgende Richtlinien für eine Wassermenge von eineinhalb Litern erinnern. Die Wassertemperatur unmittelbar nach dem Kochen beträgt ungefähr 95 Grad Celsius. Schwarztee kann man mit kochendem Wasser übergiessen. Wartet man nach dem Kochen eine Minute, kühlt sich das Wasser auf etwa 80 Grad ab, nach drei bis vier Minuten sind es bereits nur noch 70 Grad. Zur Zubereitung von Grüntee und weissem Tee sind diese Temperaturen ideal. Wartet man 9 Minuten, beträgt die Temperatur noch rund 60 Grad – perfekt für japanische Grüntees.

Tee bleibt gut heiss in der TeekanneTee bleibt gut heiss in der Teekanne (Foto by: vladi79/ Depositphotos)

Ziehdauer

Zur Frage, wie lange der Tee ziehen soll, gibt es keine allgemeingültigen Regeln. Das ist einerseits abhängig von der Teesorte und andererseits von den individuellen Vorlieben des Teegeniessers. Mag man eine Teesorte kräftiger, lässt man den Tee länger ziehen. Bei anderen Sorten bevorzugt man es milder. Also entfernt man die Blätter früher. Man muss deshalb bei jedem Tee individuell ausloten, wie er am besten mundet. Die Aussage, wonach ein während dreier Minuten gezogener Tee belebend und ein „5-Minuten-Tee“ beruhigend wirkt, stimmt allerdings nicht. Je länger ein Tee zieht, umso mehr nimmt der Anteil an Koffein ab, weil es sich mit der Zeit in eine wasserunlösliche Form umwandelt. Das heisst, dass der Tee einfach nicht belebend wirkt. Was aber nicht bedeutet, dass er nun eine beruhigende Wirkung entfaltet.

Zubereitungsvarianten

Teekenner empfehlen, den Tee möglichst pur zu trinken, um auf die Kosten des vollen Geschmackserlebnisses zu kommen. Doch die Vorlieben sind auch hier sehr unterschiedlich. Ein paar Tropfen Milch und Zucker nach englischer Art sind in weiten Teilen Europas gang und gäbe. Die Zugabe von Zitrone stammt ursprünglich aus der russischen Teekultur und ist bei uns ebenfalls beliebt − nicht nur zum Fondue! In Tibet wird dem Tee Butter beigemischt, in Georgien beispielsweise Konfitüre oder Früchte, die in Sirup eingelegt wurden. Im indischen Chai werden nebst Milch und Zucker zahlreiche Gewürze verwendet, was dem Tee eine sehr exotische Note verleiht.

Aufbewahrung der Tees

Tee ist ein kostbares Getränk, das bei falscher Lagerung sehr viel von seiner Güte einbüsst. Nicht nur, dass Teeblätter sehr leicht Fremdaromen aufnehmen, sie verlieren viel von ihrer Frische, wenn sie nicht fachmännisch aufbewahrt werden. Tee sollte deshalb in dunklen, trockenen und gut verschliessbaren Dosen aufbewahrt werden. Stellen Sie die Dosen nicht in die Nähe von oder stark duftenden Gewürzen. Die gleiche Dose sollte nicht für unterschiedliche Teesorten verwendet werden. Da selbst getrockneter Tee nicht ewig hält, ist es empfehlenswert, jeweils nur so viel Tee einzukaufen, wie man in zwei, drei Monaten verbrauchen kann.


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