Mischkultur

Sicher sind sie euch auch schon aufgefallen, die kunterbunten Beete, in den alles üppig, aber scheinbar wahllos durcheinander wächst: Blumen, Gemüse, Obst. Das vermeintliche Chaos ist jedoch meist gewollt und gut durchdacht. Es handelt sich um Mischkultur. Was das ist, wie es funktioniert und wie man vorgeht, erfährt ihr hier.

Mischkultur-BeetPflanzen begünstigen sich oft gegenseitig und fördern das Wachstum. (Foto by: ellenamani/ Depositphotos)

Was versteht man unter Mischkultur

Bei der Mischkultur setzt man Gemüse und Obst mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Eigenschaften gemeinsam so ins Beet, dass sie sich gegenseitig begünstigen. Je enger man die Mischkulturpartner zusammenpflanzt, desto stärker fällt die begünstigende Wirkung ins Gewicht.

In der Mischkultur muss man sich nicht aufs Anpflanzen von Gemüse und Obst beschränken. Denn zwischen Rüebli, Salat & Co. lassen sich auch Blumen setzen. Das wertet das Beet optisch auf, zudem wird die Erde durch die Blumenwurzeln zusätzlich gelockert. Darüber hinaus lockt ein mit Blumen bestücktes Beet Bienen und andere Insekten an.

Blumen, die sich besonders für die Mischkultur im Gemüsebeet eignen sind:

  • Ringelblumen
  • Borretsch
  • Tagetes
  • Kapuzinerkresse

Die Vorteile der Mischkultur

  • Die Pflanzen begünstigen sich gegenseitig und fördern das Wachstum.
  • Sie bekämpfen gegenseitig Schädlinge. Beispielsweise halten Rüebli die Zwiebelfliege fern, während die Duftstoffe der Zwiebeln die Rüeblifliegen vertreibt.
  • Die unterschiedlichen Pflanzen benötigen unterschiedliche Nährstoffe aus verschiedenen Bodenschichten – so lockern sie den Boden und werten diesen auf.
  • Wechselnde Standorte der verschiedenen Gemüsesorten verhindern, dass der Boden zu stark ausgezehrt wird.
  • Gedeihen die Nachbarn wie gewünscht, wird das Beet weitgehend beschattet – der Boden trocknet so weniger aus. Zudem hat Unkraut hier kaum eine Chance.

Bei den Nachteilen gäbe es zu erwähnen, dass die Mischkultur durch die notwendige Planung komplizierter zu handhaben ist als die Monokultur. Zudem braucht es etwas Geduld und Erfahrung, bis man weiss, was zusammenpasst und an welchem Standort Gemüse und Obst am besten gedeihen.

Mischkulturtabelle-GKCHEntdeckt in dieser Tabelle, welche Gemüse- und Obstsorten sich begünstigen und welche nicht. (Foto by: GuteKueche.ch)

Mischkultur – gute Nachbarn, schlechte Nachbarn

In der nachstehenden Übersicht findet ihr die wichtigsten Gemüse mit den Angaben zu den geeigneten und weniger geeigneten Mischkulturpartnern.

Salat

Okay: Bohnen, Rhabarber, Lauch, Ringelblumen
Ungünstig: Peterli Sellerie, Kartoffeln

Tomaten

Okay: Salat, Kabis, Lauch, Bohnen, Peterli, Zwiebeln, Basilikum
Ungünstig: Gurken, Fenchel, Kartoffeln

Zucchetti

Okay: Bohnen, Zwiebeln
Ungünstig: Kürbis, Gurken

Radieschen

Okay: Salat, Rüebli, Bohnen, Kresse, Peterli, Spinat
Ungünstig: Gurken

Randen

Okay: Gurken, Knoblauch, Salat, Zucchetti
Ungünstig: Mangold, Aubergine, Lauch, Kartoffeln

Krautstiel

Okay: Rüebli, Kabis, Bohnen, Radieschen
Ungünstig: Randen, Spinat

Kartoffeln

Okay: Bohnen, Pfefferminze, Kohlrabi, Kapuzinerkresse
Ungünstig: Tomaten, Erbsen, Sellerie

Kürbis

Okay: Zwiebeln, Bohnen
Ungünstig: Gurken, Zucchetti

Die Liste ist selbstverständlich nicht abschliessend. Wer sich vertieft mit der Mischkultur auseinandersetzt, findet genaue Übersichten darüber, wer gerne mit wem im Beet liegt.

Anbauplan für Mischkultur im Gemüsebeet

Das A und O für die erfolgreiche Mischkultur bildet ein Anbauplan, den man am besten vor der neuen Gartensaison erstellt. Zu beachten gibt es Grundriss des Beetes, Windschutz, Nähe zu einer Hauswand, Sonneneinstrahlung und die Beschaffenheit des Bodens. Danach gilt es folgende Punkte festzulegen und in einem Plan festzuhalten:

  1. Welche Gemüse baue ich an.
  2. Unterteilen der Gemüse in Stark-, Mittel- und Schwachzehrer.
  3. Zuordnung in den Beeten. Starkzehrer sollten etwa drei Jahre nicht mehr an derselben Stelle gepflanzt werden.
  4. Zuordnen, welche der geplanten Gemüsesorten sich für die Mischkultur kombinieren lassen und die Standorte im Beet/in den Beeten einplanen.
  5. Vorbereiten der Beete: Starkzehrer erhalten eine Extraportion Kompost.
  6. Festlegen, was wann gesät werden soll und entsprechend einhalten, respektive ansäen.

Es empfiehlt sich, besondere Beobachtungen auf dem Anbauplan zu notieren. Dies bildet die Basis für den Anbauplan der kommenden Jahre – und hilft, aus allfälligen Fehlern zu lernen.

Mischkultur im Hochbeet

Das Hochbeet eignet sich für diese Form der Bepflanzung hervorragend – denn Mischkultur ist platzsparend. Da ihr die Pflanzen in der Mischkultur enger zusammensetzt, benötigt ihr weniger Fläche. Zudem könnt ihr den Standort für das Hochbeet einfacher festlegen als das Gemüsebeet im Garten.

Kleinere Hochbeete mit Rädern lassen sich je nach Sonneneinstrahlung auch verschieben. Ideal wäre jedoch, zwei Hochbeete zu bepflanzen oder aber Starkzehrer wie Kartoffeln in einem separaten Topf zu kultivieren.

Hier entdeckt ihr köstliche Rezepte mit Gemüse: Gemüse Rezepte.


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