Trennkost

Trennkost gilt als eine Diät, die sich grosser Beliebtheit erfreut. Denn sie verbietet mit wenigen Ausnahmen keine Lebensmittel. Wer sie befolgt, muss keine Kalorien zählen. Das Prinzip der Trennkost basiert auf der Kombination spezifischer Lebensmittel pro Mahlzeit.

TrennkostTrennkost (Foto by: decius / Depositphotos)

Hintergrund und Entstehung

Bei der Trennkost handelt es sich um eine Ernährungsform, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde. In der Trennkost besteht eine Mahlzeit jeweils entweder aus eiweisshaltigen oder aus kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln, nie jedoch aus beiden kombiniert. Hülsenfrüchte gehören nach dieser Vorgabe zu den wenigen Nahrungsmitteln, die nicht gegessen werden dürfen, weil sie sowohl Eiweisse als auch Kohlenhydrate beinhalten. Dieser Logik folgend müssten auch Kartoffeln, Vollkornprodukte oder Nüsse verboten werden. Der New Yorker Arzt William Howard Hay, der die Trennkost entwickelte, stellte sich auf den Standpunkt, dass alle Zivilisationskrankheiten ihre Ursache in der gemeinsamen Nahrungsaufnahme von Proteinen und Kohlenhydraten finden.

Er behauptete, dass der menschliche Organismus nicht beide Nährstoffe gleichzeitig verdauen könne – Gärungsprozesse im Dünndarm seien die Folge. Durch eine falsche Ernährung würde der Körper übersäuert und gerate der Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht. Hay entwickelte Ernährungsrichtlinien, die diesen ungewünschten Störungen im Körper entgegenwirken sollten: 80% der Ernährung müssen demnach basischer Natur sein (Obst, Gemüse, Vollkorn, Nüsse); die Säure bildenden Lebensmittel (Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Käse, raffinierte Mehle, Zucker) dürfen lediglich 20% betragen. Neutrale Nahrungsmittel wie Butter oder kalt gepresstes Öl können mit beiden Gruppen kombiniert werden.

Hay hat die Diät sozusagen im Selbstversuch entwickelt. Er litt an einer Schrumpfniere und an Übergewicht und bekam dank seiner Ernährungsmethode beide Probleme in den Griff. Deshalb übertrug er seine Theorie kurzerhand auf die Allgemeinheit.

Trennkost in der Praxis

Wie oben erwähnt, unterscheidet Hay drei Gruppen von Nahrungsmitteln:

  • Eiweissgruppe: Fleisch Fisch, Milch und Milchprodukte mit einem Fettanteil von unter 50%, Tofu, Eier
  • Kohlenhydratgruppe: Brot, Getreide, Pasta, Reis, Kartoffeln, Zucker, Bananen
  • Neutrale Gruppe: Salat und Gemüse, Avocado, Milchprodukte, deren Fettanteil mindestens 60% beträgt, Erdnüsse, Pilze

Die neutrale Gruppe kann frei mit den anderen beiden Gruppen kombiniert werden, nicht jedoch die Eiweiss- mit der Kohlenhydratgruppe. Die Mahlzeiten lassen sich mithilfe einer Tabelle zusammenstellen. Hay rät, Eiweiss am Mittag zu verzehren und morgens und abends Kohlenhydrate zu essen. Zwischen den Mahlzeiten sollten etwa vier Stunden liegen.

Kritik an der Trennkost

Fachleute sind sich einig, dass sich Hays Theorien nicht erhärten lassen. Fragwürdig erscheint vor allem die Trennung von Proteinen und Kohlenhydraten, zumal es zahlreiche Lebensmittel gibt, die beide Nährstoffe enthalten. Die Verdauung der beiden Nährstoffe bildet für den gesunden Darm keinerlei Probleme. Entscheidend für eine Gewichtsveränderung ist immer die Energiezufuhr. Zuviel aufgenommene Kalorien werden nicht weniger, indem man gewisse Nahrungsmittel nicht zusammen einnimmt!

Die strenge Einhaltung der Trennkost kann gar zu Vitamin- und Mineralstoffmangel führen. Es ist möglich, dass man dank Trennkost abnimmt. Denn zahlreiche üppige Gerichte können nicht mehr gegessen werden, beispielsweise Lasagne oder Pizza. Die Gewichtsabnahme kommt aber eher daher, dass man sich dank Trennkost bewusster ernährt und mehr Gemüse, Salate oder Obst und dafür weniger Kohlenhydrate konsumiert als sonst.


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