Ernährung bei Morbus Crohn

Bei Morbus Crohn und der verwandten Colitis ulcerosa handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung im Verdauungstrakt. Mit der richtigen Ernährung unterstützen die Morbus-Crohn-Patienten ihre Verdauungsorgane dabei, sich von den Strapazen zu erholen.

Am häufigsten sind der Dünn- und der Dickdarm betroffenMorbus Crohn: Am häufigsten sind der Dünn- und der Dickdarm betroffen (Foto by: SIphotography / Depositphotos)

Was ist Morbus Crohn?

Verursacht wird Morbus Crohn jeweils durch das körpereigene Immunsystem, indem dieses die gesunden Zellen des Verdauungstrakts angreift und so Entzündungen auslöst. Man bezeichnet Morbus Crohn deshalb als Autoimmunkrankheit. Der Verdauungstrakt beginnt im Mund und endet am After. Am häufigsten sind der Dünn- und der Dickdarm betroffen; aber auch Magen oder Speiseröhre können in Mitleidenschaft gezogen werden. Ist jeweils „lediglich“ der Dickdarm befallen, spricht man von Colitis ulcerosa. Bei beiden Krankheiten handelt es sich um chronische Beschwerden, deren Ursachen man nicht kennt und die bis heute als unheilbar gelten. Die Krankheit verläuft schubartig.

Wie äussert sich Morbus Crohn?

In einer aktiven Phase der Krankheit klagen MC-Patienten über starke Bauchkrämpfe und andauernden, häufigen Durchfall. Übelkeit, Erbrechen, Blut im Stuhl und Gewichtsverlust sind weitere Symptome. Ist die Speiseröhre befallen, kommt Atemnot hinzu. Als Komplikationen können Gelenksentzündungen, Abszesse, Fisteln Hautausschläge und Bindehautentzündungen auftreten. Da die Krankheit schubartig verläuft, gibt es für MC-Patienten auch immer wieder Phasen der Ruhe (Remissionsphasen), in denen sie nahezu beschwerdefrei leben.

Die Länge der Schübe ist individuell verschieden. Eine wesentliche Rolle spielt dabei, welche Medikationen angewendet werden und wie der Patient darauf anspricht. Weihrauchtabletten, Darmbakterien-Kapseln, Omega-3-Kapseln, Cortison, Remicade-Infusionen oder gar eine künstliche Ernährung können einzeln oder in Kombination zum Stoppen der Schübe eingesetzt werden.

Ernährung bei Morbus Crohn

Es gibt keine sinnvolle Nahrungsempfehlung für die akute Krankheitsphase. Denn dann wehrt sich der Körper gegen alles, was er eigentlich verarbeiten müsste. In schwerwiegenden Fällen wird deshalb die künstliche Ernährung in Betracht gezogen, die meistens mit einem Spitalaufenthalt verbunden ist. Das hat den Vorteil, dass Magen und Darm sich erholen können, der Patient aber trotzdem mit den wichtigsten Nährstoffen versorgt wird. Wer nicht künstlich ernährt wird, sollte versuchen, mit Bouillon, Reis und eventuell Nahrungsergänzungsmitteln über die Runden zu kommen.

Durch den häufigen Durchfall gerät der Wasserhaushalt im Körper aus dem Gleichgewicht. Deshalb ist es sehr wichtig, so viel wie möglich zu trinken. Klingt der Krankheitsschub ab, wählt man am besten leichte Vollkost, um Magen und Darm wieder aufzubauen. Leicht bekömmliche Gemüse wie Rüebli, Blumenkohl, Spinat oder Zucchetti sowie Brot, Pasta und geraffelte Äpfel können dann ebenfalls wieder gegessen werden. In der Remissionsphase, wo kaum oder keine Beschwerden auftreten, empfiehlt sich eine vollwertige Mischkost. Wer sich an die Grundsätze der Ernährungspyramide hält, kann sicher sein, dass er sich auch mit Morbus Crohn richtig ernährt.


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