Löwenzahn

Wer liebt es nicht, wenn im Frühjahr der blühende Löwenzahn die sattgrünen Wiesen mit leuchtendem Gelb überzieht? Findet man Löwenzahn jedoch im heimischen Rasen, will keine rechte Freude an den Pusteblumen aufkommen. Wir wollen an dieser Stelle für die zu Unrecht als Unkraut gebrandmarkte Pflanze eine Lanze brechen.

Ernten Sie Löwenzahn noch vor der Blüte, und zwar zwischen März und MaiErnten Sie Löwenzahn noch vor der Blüte, und zwar zwischen März und Mai (Foto by: belchonock / Depositphotos)

Anbau

Einverstanden, im englischen Rasen macht sich Löwenzahn nicht sehr gut. Wegen seiner tiefen Pfahlwurzel, die sich über einen Meter tief in den Boden graben kann, kann man ihn kaum vollständig entfernen. Kommt hinzu, dass er sich wegen seiner federleichten Samen grossflächig verbreitet. Das heisst: Hat er sich einmal in Ihrem Rasen etabliert, bleibt er Ihnen vermutlich erhalten.

Doch in ein Gemüse- oder Kräuterbeet passt er grundsätzlich hervorragend, denn vom Löwenzahn lässt sich von der Wurzel bis zur Blüte alles verwenden. Wenn Sie ihn also als Nutzpflanze kultivieren wollen, beachten Sie, dass der Löwenzahn in einem nährstoffreichen, lockeren und tiefgründigen Boden am besten gedeiht.

Sonnige bis halbschattige Lagen sind ideal. Sie können Löwenzahn im September oder während der Monate März, April und Mai aussäen. Setzen Sie das Saatgut etwa 1 cm tief in den Boden und drücken Sie die Samen leicht an. Danach sollten Sie sie gut einwässern.

Pflege, Düngen

Nun müssen Sie einfach nur den Boden gut feucht halten. Nach mehr Pflege verlangt der anspruchslose Löwenzahn nicht. Auch Düngergaben sind keine notwendig.

Ernte

Die jungen Blätter sind naturgemäss die zartesten – sie munden deshalb am besten. Ernten Sie sie also noch vor der Blüte, und zwar zwischen März und Mai. Blätter, die Sie während der einsetzenden Blüte oder gar danach pflücken, schmecken etwas bitter. Wer die Wurzeln verwenden will, sammelt diese im September.

Lagerung, Haltbarkeit

Löwenzahn, den Sie als Gemüse oder im Salat geniessen wollen, lässt sich nicht lange halten. Deshalb empfiehlt es sich, ihn erntefrisch zu verzehren.

Konservierung

Löwenzahn lässt sich auf zahlreiche Arten konservieren, je nach dem, welchen Teil der Pflanze man verwendet. Mit den Blättern können Sie beispielsweise ein nicht alltägliches Pesto zubereiten. Die Wurzeln bilden einen ausgezeichneten Kaffee-Ersatz. Dazu werden die Wurzeln gesäubert, getrocknet, in einer beschichteten Pfanne geröstet und anschliessend fein gemahlen. Wenn Sie die gemahlenen Wurzeln nun mit kochendem Wasser aufgiessen, erhalten Sie eine bekömmliche und erst noch koffeinfreie Alternative zum .

Die Blüten lassen sich zu Löwenzahnsirup oder zu Löwenzahnhonig verarbeiten. Letzterer ist gerade in der veganen Küche ein beliebter Ersatz für Bienenhonig. Sogar Löwenzahnlikör können Sie aus den Blüten herstellen. Sehr oft werden sowohl die Blätter als auch die Blüten getrocknet – und danach als gesundheitsfördernder Tee verwendet.

Die Knospen lassen sich wie Kapern in einen aromatischen Kräuteressig einlegen und so konservieren. Wussten Sie übrigens, dass man die Löwenzahnblüten auch verwenden kann, um Wolle gelb zu färben?

Verwendung in der Küche

Die jungen, delikaten Löwenzahnblätter eignen sich ganz hervorragend für verschiedene Salate. So können Sie einen schmackhaften Salat aus verschiedenen Wildkräutern zubereiten oder den Löwenzahn mit Äpfeln zu einem süsslich-pikanten Salat vereinen. Servieren Sie einmal hart gekochte oder verlorene Eier auf einem Löwenzahnbett und reichen dazu eine feine Kräuter-Senf-Sauce. Würzen Sie Ihre Salzkartoffeln im Frühling mit zarten, fein gehackten Löwenzahnblättern – eine echte Alternative zu Peterli oder Schnittlauch.

Die Blätter lassen sich wie Spinat mit etwas Butter und fein gehacktem Knoblauch andünsten. Selbst die Knospen können Sie kochen und als Gemüse zubereiten. Zur Zubereitung von Suppen eignet sich das Wildkraut ebenfalls. Mit den Blüten zaubert man übrigens hübsche Dekorationen auf einen Vorspeiseteller. Für grüne, belebende verwenden Sie nebst Kresse und anderen Wildkräutern Löwenzahn!

Als Naturheilmittel vollbringt der Löwenzahn wahre Wunder: So verbessert er das Hautbild, wirkt harntreibend, entschlackend, tonisierend und regt den Appetit an. Er kommt bei Rheuma und Wechseljahrbeschwerden zum Einsatz und lindert dank seiner Bitterstoffe zahlreiche Verdauungsbeschwerden. Sie sehen, Löwenzahn ist kein Unkraut, sondern vielmehr ein unkomplizierter Alleskönner.

Balkonanbau

Löwenzahn lässt sich auch auf dem Balkon ziehen. Da die Wurzeln sehr lang werden können, empfiehlt es sich aber, dafür einen etwas tieferen Topf zu wählen. Ab April können Sie ihn ansäen. Da der Löwenzahn bereits nach rund fünf Wochen erntereif ist, ist eine Aussaat bis tief in den Sommer hinein möglich. Spezielle Pflege benötigt der Löwenzahn auch auf dem Balkon nicht – ausser dass man ihn wie alle Topfpflanzen regelmässig wässern muss. Rezepte mit Löwenzahn


Bewertung: Ø 0,0 (0 Stimme)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Rosmarin

Rosmarin

Der immergrüne Rosmarin steht für die Mittelmeerküche schlechthin. Das sonnenhungrige, intensiv duftende Gewürzkraut erfreut sich auch bei uns grosser Beliebtheit.

WEITERLESEN...
Oregano

Oregano

Oregano wird gerne mit dem weit intensiver duftenden Majoran verwechselt. Fans von knusprigen Pizzen ist das Gewürz bestens bekannt!

WEITERLESEN...
Thymian

Thymian

Thymian ist einfach ein Muss! Das wohlriechende Kraut, das Sehnsüchte nach der betörenden Natur der Provence weckt, gehört in jeden Kräutergarten.

WEITERLESEN...
Salbei

Salbei

Der Salbei ist eine äusserst vielseitige Pflanze, die sowohl als wirkungsvolles Naturheilmittel als auch als aromatisches Küchenkraut oder als Zierstrauch eine gute Figur macht.

WEITERLESEN...

User Kommentare