Majoran

Beim Majoran handelt es sich um ein Gewürzkraut, das der Familie der Lippenblütler zugeordnet wird und ursprünglich aus der Region um Zypern und der Türkei stammt. Bei unseren deutschen Nachbarn wird es häufig verwendet, um Würste zu würzen. Das hat ihm unter anderem den Namen Wurstkraut eingetragen.

Majoran benötigt einen vollsonnigen Standort sowie Wärme, um sein volles Aroma zu entfalten.Majoran benötigt einen vollsonnigen Standort sowie Wärme, um sein volles Aroma zu entfalten. (Foto by: sasimoto / Depositphotos)

Anbau

Majoran benötigt einen vollsonnigen Standort sowie Wärme, um sein volles Aroma zu entfalten. Steht er im Halbschatten, muss man in Kauf nehmen, dass seine Blätter weniger intensiv duften als solche, die den ganzen Tag über von der Sonne beschienen werden. In seiner Herkunftsregion gedeiht der Majoran in kargen Böden. Er mag auch hier ein lockeres, durchlässiges und humusreiches Erdreich, das eventuell mit etwas Sand vermischt wurde. Majoran ist selbstunverträglich.

Er sollte also während rund vier Jahren nicht mehr an demselben Standort angepflanzt werden. Bei uns im Handel finden Sie in der Regel Zuchtmajoran, der aromatischer ist, als der wilde Majoran. Diese Sorte Majoran ist einjährig. Es empfiehlt sich, im Gartencenter eine Jungpflanze zu erstehen und diese Ende Mai ins Freibeet zu setzen.

Vom Ansäen ist eher abzusehen. Denn man rechne: Sie können die Pflanze erst Ende Mai ins Freiland setzen, danach benötigt sie rund drei Monate zum Heranwachsen. Auf diese Weise stünde Ihnen nur während einer sehr kurzen Zeit frischer Majoran zur Verfügung. Wilder Majoran hingegen ist mehrjährig und übersteht frostige Temperaturen von bis zu - 20 Grad.

Pflege, Düngen

Vollsonniger Standort vorausgesetzt, verlangt Majoran nach keinen speziellen Pflegemassnahmen. Wässern Sie ihn nur mässig und vermeiden Sie auf jeden Fall Staunässe. Dünger ist nicht notwendig; ab und zu eine kleine Gabe reifen Kompost wird er dennoch zu schätzen wissen.

Durch regelmässiges Jäten vermeiden Sie, dass er von aufdringlichem Unkraut bedrängt wird. Steht in Ihrem Garten ein wilder Majoran, sollten Sie diesen im Spätsommer zurückschneiden. Wenn sich die Vorboten des Winters in Form von leichten Nachtfrösten ankünden, empfiehlt es sich, ihn im ersten Jahr zum Schutz vor Kälte abzudecken.

Ernte

Für Majoran, den Sie frisch verwenden wollen, zupfen Sie lediglich die Blättchen, die Sie benötigen, vom Strauch ab. Da Majoran sehr intensiv duftet, braucht’s meist nicht viel davon. Wenn Sie ihn jedoch trocknen wollen, schneiden ganze Zweige ab. Es gibt Gartenratgeber, die empfehlen, nach der Blüte keinen Majoran mehr zu ernten.

Der Grund dafür ist nicht, dass das Kraut nun nicht mehr geniessbar wäre, sondern weil das Aroma nach der Blüte scheinbar nachlässt. Doch dem können Sie locker entgegenwirken, indem Sie einfach einige Blätter mehr ins Gericht streuen.

Lagerung, Haltbarkeit

Wie die meisten Kräuter kann man auch frischen Majoran nicht ewig lagern. In einem Frischhaltesack können Sie ihn während einiger Tage im Kühlschrank aufbewahren. Danach sollte er verzehrt werden.

Konservierung

Majoran können Sie einfrieren und vor allem trocknen. In getrocknetem Zustand wird sein Aroma noch intensiver. Binden Sie die Stängel zu Bündeln zusammen und hängen Sie sie mit dem Kopf nach unten auf. Wenn das Gewürzkraut gut getrocknet ist, können Sie es von den Stielen schütteln. In einer dunklen Büchse lässt sich getrockneter Majoran mehrere Jahre aufbewahren. Ausserdem können Sie aus Majoran aromatisches Kräuteröl oder mit Majoran gewürzten Essig herstellen.

Verwendung in der Küche

Majoran ist nicht nur ein hervorragendes Gewürzkraut. In der Naturheilkunde werden ihm zahlreiche heilende Eigenschaften nachgesagt. Äusserlich angewendet unterstützt es die Wundheilung, lindert Juckreiz und kommt bei Krampfadern zum Einsatz. Als Tee oder Tinktur eingenommen löst es Migräne, hilft bei Schlaflosigkeit, Rheuma und vor allem bei Verdauungsstörungen oder Blähungen.

Zudem soll Majoran den Körper bei der Verdauung von Fett unterstützen. Deshalb kommt es wohl nicht von Ungefähr, dass Majoran vor allem in richtig währschaften, schwer verdaulichen Gerichten verwendet wird. Wie gesagt, unsere nördlichen Nachbarn setzen ihn ein, um ihre zalhreichen Würste zu würzen.

Bei uns aromatisiert man mit Majoran Fleischeintöpfe, Hackplätzli, Braten und Schmorgerichte. Er passt aber auch zu Bratkartoffeln, Eintöpfen aus Hülsenfrüchten, in Saucen, Suppen oder auf der Pizza. Eine fein gewürzte Majoranbutter passt hervorragend zum sommerlichen Grillschmaus.

Balkonanbau

Für Majoransträucher, die im Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse stehen, gilt dasselbe wie für jene im Freibeet: Der sonnige Standort ist die wichtigste Voraussetzung für ihr Gedeihen. Verwenden Sie gute Blumenerde, die Sie mit etwas Sand vermischen. Giessen Sie den Majoran nur mässig und vermeiden Sie auf jeden Fall Staunässe. Düngergaben sind keine notwendig.


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