Apfelsaft selber machen

Wenn die Apfelernte besonders üppig ausfällt, stehen wir vor der Herausforderung, die Äpfel sinnvoll zu verwerten. Die Lösung: Apfelsaft selber machen – eine tolle Alternative zum Trocknen oder zu Kompott. Hier lest ihr, wie ihr dabei vorgeht.

Apfelsaft kann mit dem Entsafter einfach selbst hergestellt werdenApfelsaft kann mit dem Entsafter einfach selbst hergestellt werden (Foto by: Boarding2Now / Depositphotos)

Wenn wir Apfelsaft selber herstellen, verwerten wir dabei nicht nur beträchtliche Menge von Äpfeln. Wir können so auch weniger schöne Exemplare, die wir vielleicht nicht essen würden, sinnvoll verwenden.

Apfelsaft naturtrüb – was bedeutet das?

Es ist simpel: Wenn ihr den Saft gepresst habt, habt ihr naturtrüben Apfelsaft, der noch kleine Stücke von Fruchtfleisch enthält. Da im Saft noch Schwebestoffe enthalten sind, wirkt er undurchsichtig – oder eben trüb. Die Schwebeteilchen setzen sich mit der Zeit am Flaschenboden ab. Deshalb ist es wichtig, dass ihr naturtrüben Apfelsaft vor dem Trinken gut schüttelt. Für klaren Apfelsaft wird im Gegensatz zum naturtrüben Saft Apfelkonzentrat verwendet.

Apfelsaft selber machen mit Entsafter

Glücklich, wer einen Entsafter im Haushalt stehen hat – denn damit geht das Apfelsaft Pressen besonders effizient.

Für 1 Liter Apfelsaft braucht’s 2-3 Kilo Äpfel.

Folgende Utensilien solltet ihr zur Hand haben:

  • Entsafter

  • Auffangtopf

  • Flaschen

  • Passiertuch

  • Schöpfkelle

  • hohe Pfanne

  • Messer

  • Kochthermometer

  • Trichter

Schritt für Schritt selber Apfelsaft herstellen:

  • Zum Aufbewahren des Safts benötigt ihr sterile Flaschen. Die Sterilisation könnt ihr beispielsweise bewerkstelligen, indem ihr sie bei 140° Ober- und Unterhitze eine Viertelstunde in den Backofen legt. Lasst die Flaschen im Ofen liegen, bis ihr den Saft abfüllt. Die Deckel (oder Gummiringe) könnt ihr in heissem Wasser auskochen und trocknen lassen.

  • Wäscht die Äpfel gründlich. Schneidet wurmstichige oder faule Stellen grosszügig weg. Schneidet die Äpfel in Stücke. Entfernt das Gehäuse und die Stiele. Es gibt Entsafter, die sind in der Lage, ganze Äpfel inklusive Kerne und Stiele zu verarbeiten. Dann erübrigt sich dieser Arbeitsschritt. Gebt die Äpfel in den Entsafter.

  • Stellt den Auffangtopf unter den Entsafter und legt das Passiertuch darüber. Startet nun mit dem Pressen zunächst auf der niedrigsten, danach auf der höchsten Stufe des Geräts. Vergesst nicht, die Geschwindigkeit anzupassen, wenn ihr neue Äpfel nachschiebt. Habt ihr alle Äpfel entsaftet, wringt ihr das Passiertuch gut aus.

  • Nun geht’s ans Apfelsaft Pasteurisieren: Lehrt ihr die Flüssigkeit im Topf in eine Pfanne um und erhitzt den Saft während fünf Minuten auf 85°. Kontrolliert die Temperatur mit dem Thermometer. Schöpft den Schaum, der beim Apfelsaft Einkochen entsteht, mit der Schöpfkelle ab. Nach fünf Minuten Herdplatte ausschalten.

  • Stellt die Flaschen vor dem Befüllen in heisses Wasser, damit sie nicht bersten.

  • Füllt den erhitzten Apfelsaft in die Flaschen. Dabei unbedingt den Trichter verwenden, damit ihr die Flaschenöffnung nicht verschmutzt.

  • Flaschen gut verschliessen und auskühlen lassen. Danach beschriften.

Trocken und dunkel aufbewahrt könnt ihr euren pasteurisierten, naturtrüben Apfelsaft problemlos ein bis zwei Jahre lagern.

Most, Sure Most, Apfelwein

Apfelwein, der Apfelwein, der "Most" ist gegärter Apfelsaft mit einem Alkoholgehalt zwischen 5 und 7 Volumenprozent (Foto by: olegkrugllyak / Depositphotos)

Ähnlich dem Sauser können wir auch Apfelsaft zu einem prickelnden leicht alkoholhaltigen Getränk vergären lassen und daraus Sure Most zaubern. Sure Most oder kurz Most bezeichnet gefilterten oder ungefilterten Apfelwein, dessen Alkoholgehalt zwischen 5 und 7 Volumenprozent erreichen kann.

Wichtigste Schritte zur Apfelweinherstellung:

  • Nehmt frische, unversehrte Äpfel und verwendet unterschiedliche Sorten. Säuerliche, saftige Äpfel eignen sich besonders. Sie sorgen für ein ausgewogenes Aroma.

  • Vermahlt die Äpfel zu einer Maische (Apfelbrei), aus der ihr den Saft abpresst.

  • Wichtig ist, dass ihr nun mithilfe eines Acidometers (erhältlich in Keltereibedarfsläden) den Säuregehalt feststellt, denn das entscheidet über die Zugabe der Hefe im nächsten Arbeitsschritt. Reifegrad und Zusammensetzung der Äpfel können den Säuregehalt von Jahr zu Jahr verändern. Beim Most sollte er zwischen 7 und 8 Promille (g/l – Angabe des Ethanolwerts im Vollblut) liegen. Keinesfalls sollte der Wert unter 5-6 g/l fallen, ansonsten man dem Most Zitronensäure beifügen müsste.

  • Gebt den Apfelsaft in den zuvor mit klarem Wasser gründlich gereinigten Gärbehälter. Lasst dabei etwa 10% Freiraum, damit der beim Gärungsprozess entstehende Schaum genügend Platz hat.

  • Nun werden Hefe und Hefenährsalz beigemischt. Danach wird der Gärtopf mit dem Gärspund (Gäraufsetzer; Getränkeschützer) zugedeckt.

  • Damit keine Luft den gärenden Inhalt verunreinigt, sollte der Gärspund bis zur Markierung mit Schnaps gefüllt werden. Nun kann der Gärprozess beginnen.

  • Nach zwei bis drei Monaten sollte der Apfelsaft fertig vergärt sein. Ihr könnt den Wein nun einfach weitere zwei Monate im Fass lassen, sodass ihr im Frühjahr einen süffigen Apfelwein geniessen könnt, der auch ohne Zuckerzusatz eine angenehme Süsse aufweist. Wer es säuerlicher mag, unterbricht den Prozess schon früher. Beachtet, dass die Dauer der Gärung den Alkoholgehalt beeinflusst.

Rezepte mit Apfelsaft

Übrigens, Apfelsaft eignet sich nicht nur als gesunder Durstlöscher – ihr könnt ihn auch in Gerichten und Gebäck wie Apfelkuchen verwenden. Versucht doch mal unsere Apfelsaftcreme Rezept oder die frischen Apfelsaft-Joghurt-Muffins.

Natürlich passt Apfelsaft in Mixgetränke wie der warme Apfelpunsch mit Schwarztee oder in gesunde Smoothies. Hier gibt es Ideen für Cocktails mit Apfelsaft.


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