Heidelbeeren

Bei den Heidelbeeren, hierzulande auch Heubeeri genannt, handelt es sich um ein Heidekrautgewächs. Wer schon in Skandinavien, Kanada oder im Norden der USA durch die menschenleeren Wälder gestreift ist, hat sich bestimmt mit Genuss die wild wachsenden Blaubeeren einverleibt. Als Kulturpflanze kann man sie auch im eigenen Garten ziehen.

Der Boden, in den Sie die Heidelbeeren einpflanzen, sollte frei von Kalk und humusreich seinDer Boden, in den Sie die Heidelbeeren einpflanzen, sollte frei von Kalk und humusreich sein (Foto by: marrakeshh/ Depositphotos)

Planung

Ob Sie denn mit Ihren Kulturheidelbeeren eine grosse Ernte einfahren werden, hängt nicht zuletzt vom richtigen Standort und dem idealen Boden ab. Obwohl die Heidelbeere in der Natur im Unterholz von lichten Moorwäldern gedeiht, mag sie als Kulturpflanze dennoch viel Sonne. Sie können die Staude deshalb nicht einfach in den schattigsten Winkel Ihres Gartens stellen.

Der Boden, in den Sie die Beeren einpflanzen wollen, sollte frei von Kalk, humusreich und sehr durchlässig sein. Eine gleichmässige Feuchte ist ebenfalls sehr wichtig. Damit Ihre Ernte noch ertragreicher ausfällt, empfehlen Experten, mindestens zwei Sträucher anzupflanzen.

Pflanzung, Anbau

Heidelbeeren können Sie das ganze Jahr über anpflanzen. Wer sie im Frühling einsetzt, entfernt am besten alle Blüten. So unterstützen Sie den Strauch in seinem Wachstum und verhindern, dass er, statt zu wachsen, die ganze Kraft für die Fruchtbildung aufwendet. Da sich die Heidelbeeren flach auf dem Boden ausbreiten, dürfen Sie die Pflanzen keinesfalls zu tief in den Boden einsetzen.

Mangelnde Sauerstoffzufuhr setzt den Wurzeln der Heidelbeeren sehr schnell zu. Die obere Kante des Erdballens darf beim Einsetzen noch etwa 4 cm herausragen. Heben Sie also das Pflanzloch nicht zu tief aus. Um eine Rohhumusdecke nachzubilden, bedecken Sie den Wurzelbereich mit Rindenmulch.

Die Erde können Sie zusätzlich mit einem Gemisch aus Sand und Rindenmulch, Laub- oder Rindenkompost vermischen, vor allem dann, wenn Ihr Boden lehmig und nährstoffreich sein sollte. Nach dem Einpflanzen gilt auch für die Heidelbeeren: gut einschwemmen!

Pflege, Düngen

Die genügende Wasserversorgung ist für das Gedeihen Ihrer Heidelbeeren ganz besonders wichtig. Spätestens, wenn die Blütezeit beginnt, müssen Sie sicherstellen, dass der Boden stets gleichmässig feucht ist.

Verwenden Sie zum Wässern nur kalkarmes Wasser. Sie können dazu Regenwasser in einer Tonne auffangen. Einen Verjüngungsschnitt braucht es bei den Heidelbeeren nur etwa alle fünf Jahre. Dabei werden alte Triebe kurz über dem Boden abgeschnitten; junge Triebe hingegen lässt man stehen. Das Wachstum neuer Triebe können sie zusätzlich anregen, wenn Sie beim Wässern dem Regenwasser schwefelsaures Ammoniak beigeben.

Ernte

Die Erntezeit der Heidelbeeren startet im Juni und kann bis in den Oktober reichen. Doch je länger man die Früchtchen an der Staude lässt, desto süsser werden sie. Reife Heidelbeeren erkennt man daran, dass sowohl die Frucht als auch der Stielansatz ein gleichmässiges Blau aufweisen. Da die Beeren nach und nach reifen, pflückt man immer nur die reifsten Exemplare.

Konservierung

Die überaus gesunden Heidelbeeren eignen sich hervorragend für den Tiefkühler. Gut verpackt verhelfen sie uns noch den ganzen Winter über zu einem zusätzlichen Vitaminkick. Natürlich können Sie Heidelbeeren auch zu Konfitüre oder Kompott einkochen. Eine besonders köstliche Konservierungsvariante ist die Zubereitung von Heidelbeergelee.

Lagerung

Heidelbeeren schmecken direkt vom Strauch in den Mund am besten. Vor allem eben dann, wenn man irgendwo im Yukon oder in Lappland unterwegs ist. Lagern lassen sich die kleinen Vitaminbomben aus Ihrem Garten jedoch nicht lange. Im Kühlschrank bleiben sie etwa eine Woche haltbar; bewahrt man sie ungekühlt auf, verkürzt sich die Lagerzeit auf maximal fünf Tage.

Verwendung in der Küche

Da die kleinen Früchtchen ganz grosse Mengen Vitamine liefern, passen Heidelbeeren hervorragend ins Birchermüesli. Ob man sie zu Heidelbeersaft oder Heidelbeer-Milchshakes verarbeitet, als Durstlöscher eignen sich die Beeren allemal. Besonders gluschtig sind Heidelbeeren mit Pancakes und Ahornsirup – eine uramerikanische Spezialität.

Wobei Sie die Beeren nicht zwangsläufig unter den Teig mischen müssen. Sie können sie auch einfach so zu den Pancakes reichen. Mit Heidelbeermuffins, Heidelbeerglace oder Heidelbeercrèmes beglücken Sie garantiert alle noch so verwöhnten Naschkatzen.

Köstliche Kuchen und Cakes gelingen Ihnen garantiert, wenn Sie eine Beerenmischung verwenden, beispielsweise Heidelbeeren, Brombeeren und Himbeeren.

Balkonanbau

Kulturheidelbeeren gedeihen auch in Kübeln hervorragend. Nicht nur liefern diese Pflanzen regelmässig eine üppige Ernte, sie sehen überdies hübsch und sehr dekorativ aus. Sie sind also eine echte Bereicherung, sowohl für Ihren Balkon als auch für Ihren Speisezettel.

Kulturheidelbeeren mögen einen sonnigen Standort, der zudem windgeschützt ist. Zum Düngen gibt’s im Fachhandel speziellen Heidelbeerdünger, notfalls können Sie aber auch Dünger für Rhododendren verwenden. Natürlich sollten Sie auch Ihre „Kübel-Heubeeri“ nur mit kalkarmem Wasser giessen und dazu aufgefangenes Regenwasser verwenden.

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