Slow Food

Slow Food ist der Gegenpol zu Fast Food! Dabei handelt es sich weniger um eine Ernährungsweise, denn um eine Lebensphilosophie. Es geht um Genuss, um Entschleunigung und um die Bekenntnis zu regionalen, ökologisch produzierten, reinen und oftmals selten gewordenen Lebensmitteln.

Slow Food mit SchneckeSlow Food mit Schnecke (Foto by: enigma / Depositphotos)

Was verbirgt sich hinter Slow Food?

Slow Food steht für eine grosse Bewegung, die als Verein organisiert ist. Sie wurde im Juli 1986 im piemontesischen Bra gegründet. Auslöser für diese Bewegung war die bevorstehende Eröffnung einer McDonald’s-Filiale im Herzen von Roms Altstadt, die zahlreiche aufgebrachte Protestierende auf den Plan rief. Als Gegenbewegung hat Gründer Carlo Petrini mit den „Freunden des Barolos“ den Verein Arcigola gegründet.

Im Dezember des gleichen Jahres entstand aus Arcigola bei einem Treffen in der Komischen Oper von Paris, zu dem sich Sympathisanten aus aller Welt einfanden, der Verein Slow Food. Ziel der Vereinigung ist die Anerkennung der lokalen Küche, die Verwendung von heimischen, lokal produzierten Produkten – und sie steht für authentische Nahrungsmittel. Slow Food ist mittlerweile als Marke geschützt. Das Logo, die Weinbergschnecke, symbolisiert passend zur Vereinsphilosophie die Langsamkeit.

Aktivitäten von Slow Food

Der Verein ist in verschiedenen Bereichen aktiv. Die Kernanliegen kreisen grosso modo um folgende Themen:

  • Genuss im Mittelpunkt; jeder Mensch hat Anrecht auf Genuss.
  • Um Qualität zu erlangen, benötigt es Zeit.
  • Voraussetzung für Genuss ist die sinnliche und ästhetische Qualität der Produkte, die man überdies ökologisch und regional produzieren sollte.
  • Über Geschmack darf man streiten; Geschmack beinhaltet historische, soziale und kulturelle Dimensionen.

Slow Food organisiert in verschiedenen Ländern Fachmessen zum Thema Nahrungsmittel und Genuss. Landwirte, Nahrungsmittelproduzenten, Spitzenköche und Geniesser können sich so direkt präsentieren und austauschen. Projekte zur Erhaltung der Artenvielfalt, wie beispielsweise von seltenen Nutztieren und uralten Getreidesorten, aber auch zum Beibehalten alter Verarbeitungsmethoden, gehören ebenfalls zu den Aktivitäten von Slow Food. Die Bewegung übernimmt politisches Lobbying in der Agrarpolitik, beim Umweltschutz oder gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel.

Aufklärungsarbeit leistet die Organisation beim Verbraucherschutz, zu Themen der Landwirtschaft, über die Risiken des Fast Foods oder zur Sensibilisierung der Konsumenten auf saisonale Produkte und regionale Spezialitäten. Slow Food hat auch die erste Universität für gastronomische Wissenschaften gegründet, welche sich in Pollenzo (Piemont) und in Colorna (Parma) befindet.

Arche des Geschmacks

Bei der Arche des Geschmacks handelt es sich um eine Art „Rettungsschiff“ für gefährdete Pflanzensorten, Nutztierrassen und Lebensmittel. Man will verhindern, dass mit solchen Kulturpflanzen oder Nutztieren ein Stück Esskultur oder das Wissen um die traditionelle Produktion verloren geht. Ein eigens verfasstes Manifest legt fest, welche Kriterien zu erfüllen sind, damit ein Produkt „Arche-Passagier“ werden kann. Unter anderem gelten folgende Voraussetzungen:

  • Der „Arche-Passagier“ ist in seiner Existenz bedroht.
  • Er weist eine einzigartige geschmackliche Qualität auf.
  • Er ist von historischer Bedeutung.
  • Er hilft, die nachhaltige Entwicklung einer Region zu sichern.
  • Die Tiere werden artgerecht gehalten.

Die Aufnahme in die Arche des Geschmacks unterstützt die Produzenten bei der Vermarktung und beim Absatz ihrer Produkte. Heute umfasst der Verein Slow Food 100'000 Mitglieder in 150 Ländern auf allen Kontinenten dieser Erde.


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