Urban Gardening

Schrebergarten war gestern. Angesagt ist heute das Urban Gardening, also das städtische Gärtnern. Wer keinen eigenen Garten, dafür aber einen grünen Daumen besitzt, kann damit seine Leidenschaft ausleben. In städtischen Hinterhöfen, auf Dachterrassen und Balkonen spriesst und gedeiht es mindestens so schön wie in den konventionellen Schrebergärten der Agglo! Zugleich verschönert Urban Gardening das Stadtbild ungemein.

Städtisches Gärtnern ist überall möglich: Auf Dachterrassen, am Balkon,...Städtisches Gärtnern ist überall möglich: Auf Dachterrassen, am Balkon,... (Foto by: jbryson / Depositphotos)

Ursprünglich eine Protestbewegung

Am Anfang stand das sogenannte Guerilla Gardening, eine Art ziviler Ungehorsam gegen zu stark verbauten Lebensraum. Um dem tristen Grau aus Beton mehr Grün entgegenzusetzen, wurden Brachflächen, Baumscheiben, ja sogar Schlaglöcher oft in Nacht und Nebelaktionen bepflanzt. Die Passanten freute das und die Behörden liessen die Aktivisten in aller Regel gewähren. Aus dieser Bewegung ist mit den Jahren das Urban Gardening entstanden, das die steigende Sehnsucht der Stadtbewohner nach mehr Grünfläche bis zu einem gewissen Grad befriedigt.

Was bedeutet Urban Gardening?

Längst ist aus dem Urban Gardening eine trendige Lebensart geworden, bei der mittlerweile jedoch das individuelle Tun im eigenen kleinen Reich im Vordergrund steht. Trotzdem findet man heute noch zahlreiche Gemeinschaftsgärten im Hinterhof von Überbauungen. Für gärtnernde Stadtbewohner bedeutet Urban Gardening, trotz städtischem Umfeld mit Händen in der Erde arbeiten zu können, verbunden mit der Sinnesfreude, selbst gezogene Lebensmittel zu geniessen. Sei es der engräumige Balkon, die ausladende Terrasse oder gar der sonnige Dachgarten: Jeder noch so kleine Freiraum inmitten unübersichtlicher Betonschluchten kann sinnvoll genutzt werden, um daraus eine kleine grüne Oase zu zaubern.

Auch in Wasserflaschen lassen sich Frühlingszwiebel ziehenAuch in Wasserflaschen lassen sich Frühlingszwiebel ziehen (Foto by: happymay / Depositphotos)

Alternative Pflanztöpfe

Die ungebremste Kreativität der urbanen Gärtner manifestiert sich nebst den ungewöhnlichen Pflanzplätzen nicht zuletzt in höchst ausgefallenen Pflanztöpfen. Klar findet man handelsübliche Balkonkistli und Töpfe. Auch die Deko-Mulden, die man vielerorts sieht, oder die alte V-Zug-Wäscheschleuder zählen zu den eher profanen Pflanztöpfen. Ausgefallen wird’s beim Hochbeet, das sich ganz einfach in einer Europalette anlegen lässt.

Alte Badewannen sehen angepflanzt ungemein hip aus; ja sogar ein ausgedientes Einkaufswägeli entpuppt sich als famosen Hingucker. Urban Gardener mit schmalem Budget sind schon auf die Idee gekommen, Kräuter im Tetrapack zu ziehen: das perfekte Recycling für die alte Milchverpackung!

Wenn auch Sie ausgefallene Ideen für alternative Pflanztöpfe haben, vergessen Sie nicht, dass Staunässe Ihre gärtnerischen Bemühungen gänzlich zunichtemachen könnte. Löcher, aus denen das Wasser abfliessen kann, braucht es in jedem noch so originellen Pflanztopf!

Das eignet sich zum Anpflanzen

Grundsätzlich kann man alle kleinen Gemüse anpflanzen. Selbstverständlich eignen sich auch Kräuter ganz prima fürs städtische Pflanzbeet. Bei den Kohlräbli. Cherrytomaten gedeihen im Kübel prächtig, sofern sie an einer warmen, witterungsgeschützten Hauswand stehen können.

Dankbar sind auch alle Sorten von Blattsalaten. Sofern Ihr städtisches Gartenreich gut besonnt wird, dürfen Sie ruhig auch Aubergine oder Peperoni anbauen. Sogar Kartoffeln lassen sich im Kübel kultivieren, wenn man sie in Form eines Etagenbeets anlegt.

Pflege

Verwenden Sie für Ihre Kübel Universalerde, und zwar ohne Torf. Kübelpflanzen benötigen mehr Dünger als jene im Freibeet. Falls Sie Dünger verwenden, eignet sich Volldünger, der sowohl Stickstoff als auch Kalium und Phosphat enthält.

Dennoch: Es ist wichtig, dass Sie die Anweisungen auf der Verpackung genau lesen und befolgen, damit Sie mit Düngen nicht über das Ziel hinausschiessen. Topfpflanzen muss man recht häufig wässern. Ist es sonnig und heiss, benötigen sie durchaus zwei Mal täglich einen Schluck Wasser.

Bei kühlem, regnerischem Wetter drosseln Sie die Wassergaben. Um die Dringlichkeit des Giessens herauszufinden, stecken Sie den Finger in die Erde und kontrollieren Sie, ob sie auch unter der Oberfläche bereits trocken ist.

Staunässe sollten Sie aber auf jeden Fall vermeiden. Auch Topfpflanzen tut es gut, wenn man Mulch verwendet. Dazu eignen sich eigenhändig gesammelte, klein geschnittene Brennnesseln. Sollten Ihre Pflanzen von Mehltau befallen sein, schneiden Sie die befallenen Blätter ab und entsorgen sie im normalen Haushaltabfall.


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