Richtige Ernährung für Kinder

Die Ernährung der Kinder verändert sich mit dem Lebensalter. Doch es ist wichtig, bereits sehr früh die Weichen zu stellen, um die Kids an eine gesunde Ernährung zu gewöhnen. Eine grosse Herausforderung für Eltern. Wir haben versucht, einen übersichtlichen und hilfreichen Ratgeber zum Thema zusammenzustellen, der die wichtigsten Aspekte beleuchtet.

Ernährung für KinderEine ausgewogene Ernährung ist für Kinder besonders wichtig. (Foto by: oksun70 / Depositphotos)

«Iss den Teller leer, damit du gross und stark wirst!» Wie oft hören Kinder solche Sätze. Ja, die richtige Ernährung ist für die Entwicklung unserer Kids äusserst wichtig. Nur was heisst das? Sie richtet sich nach dem Alter der Kinder, ihren Aktivitäten und nicht zuletzt auch an ihren Vorlieben und Abneigungen. Dennoch gibt es ein paar allgemeingültige Regeln, an denen Eltern sich orientieren können.

Ausgewogene Ernährung

Die Ernährungspyramide, die grundsätzlich für Erwachsene entwickelt wurde, ist mit ein paar Anpassungen auch für Kinder gut:

  • Genügend Trinken ist wichtig – Wasser oder ungesüsster Tee.
  • Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag – kindergerecht zurechtgeschnitten, sodass sie einfacher davon naschen können.
  • Kohlenhydrate am besten in Form von Vollkornprodukten, Hülsenfrüchte, Reis oder Kartoffeln gehören täglich auf den Speiseplan.
  • Auf der vierten Stufe der Pyramide folgen Milchprodukte sowie andere Proteinlieferanten wie Eier, Fleisch, Fisch, Tofu. Wurstwaren sind ab und zu okay – sollten aber die Ausnahme bilden.
  • Nüsse dürfen schon ein bisschen grössere Kinder ebenfalls geniessen. Bei den Fetten ist es wichtig, dass es sich um hochwertige Öle handelt. Besonders geeignet ist beispielsweise Rapsöl.
  • An der Spitze der Pyramide kommen die Süssigkeiten, Salzsnacks und Limonaden.

Grundsätzlich ist es möglich, Kinder vegetarisch zu ernähren – wichtig ist jedoch, dass sie genügend Proteine in Form von Hülsenfrüchten, Tofu und Vollkorn zu sich nehmen. Von der veganen Ernährung ist für Kinder im Wachstum dringend abzuraten – mangelnde Vitamine könnten ihnen irreparable Schäden zufügen.

Zwischenmahlzeiten

Kinder bewegen sich viel, lernen jeden Tag dazu und verbrauchen eine Unmenge Energie. Deshalb ist es wichtig, dass sie mit Znüni und Zvieri ihre Energiespeicher aufladen können. Ideal sind:

  • Gemüsesticks aus Rüebli, Gurken, Peperoni oder Kohlräbli
  • Äpfel, Birnen, Trauben, Mandarinli, Aprikosen, Zwetschgen oder Heidelbeeren
  • Vollkorncracker, Knäckebrot, ungesüsste Mais- oder Reiswaffeln oder Vollkornbrot
  • Naturejoghurt mit Früchten
  • ein Glas Milch
  • ein bis zwei Mal pro Woche eine Kinderhand voll Nüsse
  • etwa ein Mal pro Woche eine Banane
  • zur Abwechslung, aber nicht zu häufig, getrocknete Früchte

Genau wie bei Erwachsenen ist es auch bei Kindern wichtig, dass sie genügend trinken, also auch zu den Zwischenmahlzeiten. Dazu eignen sich entweder «Hahnenburger» - natürlich geht stilles Mineralwasser auch – oder ungesüsster Kräutertee. Ein ungerades Mal ist es auch okay, den Kindern ein Glas verdünnter Fruchtsaft (Verhältnis 50:50) zu gönnen.

Verhaltensrichtlinien

Sicher ist es nicht immer ganz einfach umzusetzen – doch es zahlt sich aus, sich an gewisse Rituale und Richtlinien zu halten:

  • So oft wie möglich gemeinsam essen. Eine gute Atmosphäre schaffen und entspannt das gemeinsame Essen geniessen.
  • Eltern haben eine Vorbildfunktion. Wenn sie sich gesund und ausgewogen ernähren, geht das irgendwann einmal auf die Kinder über.
  • Regelmässige Essenszeiten einplanen.
  • Sich Zeit nehmen für das Essen.
  • Darauf achten, dass ihr abwechslungsreich und farbenfroh kocht – das wirkt appetitanregend und macht Spass.
  • Gerade mit älteren Kindern auch mal einen «cheat Day» einplanen, an dem man bewusst und mit Genuss geniesst, ohne auf die Nährwerte zu achten. Das aber so kommunizieren.
  • Kinder beim Kochen mithelfen lassen – eine selber zubereitete Mahlzeit macht stolz und schmeckt viel besser.

FamilienritualeGemeinsam Essen fördert das Ernährungsbewusstsein der Kinder. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Spass am Essen

Kindern ist es gelinde gesagt egal, ob das Essen gesund ist oder nicht. Sie wollen ihre Mahlzeit mit allen Sinnen spielerisch erfahren. Deshalb ist es wichtig, dass am Esstisch keine angespannte Stimmung herrscht und man sie einfach mal machen lässt.

  • Lasst den Fernseher aus und plaudert miteinander.
  • Zwingt die Kinder nicht zum Essen oder Ausessen.
  • Lasst die Kinder die Lebensmittel anfassen, spielerisch kennenlernen, daran riechen. Sie sollen all ihre Sinne einsetzen dürfen, um sich mit einem Lebensmittel vertraut zu machen.
  • Wenn die Zeit reicht, könnt ihr eure Kids zwischendurch mit fantasievoll gestaltetem Teller überraschen, beispielsweise mit einem Hasen- oder Eulengesicht aus Gemüse oder das Brot in einer speziellen Form.
  • Streitet nicht, wenn es etwas partout nicht essen will. Versucht es einfach ein paar Monate später wieder. Wichtig ist aber, dass den Kids dann nicht Alternativen angeboten werden. Sie können/sollen essen, was auf den Tisch kommt.
  • Fast Food oder Finger Food darf auch mal sein – und bereitet den Kindern Freude.

Süsses, Snacks, Belohnungen

Scheinbar ist es so, dass uns die Vorliebe für Süsses angeboren ist. Die Vorlieben für andere Geschmacksrichtungen trainieren wir uns an. Umso wichtiger ist, dass wir den bewussten Umgang mit Süssigkeiten trainieren. Belohnung mit Schokolade oder Bonbons sollten ein No-Go sein. Folgende Rationen pro Tag sind okay:

  • Eine Reihe Schokolade
  • oder 3 Guetzli wie Petits beurre
  • oder eine kleine Kugel Glace
  • oder 1 dl Süssgetränk (Most, Orangina, Eistee – aber kein Cola, denn es enthält Coffein)
  • Mag der Racker lieber salzige Snacks: statt den Süssigkeiten dürfen sie auch 20 g Pommes Chips, Salzsticks oder Erdnussflips geniessen.

Das grosse Stück Kuchen und Süssgetränke plus weitere Goodies sollten speziellen Anlässen wie Kindergeburtstagen, Ostern oder Weihnachten vorbehalten sein.

Köstliche Rezepte für Kinder:

Weitere tolle Kinderrezepte finden Sie in unseren Rezeptkategorien für Gesunde Kinderrezepte und im Artikel Backen von und mit Kindern.


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