Algen - das Meer auf dem Teller

Wer Seafood liebt, liebt auch Algen und ihren aromatischen Geschmack nach Salz und Meer. Mit dem Sushiboom haben die Algen ihren Siegeszug durch unsere Küchen angetreten. In Asien hingegen werden sie schon seit Jahrtausenden eingesetzt, und zwar nicht nur in der Küche, sondern auch in der Medizin.

Algen können vielseitig zubereitet werden: als Salat, in der Suppe oder als Würze in vielen RezeptenAlgen können vielseitig zubereitet werden: als Salat, in der Suppe oder als Würze in vielen Rezepten (Foto by: Valentyn_Volkov/ Depositphotos)

Algen als Nahrungsmittel

Alge ist eigentlich ein Oberbegriff wie Gemüse oder Obst. Rund 500'000 Arten soll es geben; 500 davon sind den Menschen bekannt und einen Bruchteil davon verwenden wir für die Nahrung. Hier eine kleine Übersicht mit den gängigsten Algensorten:

  • Nori

Nori fasst rund 30 unterschiedliche Grün- und Rotalgen zusammen. Sie werden meist zu Blättern gepresst und eignen sich für das Einwickeln von klassischem Sushi oder Tütensushi und als Gewürz.

  • Wakame

Hier handelt es sich um eine Braunalge, die in Japans, Chinas oder Koreas Gewässer wächst. Es können sowohl die Blätter als auch Teile der Wurzel genossen werden. In Japan kommt Wakame fast täglich auf den Tisch und wird häufig als Salat genossen, aber auch in Eintöpfen oder als Gemüse verwertet. Die saftige Wakamealge harmoniert besonders mit Gurken hervorragend.

  • Kombu

Braunalge, die vor Hokaido, der nördlichen Japaninsel, aber auch an der bretonischen Küste in klaren, kalten Gewässern gedeiht. Die leicht süssliche Kombualge weist eine weiche Textur auf und wird für Sushi aber auch gerne als Gewürz eingesetzt. Kombu kann gedämpft, sautiert oder frittiert werden. Beim Fischhändler könnt ihr frische Kombu aus Frankreich bestellen.

  • Dulse

Europäische Rotalge (Irland, Frankreich, Schottland, Norwegen). Hoher Vitamin-C- und Eiweissgehalt. Weiche Konsistenz, ist nach knapp zwei Minuten Einweichen genussbereit. Ideal als Zugabe im Salat, in Suppen oder im Omelettenteig.

  • Spirulina, Chlorella

Gedeihen sowohl in alkalihaltigen Salzseen als auch im Süsswasser. Es handelt sich um winzige Algen, die sich nicht als Essen zubereiten lassen. Deshalb werden sie als Nahrungsergänzung in Form von Pulver oder Dragees angeboten. Passen als Farbgeber und Gewürz in Smothies, Puddings oder selbst hergestellten Glaces.

  • Umibudo

Für Kenner und Fans der japanischen Küche – auch grüner Kaviar oder Meerestrauben genannt. Die Bläschen zerspringen im Mund, verbreiten ein angenehmes Meeraroma im Gaumen und verursachen ein Geräusch, das die Japaner „puchi-puchi“ nennen. Umibudo gilt als Superfood und wird in Japan gerne als Snack gereicht. Diese Spezialität ist kaum lagerfähig, deshalb ist sie ausserhalb Japan fast nicht erhältlich.

in der japanischen Küche sind Algen unverzichtbar, Noriblätter werden für Sushi verwendetin der japanischen Küche sind Algen unverzichtbar, Noriblätter werden für Sushi verwendet (Foto by: doble.dphoto/ Depositphotos)

Sind Algen gesund?

Grundsätzlich ja. Algen liefern zahlreiche Vitalstoffe, Protein, Vitamine A, C, E, B12 und Omega-3-Säuren sowie Jod. Algen gelten als nahezu fettfrei und kalorienarm; sie passen perfekt in die abwechslungsreiche Trendküche.

Doch auch wenn Algen zahlreiche wohltuende Wirkungen nachgesagt werden, gilt es, sich auch mit den etwas heikleren Eigenschaften zu befassen. Denn Algen filtern nicht nur gute Stoffe aus dem Wasser, sie binden auch problematische Substanzen.

Nicht umsonst werden Algen in der biologischen Wasserreinigung eingesetzt. So können sich in den Pflanzen Cadmium, Blei oder Quecksilber ansammeln.

Achtet beim Kauf also darauf, dass ihr Algen aus kontrollierter Herstellung berücksichtigt. Da getrocknete Algen viel Jod enthalten, könnte deren Genuss für Menschen mit Schilddrüsenproblemen ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Wirkung von Algen

In der traditionellen chinesischen Medizin  TCM werden Algen häufig erfolgreich eingesetzt. Sie wirken unterstützend beim Senken des Blutdrucks oder bei der Blutreinigung. Sie stärken die körpereigenen Abwehrkräfte und beeinflussen Magen und Darm positiv. Algen sollen helfen, das Krebsrisiko zu minimieren und die in der Krebstherapie oft massiven Nebenwirkungen zu lindern.

Noriblätter werden meist getrocknet angeboten und umwickeln den Reis für die Maki GerichteNoriblätter werden meist getrocknet angeboten und umwickeln den Reis für die Maki Gerichte (Foto by: AndreySt/ Depositphotos)

Algen kaufen

Hierzulande kaufen wir Algen fast immer in getrockneter Form. Ihr findet sie online oder im Asiashop. Als Nahrungsergänzungsmittel werden Algen auch in Bioläden, Reformhäusern oder sogar beim Grossverteiler angeboten. Nebst dem Wissen, dass die Algen tatsächlich aus sauberen Gewässern stammen, ist es wichtig, dass auf der Verpackung jeweils die genauen Inhaltsstoffe als auch der Jodgehalt angegeben werden.

Wie lange sind Algen haltbar?

Wenn ihr frische Algen ergattern könnt, müsst ihr diese sofort verarbeiten; sie lassen sich nicht aufbewahren. Die getrockneten Algen sind in einer Aufbewahrungsbox mehrere Monate haltbar.

Algen Rezepte

Habt ihr schon mal Sushi Rezepte selber hergestellt? Das macht Spass, denn dabei könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen. Sushi in Noriblätter gewickelt munden nicht nur exquisit – sie machen auch ästhetisch was her.

Serviert doch mal euer Thunfisch- oder Lachstartar in Noritütchen. Wer Suppen liebt, kürt die wärmende Misosuppe mit Tofu und Wakame sicher bald zu einem seiner Favoriten unter den Algenrezepten. Auch ein Wakamesalat schmeckt wunderbar und bringt Abwechslung auf den Teller. Doch Rezepte mit Algen müssen nicht immer asiatisch gefärbt sein.

Aus Frankreich kennen wir den aparten Meeressalat aus Grünalgen , die in küstennahen Gewässern oder in nährstoffhaltigem Brackwasser wunderbar gedeihen. Meeressalat wird vielfältig verwendet, beispielsweise zur Zubereitung von Fisch, gedämpft als Gemüse, in einer Marinade oder in Suppen.

Das Spirulina Pulver färbt Speisen grün oder blau, je nach der Kombination mit LebensmittelDas Spirulina Pulver färbt Speisen grün oder blau, je nach der Kombination mit Lebensmittel (Foto by: egal / Depositphotos)

Mit Spirulina lassen sich gesunde, erfrischend gefärbte Leckereien herstellen. Der dreifarbige  Chiapudding mit Spirulina sorgt auf jedem Dessertbuffet für einen extra Farbtupfer. Den raffiniert gewürzten  Schlumpf Latte werden bestimmt auch eure Kids lieben – und das nicht nur, weil er so cool aussieht.


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