Es kocht in den Bergen

Für zahlreiche Schweizer gehören die Sportferien zum unverrückbaren Bestandteil in der Jahresplanung. Wer sich nicht an der Fasnacht die Nächte um die Ohren schlägt, packt seine Siebensachen und zieht los in die Berge. Geniesst Bewegung, frische Alpenluft und das gesellige Beisammensein. Sonnenklar darf auch das Kulinarische nicht zu kurz kommen.

Schifahren macht hungrigSchifahren macht hungrig (Foto by: samot / Depositphotos)

Das Essen ist stets mitentscheidend, ob man sich gerne an seine Ferien zurückerinnert oder nicht. Grund genug also, sich mit den Spezialitäten aus den Bergen zu befassen. Bestimmt hat es Gerichte darunter, die man neu auf seinen Speisezettel nehmen könnte.

Futter für die Skifahrer

Einst fuhr man wie ein Besessener die Pisten hinunter, beseelt vom Wunsch, die teure Tageskarte möglichst schnell zu amortisieren. Alles andere interessierte nicht. Gemütliche Mittagspause? Fehlanzeige. Man verschlang möglichst schnell etwas Nahrung, um nach spätestens 15 Minuten erneut mit Verve über die Hänge zu flitzen.

Zahlreiche seelenlose Selbstbedienungsrestaurants, die auf happige Besucheranstürme ausgerichtet sind, stammen aus dieser Zeit.

Die Spezialitäten, die sie servieren, lassen sich allgemein in einer kurzen, verzagten Liste zusammenfassen:

Heute ist das anders.

Bediente Restaurants in den Skigebieten gibt’s immer mehr. Auch alte Gaden und Alpen werden zu Besenbeizen umfunktioniert, liebevoll dekoriert und zu urchigen Gaststuben hergerichtet. In der gemütlichen Stube werden nebst Fondue oder Raclette vom offenen Feuer einfache, mit Hingabe gekochte Gerichte angeboten: Gerstensuppe, Zigerhörnli, Älplermagronen, hausgemachte Käserösti, lokale Würste oder ofenfrischer, lauwarmer Apfelkuchen.

In diesen Hütten geht es oft hoch zu und her. Man sitzt an langen Tischen, feiert und singt, trinkt unzählige Kaffi Luz und noch mehr Weisswein. Unwichtig, ob die Tageskarte bereits herausgeschlagen wurde oder nicht.

Herzhaftes Essen ist auf der Hütte garantiertHerzhaftes Essen ist auf der Hütte garantiert (Foto by: Kzenon / Depositphotos)

Auch für Nichtskifahrer ist gesorgt

Immer zahlreicher werden jene Wintersportler, die sich für ihr Ferienglück keine Alpinskier anzuschnallen brauchen. Zahlreich sind die Alternativen: Schlitteln, langlaufen, curlen oder Schneeschuh laufen. Der Spaziergang in ein einsames, in sich versunkenes Seitental, der romantische Ausflug im Pferdeschlitten oder die Rast nach einer anstrengenden Langlaufrunde werden noch schöner, wenn am Ziel eine verwunschene Berghütte steht, die herzerwärmende Spezialitäten anbietet. Denn Schneeluft macht hungrig. 

Ob Capuns, Maluns, Heusuppe, Alpenpizza aus Kastanienmehl oder Süsses wie Apfelstrudel, Nusstorte und Sii, die Walliser Rotweincrème: Die Küche der Alpen hält unzählige Gaumenfreuden für uns bereit. Toll ist, dass man diese mittlerweile auch in heimeligen Hütten abseits der Touristenzentren erhält. Sodass es sich lohnt, den zuweilen einsamen Weg dorthin unter die Füsse zu nehmen.

Selten auf einer Karte, doch nicht minder gut

Im europäischen Alpenraum finden wir Rezepte für Köstlichkeiten, die man kaum im Angebot der Skihütten findet, die man aber zu Hause nachkochen könnte. Lohnen täte es sich allemal. Siedfleisch wird in verschiedenen Alpenregionen zubereitet: gesottenes Gamsfleisch in Österreich, Bollito misto in Italien oder Gsottus im Wallis.

Apropos Wallis: Kennen Sie Cholera, die umwerfende Gemüsepastete mit Äpfeln? Falls sie Ihnen im Wallis nirgendwo begegnet, sollten Sie den Kuchen unbedingt einmal selbst zubereiten.

Im Tessin und in den italienischen Alphütten serviert man gerne eine chüschtige Polenta mit Wurst vom offenen Feuer. Eine leider fast vergessene Spezialität ist die Bagna cauda aus dem Piemont, bei der man knackige Gemüsesticks in eine würzige Olivenöl-Sardellen-Knoblauch-Sauce tunkt. Es lohnt sich also, beim Ferienaufenthalt in den Alpen den Horizont in kulinarischer Hinsicht etwas zu öffnen. Denn man kann dabei viel Neues entdecken. Selbst in heimischen Gefilden!


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