Hagebutte – ein Geschenk der Natur

Zu den herbstlichen Highlights gehören Hagebutten, die uns auf unseren Streifzügen durch die Natur in sattem Rot entgegenprangen. Jetzt lohnt es sich, stets eine Tüte mitzutragen – die prallen Wildfrüchte wollen schliesslich gepflückt und verarbeitet werden.

Hagebutten sind die Früchte der Hunds- oder HeckenrosenHagebutten sind die Früchte der Hunds- oder Heckenrosen (Foto by: digiart1/ Depositphotos)

Hagebutten sind in der Schweiz weit verbreitet. Im Herbst – und wenn nicht gepflückt, den ganzen Winter über – leuchten sie in fröhlichem Rot von den bereits kahlen Büschen.

Es sind die Früchte der Hunds- oder Heckenrosen, die an Wegrändern und im Wald gedeihen. Es gibt auch Gärtner, die Hagebuttenbüsche bei sich im Garten kultivieren. Kein Wunder, denn die attraktiven Hagebutten sind wahre Vitaminbomben.

Wann sind Hagebutten reif?

Hagebutten sind in aller Regel im Herbst erntereif. Ihr erkennt die volle Reife an der prallen Farbe. Zudem geben die Beeren auf Druck leicht nach. Wichtig ist, dass ihr Hagebutten bei sonnigem, trockenen Wetter ablest – so ist ihr Vitamin-C-Gehalt am höchsten.

Wenn ihr die Beeren zu Mus, Gelee oder Konfitüre weiterverarbeitet, sind Oktober und November ideale Monate zum Pflücken. Hagebutten könnt ihr roh geniessen.

Dann wartet aber mit dem Ernten bis nach dem ersten Frost. Durch die tiefen Temperaturen werden sie weicher und intensiver im Geschmack. Wichtig ist, dass ihr auch beim Rohverzehr die Kerne und Haare im Innern entfernt. Denn diese können Juckreiz auslösen.

Das Hagebutten Ernten gestaltet sich als dornenvolle Angelegenheit. Deshalb tut ihr gut daran, Gartenhandschuhe dabeizuhaben, wenn ihr euch an die Arbeit macht.

Hagebuttentee hat ein fruchtiges rosiges AromaHagebuttentee hat ein fruchtiges rosiges Aroma (Foto by: joannawnuk / Depositphotos)

Hagebutten verarbeiten

Hagebuttenmark bildet die Basis für viele feine Hagebuttenrezepte. Für das Mark verwenden wir nur die Schale. Denn wie oben erwähnt, müssen Kerne und Haare entfernt werden.

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Beeren zu verarbeiten:

Entweder ihr schneidet sie entzwei und löst das Innere gut aus – eine Sisyphusarbeit.

Oder ihr kocht die Beeren in der gleichen Menge Wasser bei mittlerer Hitze circa 40 Minuten weich. Danach gebt ihr sie mitsamt Wasser durchs Passe-vite (den feinsten Siebeinsatz verwenden) – oder püriert sie mit dem Pürierstab.

Zum Schluss presst ihr die Masse durch ein Haarsieb. All das braucht etwas Zeit – aber die ist gut investiert. Was ihr nicht sofort weiterverarbeitet, friert ihr portionenweise ein.

Hagebutten in der Küche

Aus dem Mark kocht ihr beispielsweise Gelee oder Hagebuttenkonfitüre, die ihr entweder mit Quittenmus - ebenfalls eine herbstliche Köstlichkeit - vermischt oder mit Vanillemark, Ingwer und Orangensaft verfeinert.

In die pikante Küche gehört unser apartes Rezept für Hagebutten-Zwiebel-Sauce. Hagebuttensuppen sind bei den Bayern und unseren Nachbarn im Osten sehr beliebt.

Das könnt ihr aus Hagebutten ebenfalls herstellen:

  • Hagebuttenwein

  • Hagebuttenlikör

  • Hagebuttencocktails

  • Hagebuttenessig

  • Hagebuttenkernöl

Frische Hagebutten lassen sich nicht lange lagern und sollten so rasch wie möglich verarbeitet werden.

Getrocknete Hagebutten sind gute Basis für viele WinterteesGetrocknete Hagebutten sind gute Basis für viele Wintertees (Foto by: GekkoGallary/ Depositphotos)

Hagebutten trocknen

Ein bekannter Verwendungszweck für die Beeren ist Hagebuttentee.

Den könnt ihr selbst herstellen.

  • Schneidet dazu Stiel und Blütenansatz weg
  • Wascht die Beeren gut, halbiert sie und löst Kerne und Haare vollständig aus.
  • Lasst die Schalen bei Zimmertemperatur ein paar Tage vortrocknen.
  • Kehrt die Beeren zwischendurch einmal um.
  • Danach kommen sie zum Weitertrocknen auf ein Blech in den auf 40° geheizten Ofen – bis sie vollständig getrocknet sind. Damit die Feuchtigkeit entweichen kann, steckt eine Kelle in die Tür, damit sie einen Spalt weit offenbleibt.

Getrocknete Hagebutten lagert ihr in einem Glas oder einem Holzgefäss. Nehmt keine Blechdose, da das Vitamin C mit dem Metall oxidieren kann.

Wundert euch nicht, wenn die Farbe eures hausgemachten Hagebuttentees nicht so intensiv ist wie bei gekauftem. Letzterer enthält nämlich meist noch andere farbgebende Pflanzen.

Wirkung von Hagebutten

Hagebutten gelten als sehr gesund. Roh genossen, liefern sie mehr Vitamin C als Zitronen. Durch die Verarbeitung verlieren sie allerdings einen Teil davon. Die Beeren enthalten auch reichlich Vitamin A, B1 und B2. Hagebutten wirken harntreibend und abführend.

Durch die üppig vorhandenen Gerbstoffe wirken sie entzündungshemmend sowie antibakteriell. Um die Wintermonate ohne Erkältungen zu überstehen, oder um Infektionskrankheiten vorzubeugen, sind Hagebutten ein wertvoller, natürlicher Helfer.

Das innere der Hagebutte ist haarig und kann auf der Haut jucken und muss entfernt werdenDas innere der Hagebutte ist haarig und kann auf der Haut jucken und muss entfernt werden (Foto by: Danicek/ Depositphotos)

Hagebuttenpulver – ein hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel

Hagebuttenpulver weist zahlreiche, wohltuende Eigenschaften auf. So kann es Schmerzen lindern, den Aufbau von Gelenkknorpel unterstützen, die Beweglichkeit erhöhen, Entzündungen entgegenwirken oder altersbedingten Verschleiss der Gelenke verlangsamen helfen.

Das enthaltende Vitamin A wirkt regenerierend und unterstützt die verschiedenen Zellfunktionen.

Ihr könnt Hagebuttenpulver selber herstellen. Dazu werden die Härchen aus den Beeren entfernt und Schalen inklusive Kerne getrocknet. Danach verarbeitet ihr sie in mehreren Durchgängen mit dem Mörser zu Pulver.

Das Pulver könnt ihr ins Müesli geben, euer Smoothie damit anreichern oder Quark und Joghurt damit verfeinern.


Bewertung: Ø 5,0 (6 Stimmen)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Alte Gemüsesorten neu entdeckt

Alte Gemüsesorten neu entdeckt

Alte Gemüsesorten wie Steckrüben, Topinambur, Pastinaken oder blaue Kartoffeln und Rüebli erleben ein Revival. Violettes Gemüse gilt als besonders gesund und sieht toll am Teller aus.

WEITERLESEN...
Alles Kabis? Nicht die Bohne!

Alles Kabis? Nicht die Bohne!

Wer im Winter heimisches Gemüse essen will, greift beim breiten Angebot an Kohl zu. Kabis oder Kohl ist das heimische Superfood und vitaminreich und gesund.

WEITERLESEN...
Wurzelgemüse

Wurzelgemüse

Wurzelgemüse wie Rüebli, Rettiche, Randen & Co erleben ein Revival. Was zählt dazu und wie kocht man damit? Antworten und Rezepte haben wir für Dich gesammelt.

WEITERLESEN...
Flower Sprouts: Kohlneuling

Flower Sprouts: Kohlneuling

Ein neuartiges Gemüse erobert die Schweiz: Flower Sprouts aus dem Berner Seeland. Die milde, nussige Kreuzung aus Federkohl und Rosenkohl. Wir zeigen wie die Sprouts zubereitet werden können.

WEITERLESEN...

User Kommentare