Weintrauben

Weintrauben gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Sie sind gesund, vitaminhaltig und erfrischend. Dabei sind sie vielseitig einsetzbar – sie sind längst nicht nur für den Weinbau geeignet! Nebst den vielen Qualitäten, die den süssen Beeren eigen sind, sieht die Rebe sehr dekorativ aus, vor allem an einer Hauswand oder Pergola!

Für das Gedeihen Ihrer Rebe ist der Schnitt das Wichtigste.Für das Gedeihen Ihrer Rebe ist der Schnitt das Wichtigste. (Foto by: LiliGraphie / Depositphotos)

Planung

Weinbeeren lieben Sonne und Wärme über alles. Auf Frost hingegen sind sie anfällig. Höhenlagen ab 400 Meter könnten für den Anbau von Weinbeeren schwierig werden, weil Frost und zu tiefe Temperaturen den Trauben zusetzen. Am besten gedeiht die Kletterpflanze an einer geschützten Hauswand, die nach Süden gerichtet ist. Damit sie wachsen kann, braucht sie ein Spalier, an dem man die Triebe festbindet. Das Spalier sollte mindestens drei Meter hoch sein, da die Reben, guter Standort vorausgesetzt, sehr schnell wachsen.

Pflanzung, Anbau

Weintrauben pflanzt man am besten im Frühjahr, wenn nicht mehr mit Frostnächten zu rechnen ist. Sie mögen lockere Böden, um neue Wurzeln schlagen zu können. Heben Sie ein Pflanzloch aus, das doppelt so gross ist wie der Erdballen.

Füllen Sie die Hälfte der Mulde wieder auf, bevor Sie die Rebe einsetzen, so ist der Boden bereits aufgelockert. Gegen zu dichten Boden hilft, wenn Sie ihm Kies oder Sand beifügen. Setzen Sie die einzelnen Reben in einem Abstand von etwa drei Metern ein; jener zur Hausmauer sollte etwa einen halben Meter betragen. Unmittelbar nach dem Einpflanzen und auch die Wochen danach, sollten Sie Ihre Rebe gründlich wässern.

Pflege, Düngen

Für das Gedeihen Ihrer Rebe ist der Schnitt das Wichtigste. Korrekt ausgeführt fördern Sie damit das Wachstum der Triebe. Man unterscheidet drei Schnittarten: Winterschnitt, Sommerschnitt und Ausdünnen.

Der Winterschnitt nimmt man am besten im November oder Dezember vor. Hier werden die Seitentriebe rigoros auf 10 cm zurückgeschnitten. Beim Sommerschnitt schneidet man, sobald man sieht, wo die Früchte wachsen, die Triebe auf etwa fünf Blätter nach der Traube zurück. Diese Arbeit muss man ab August etwa alle zwei Wochen wiederholen, da die Pflanze laufend nachwächst. Für mehr Sonnenlicht entfernt man zudem etwas Laub um die Trauben.

Beim Ausdünnen schneidet man ab Mitte August einige Trauben ganz raus, damit den übrigen mehr Kraft zur Verfügung bleibt und sie schön süss werden können. Nehmen Sie das Ausdünnen erst dann vor, wenn die Beeren zur vollen Grösse herangewachsen sind und lediglich noch reifen müssen.

Ernte

Die Weintrauben werden bekanntlich nicht geerntet, sondern gelesen. Die Weinlese, hierzulande bekannt als Wümmet, fällt in die Herbstmonate und ist vielerorts mit farbenfrohen Winzerfesten verbunden. Je nach Standort, Lage und Sonnenstunden liest man die Trauben im September, meist jedoch im Oktober ab.

Und zwar werden sie mit einer Gartenschere vom Trieb geschnitten und bis zur weiteren Verwendung sorgfältig in einen Korb gelegt.

Konservierung

Weintrauben schmecken frisch und pur am besten! Sie sind saftig, erfrischend, liefern unzählige Vitamine und stillen die Lust auf Süsses. Sollten Sie mit Essen nicht nachkommen, können Sie die Beeren konservieren, beispielsweise, indem Sie sie trocknen – Rosinen sind lange haltbar und lassen sich in zahllosen Rezepten verwenden. Sie können Traubensaft und Sauser herstellen oder sogar unter die Winzer gehen und Wein oder Schnaps produzieren.

Lagerung

Bei den Weintrauben handelt es sich nicht um Lagerobst. Sie müssen relativ rasch verzehrt werden. Wenn Sie sie im Kühlschrank aufbewahren, halten sich die Trauben etwa fünf Tage. Da Weintrauben keine Nässe vertragen, legen Sie sie offen ins Gemüsefach Ihres Kühlschranks und waschen sie die Trauben erst kurz vor dem Essen.

Verwendung in der Küche

Weintrauben lassen sich in der Küche Weinbeerengelee, der ausgezeichnet zu Weichkäse oder zur herbstlichen Pilzterrine und natürlich auf die Zmorgeschnitte passt. Die dankbaren Vitaminlieferanten passen ganz prima in jeden Fruchtsalat oder ins morgendliche Müesli.

Selbst in der herzhaften Küche sind sie vielseitig einsetzbar. Sie sollten auf keiner Käseplatte fehlen. Wunderbar passen Trauben beispielsweise zu Wildgerichten oder in einer aparten Sauce zu Schweinsfilet. Übrigens, eingefleischte Kochenthusiasten verwerten selbst die Traubenkerne, und zwar produzieren sie daraus bekömmliches Traubenkernöl.

Balkonanbau

Grundsätzlich ist es möglich, Weintrauben im Kübel zu ziehen, vorausgesetzt man hat genügend Platz. Denn dafür benötigt man nebst der sonnigen, nach Süden gerichteten Hauswand, einen Kübel, der mindestens 30 Liter Erde fasst. Damit die Weintraubenernte denn auch erfolgreich ausfällt, ist es weiter notwendig, die Rebe regelmässig mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. Und damit sie den Winter gut übersteht, braucht sie für die frostige Jahreszeit zusätzlichen Schutz gegen die Kälte.

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