Dinkel

Dinkel ist eine Getreideart aus der Familie der Süssgräser. Er gehört zur Gattung der Weizen. Sehr oft sehen wir hierzulande auch die Bezeichnung Urdinkel. Hier handelt es sich um eine in der Schweiz verwendete Marke, die garantiert, dass der Dinkel ausschliesslich aus Schweizer Dinkelarten produziert und nicht mit Weizen gekreuzt wurde. Die Frage, ob Urdinkel Weizen ist, kann man also trotz der engen Verwandtschaft mit nein beantworten.

Dinkelmehl mit DinkelkörnernDinkelmehl mit Dinkelkörnern (Foto by: HandmadePicture / Depositphotos)

Was ist der Unterschied zwischen Dinkel- und Weizenmehl?

Dinkel und Weizen gehören zur selben Familie. Ein paar Unterschiede gibt es:

  • Im Gegensatz zu Weizen gilt Dinkel als weniger ertragreich und aufwendiger in der Herstellung: Das Korn des Dinkels ist von einer festen Hülle – der sogenannten Spelze – umgeben, die in einem zusätzlichen Arbeitsschritt erst entfernt werden muss.

  • Das Aroma des Dinkels ist weit intensiver als jenes des Weizens.

  • Im Angebot der Dinkelmehle findet ihr Ruch- oder Weissmehle, die mit Dinkelschrot versetzt sind.

Es handelt sich also um zwei verschiedene Mehlsorten, deren Eigenschaften dieselben sind. Beide Mehle können genau gleich verwendet werden.

Warum ist Dinkel besser als Weizen?

Immer wieder hört und liest man, Dinkel sei gesünder als Weizen. Doch ist dem wirklich so? Fakt ist, dass Dinkel mehr Vitamin B2 und B3 als Weizen enthält. Aber sonst weist er keine zusätzlichen gesundheitlichen Vorteile auf. Weizenallergiker reagieren in aller Regel auch allergisch auf Dinkel. Zudem enthält Dinkel Gluten. Wer an Zöliakie leidet, kann auch Dinkel nicht geniessen. Dass Dinkel den Blutzucker weniger schnell ansteigen lässt und man mit Dinkel abnehmen kann, konnte ebenfalls nicht nachgewiesen werden. Viel wichtiger als die Frage nach Weizen oder Dinkel ist aus, gesundheitlicher Sicht, die Wahl der Mehlart. Vollkornmehl hat bei beiden viele Vorteile gegenüber dem weissen Auszugsmehl:

  • Es enthält viele Vitamine, Ballaststoffe und Nahrungsfasern.

  • Dank der Ballaststoffe macht es länger satt.

  • Durch das anhaltende Sättigungsgefühl sind Produkte aus Vollkornmehl im Rahmen einer Diät durchaus geeignet.

Dinkel kochen

Grundsätzlich kocht man Dinkel mit der dreifachen Menge leicht gesalzenem Wasser. Wie lange man Dinkel kochen muss, hängt davon ab, ob ihr ganze Körner oder Schrot verwendet und ob ihr die Körner eingeweicht habt oder nicht:

  • Dinkel kochen ohne Einweichen: 60 Minuten

  • Über Nacht eingeweichte Körner: 30 Minuten

  • Dinkelschrot: 5 Minuten mit wenig Wasser kochen und 15 Minuten zugedeckt quellen lassen

DinkelkörnerDinkelkörner (Foto by: HandmadePicture / Depositphotos)

Besondere Delikatesse: Grünkern

Beim Grünkern handelt es sich um noch nicht ausgereiften Dinkel, den man erntet, solange er noch grün ist. Danach wird er in einem speziellen Verfahren getrocknet und damit haltbar gemacht. Grünkern hat ein wunderbar rauchig-nussiges Aroma und ist ein unkomplizierter „Partner“ zur Herstellung von vegetarischen Burger Patties, Bratlingen oder Getreidehackbraten. Er lässt sich genau gleich zubereiten wie Dinkel.

Dinkel in der Küche anwenden:

Dinkelmehl ist zwar nicht unbedingt gesünder als Weizenmehl. Schmackhafter ist es aber allemal. Deshalb empfiehlt es sich, öfters mit Dinkel zu kochen und zu backen:

  • Dinkelmehl könnt ihr wie normales Weizenmehl für Brote, Kuchen, Wähenboden, Guetzli, Pasta, Pizzateig etc. verwenden. Für währschafte Gerichte eignen sich Vollkornmehle und Dinkelmehle mit Vollkornschrot besonders gut.

  • Ganze Körner könnt ihr wie Reis als Beilage verwenden, gekocht über den Salat streuen oder in Eintöpfen und Suppen verwerten.

  • Geschrotete Körner lassen sich hervorragend zu Knödel, Bratlingen und vegetarischen Hackbraten verarbeiten.

  • Dinkelflocken veredeln euer Frühstücksmüesli.

Dinkelrezepte zum Nachlesen findet ihr hier:


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