Linsen

Linsen? Sie waren einst als Arme-Leute-Essen verschrien. Doch diese Zeiten sind vorbei. Heute gilt es als chic, mit Linsen zu kochen. Die Vielfalt an Linsen ist so riesig wie die Möglichkeiten zu ihrer Zubereitung. Grund genug, der schmackhaften Hülsenfrucht einen Beitrag zu widmen.

LinsenLinsen sind wahre Proteinbomben und zudem auch sehr köstlich. (Foto by: robynmac / Depositphotos)

Allgemeine Informationen zu Linsen

Linsen gehören zu den Schmetterlingsblütler in die Untergruppe der Hülsenfrüchte. Bei uns wurden sie lange als Essen für die Armen verschmäht, während sie in anderen Kulturkreisen seit geraumer Zeit einen hohen Stellenwert geniessen. Seit sich die vegetarische (und vegane) Küche steigender Beliebtheit erfreut – und seit Omnivoren ebenfalls mehr Wert auf vollwertige Nahrungsmittel legen – werden Linsen auch bei uns stets beliebter.

Weltweit gibt es unzählige verschiedene Sorten, allein in Indien sind es über 50. Linsen können Blähungen verursachen und werden nicht von allen Leuten gleich gut vertragen. Wenn das der Fall ist, könnte man versuchen, auf die besser verträglichen roten oder gelben geschälten Sorten zurückzugreifen.

Herkunft

Linsen gelten als sehr alte Kulturpflanze, die ursprünglich in Vorderasien angebaut wurde. Mittlerweile wird sie aber auch in vielen anderen Ländern kultiviert. Je nach Herkunft unterscheiden sie sich in Farbe und Konsistenz, im Typ oder Verwendungszweck. Linsen sind das ganze Jahr erhältlich.

Wie gesund sind Linsen?

Wie alle Hülsenfrüchte gelten auch Linsen als äusserst potente Proteinlieferanten. Daneben verfügen sie über folgende gesundheitsfördernde Eigenschaften:

  • fettarm
  • ballaststoffreich
  • lang sättigend
  • Lieferant von Vitaminen A und E
  • Quelle für Kalium-, Magnesium-, Eisen- und Kalzium

Damit der Körper das Eisen aus pflanzlicher Quelle besser aufnehmen kann, empfiehlt man, zur Linsenmahlzeit frisch gepressten Orangensaft zu geniessen. Ob das hilft, sei dahingestellt.

Aufbewahren und Haltbarkeit

Linsen sind ein prächtiges Lebensmittel für die Vorratskammer. Denn sie lassen sich jahrelang aufbewahren.

  • Angebrochene Packungen in einer Vorratsdose trocken im lichtgeschützten Vorratsschrank aufbewahren – so halten die Hülsenfrüchte ebenfalls über Monate.
  • Bereits gekochte Gerichte können korrekt verpackt im Kühlschrank einige Tage aufbewahrt werden.
  • Gekochte Linsen lassen sich tieffrieren. So halten sie rund sechs Monate.

Die verschiedenen Linsensorten und wozu sie sich eignen

  • Tellerlinsen

    • bei uns häufigste Sorte – von grüner oder brauner Farbe
    • nussig-mild im Geschmack
    • eignen sich für Schmor- und Eintöpfe mit deftigen Würsten, aber auch als Suppe, Salat oder Zugabe im Reis
  • Berglinsen

    • haben eine rotbraune Farbe
    • auch gekocht haben sie eine feste Konsistenz
    • sind ideal für Aufläufe, Bratlinge, Schmorgerichte und als vegetarischer Ersatz von Hackfleisch
  • Puy-Linsen

    • oliv-gesprenkelte Sorte aus der Auvergne
    • Puy-Linsen sind klein und kräftig im Geschmack
    • bieten sich für Suppen, Salate oder Beilagen an
  • Champagnerlinsen

    • Der Name verrät es – diese Sorte stammt aus der Champagne
    • sind klein, zart und mild
    • schmecken hervorragend im Salat oder als edle Beilage zu Fleisch und Geflügel
  • Beluga-Linsen

    • Wie der Name es erahnen lässt, sehen sie dem Belugakaviar ähnlich
    • mildes, nussiges Aroma
    • delikat in Salaten, als Vorspeise, zu Rauchlachs, als edle Beilage sowie zur Dekoration von Speisen
  • Rote und gelbe Linsen

    • sind bereits geschält
    • schnell gar
    • lassen sich gut zu Dal, Pürees, Suppen und Brotaufstrichen verarbeiten

Verwendung in der Küche

Ob in Eintöpfen, Currys, Suppen, Salaten oder Saucen – Linsen bereichern den Speisezettel ungemein. Auch als Hackfleischersatz, etwa in einer Lasagne passen sie hervorragend. Besonders geeignet sind sie als sättigende Zutat für Meal-Prep-Gerichte zum Mitnehmen. Die Zubereitung der schmackhaften Proteinbomben stellt keine Probleme dar:

  • Bei grossen Linsen empfiehlt es sich, sie vollständig mit Wasser bedeckt einige Stunden einzuweichen. So werden sie schneller gar. Das Eiweichwasser nicht zum Kochen verwenden, sondern frisches Wasser aufsetzen.
  • Linsen immer erst in ein Sieb geben und gut waschen, bis das Wasser klar ist.
  • Einen Topf mit reichlich Wasser aufkochen und die Linsen beifügen.
  • Bei mittlerer Hitze zugedeckt kochen, bis sie gar sind. Je nach Linsentyp kann das zwischen 10 und 45 Minuten dauern.
  • Linsen abschütten und fertig verarbeiten.
  • Linsen dürfen im Salzwasser gekocht werden: Sie werden auch so problemlos gar. Hingegen sollten säurehaltige Zutaten erst nach dem Kochen hinzugefügt werden.
  • Im Dampfkochtopf verringert sich die Kochzeit um die Hälfte.

Köstliche Linsenrezepte:

Weitere tolle Rezepte mit Linsen finden Sie in unserer Rezeptkategorie für Linsen Rezepte.


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