Marktbummel Winter

Ob Frühling, Sommer, Herbst oder jetzt im Winter: Ein Marktbummel ist stets ein Erlebnis für die Sinne. Auch wenn das Angebot in der kalten Jahreszeit nun merklich spärlicher ausfällt, finden unerschütterliche Marktbummler zahlreiche nicht saisonale Produkte, die kulinarische Hochgenüsse versprechen.

Winter MarktbummelnWinter Marktbummeln (Foto by: Corinna Schneider)

Wie anders als im farbenprächtigen Herbst präsentiert sich der Markt im Winter! Viele der Standplätze sind gar nicht erst besetzt. Die unverdrossenen Marktfahrer trotzen der eisigen Kälte mit dicken Wollenpullis, warmen Mützen, stets genügend heissem Tee und dem unentbehrlichen Ofen unter dem Ladentisch. Ein paar versprengte Marktbesucher eilen dick eingemummt durch das Angebot und erstehen ohne Verzögerung möglichst rasch, was sie benötigen. Und dann ab ins nächste Café, um die klammen Finger zu wärmen.

Es ist wenig zu spüren vom lustbetonten Einkaufsvergnügen des Sommers, wo man sich gemütlich und ohne Hektik vom üppigen Angebot zum Einkauf inspirieren lässt. Dennoch ist der Marktbesuch auch bei mystischem Winternebelwetter eine sinnliche Angelegenheit. Zumal vor Weihnachten die wunderschönen Weihnachtsgestecke oder die aus Baumrinde geschnitzten Dekorationen das Auge erfreuen. Misteln, Tannäste oder Thujazweige finden saisonal bedingt sehr guten Absatz.

Im Winter sorgen mit weissem Chicorée gemischt eine herrlich erfrischende Vorspeise. Rüebli lassen sich vielseitig verwerten – mit geriebenem Ingwer auf Avocadoscheiben sind sie eine aparte Vorspeise, als Suppe mit Curry oder Kokosmilch ein bekömmlicher Seelenwärmer und in Butter gedünstet eine wunderbare Rüeblikuchen?

Kohl hat im Winter HochsaisonKohl hat im Winter Hochsaison (Foto by: Serg64 / Depositphotos)

Doch nun beginnt die lange Saison der verschiedenen Kohlsorten. Wer einheimischem Gemüse den Vorzug gibt, wird in den nächsten Monaten zahlreiche Eintöpfe mit Kabis, Kartoffeln und Hackfleisch munden wunderbar. Kennen Sie Sauerkraut-Rotkraut-Lasagne? Eine aussergewöhnliche Kombination – aber ein echter Leckerbissen. Kabiswickel oder Kabissalat mit Speck zählen zu den deftigen Schweizer Spezialitäten. Wirz ist ebenso vielfältig. Gebraten mit Chili und rassig gewürzt mundet er zu Penne hervorragend. Als Eintopf, Gratin oder Risotto sorgt er für gesunden Genuss. Zugegeben, irgendwann im Februar sehnen wir uns die Abwechslung der Sommermonate herbei – doch bis dahin lassen wir unserer Kreativität in der Küche freien Lauf und geniessen die hiesigen Wintergemüse.

Zum Glück gibt es auf dem Markt kulinarische Genüsse zu erstehen, die kaum von der Jahreszeit abhängig sind. Der Italiener verkauft jahraus, jahrein hausgemachte Pasta: Gnocchi, die auf der Zunge zergehen oder zarte Taglierini, die kaum eine Minute im Wasser ziehen müssen. Am Käsestand kommt der Gourmet erst recht ins Schwärmen. Ziegenfrischkäse, Brebis, Belper Knolle etc. – Delikatessen, die wir sonst nur in Spezialitätengeschäften finden. Schön, können wir während des ganzen Jahres auch beim Biobäcker unser liebstes Holzofenbrot kaufen. Der Iraner seinerseits verwöhnt uns mit Trockenobst und Nüssen aller Art. Und der Grieche wartet mit einer Unmenge eingelegter Oliven, Joghurt und frischem Fetakäse auf.

Fazit des vorweihnachtlichen Marktbummels: Schwelgen ist auch im Winter möglich.


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