Marktbummel Frühling - Farbenfrohe Sinnesfreuden

Es macht nun wieder richtig Spass, über den Markt zu bummeln und Inspirationen für neue kulinarische Genüsse einzufangen. Sonniges Frühlingswetter und das üppiger werdende Angebot lassen unser Gourmetherz vor Freude hüpfen.

Der Frühling bringt neue Energie und GaumenfreudenDer Frühling bringt neue Energie und Gaumenfreuden (Foto by: ikostudio/ Depositphotos)

Vorbei sind die Monate, als die Marktfahrer an neblig-trüben Tagen mit klammen Händen und tropfender Nase ihr karges Angebot an die paar versprengten, dick vermummten Marktbesucher verkauften.

Wieder bunter und opulenter präsentiert sich nun das Angebot des Frühlings; an den Ständen steht man von Neuem dicht gedrängt geduldig Schlange, bis man an der Reihe ist. Egal, denn auf dem Markt hat man Zeit für einen gemütlichen Schwatz mit dem unbekannten Gesinnungsgenossen nebenan.

Sowieso, Marktbummel sind nichts für gestresste, übellaunige Menschen. Schon nur der Blick aufs bunte Blumenmeer vertreibt jede miesepetrige Stimmung im Handumdrehen. Heute bestimmen Tulpen in allen Farben und Formen die Szenerie.

Bereits entdeckt man auch heimische Ranunkeln und Pfingstrosen. Zahllose elegant gekleidete Bürolistinnen verlassen den Markt mit einem Armvoll ausladender Blumensträusse, die nun während einer Woche die sonst nüchternen Büros in Frühlingszauber versetzen.

Es ist kaum zu übersehen: Es ist Spargelzeit. Die ersten Spargeln vom Rafzerfeld haben den Weg auf die Markttische gefunden. Endlich! Das gesunde Stangengemüse muss man während seiner kurzen Saison ausgiebig geniessen. Der Fundus an verschiedenen exquisiten Spargelrezepten ist ja unerschöpflich. Prächtig präsentieren sich auch die weissen Donauspargeln, dick, fest und zartbitter im Geschmack.

Wer auf einheimische Erzeugnisse steht, findet bereits wieder eine schöne Auswahl an Gemüsen im Angebot: Radiesli, Spinat, Schnittsalat, Krautstiel, Rhabarber – sogar die ersten Zucchettiblüten leuchten dem Marktbummler in sattem Gelb entgegen.

Um festzustellen, welche Gewächse bei uns gerade Saison haben, empfiehlt sich der Blick aufs Angebot beim Biobauern – nebst den üblichen Verdächtigen und einer grossen Auswahl an Sprossen ersteht man dort:

  • Bärlauch
  • Löwenzahn
  • und exklusiv Brennnesseln

Was auf dem Land im Übermass vor der Haustür steht und einfach nur geerntet werden kann, scheint den Städtern verwehrt zu sein.

Man mag den Marktfahrern den Umsatz ja gönnen, doch für die Stadtbewohner wäre das doch ein Grund, wieder einmal aufs Land zu radeln, um Wildkräuter zu sammeln. Heute wollen wir unser Augenmerk aber auf ein hierzulande nahezu unbekanntes Gemüse richten: den Mönchsbart oder Barba di frate.

Dieses typische Frühlingsgemüse wächst im Mittelmeerraum und gedeiht wild auf salzhaltigen Böden, wie man sie in Meeresnähe findet. Mönchsbart lässt sich aber auch kultivieren. Er sieht übrigens aus, wie dralle Grasbüschel und ist reich an Kalzium, Kalium und verschiedenen B-Vitaminen. Er wirkt harntreibend und antibakteriell. Zudem schlägt er mit lediglich 17 Kilokalorien auf 100 Gramm zu Buche.

Der Mönchsbart wächst im MittelmeerraumDer Mönchsbart wächst im Mittelmeerraum (Foto by: neillangan / Depositphotos)

All das ist natürlich sehr überzeugend. Doch das interessiert uns nur am Rande – entscheidend ist nämlich, ob uns dieses Kraut beim Verzehr ins Schwelgen bringt. Und das tut es.

Mönchsbart kann man roh oder gekocht geniessen – er ist knackig im Biss, schmeckt erdig und erweckt Erinnerungen an die Italienferien am Meer.

Seine Zubereitung ist völlig unkompliziert: Man schneidet die Wurzeln grosszügig weg, wäscht die Stiele und blanchiert sie kurz in Salzwasser oder dämpft sie mit wenig Wasser in der Bratpfanne. Mit erstklassigem Olivenöl und Zitronensaft beträufeln und schon hat man eine Beilage zu Fisch oder Fleisch oder die Basis für einen schmackhaften Salat.

Man kann Mönchsbart grosszügig unter al dente gekochte Spaghetti mischen – ein Gedicht. Wer es pikant mag: Mönchsbart harmoniert perfekt mit Peperoncini.

Oder bereiten Sie eine Quiche mit Mönchsbart zu und servieren Sie das Küchlein mit Löwenzahn-Bärlauch-Portulak-Salat – und fertig ist der perfekte Frühlingsschmaus.

Für das nicht alltägliche Gemüse lohnt es sich allemal, den Umweg über den Wochenmarkt zu nehmen.


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