Pilze sammeln

Was gibt es Schöneres, als im Herbst durch bunt gefärbte Wälder zu streifen und nach Pilzen zu suchen. Glücklich, wer jetzt auf Steinpilze oder Eierschwämmli stösst. Doch man findet in unseren Wäldern weitere tolle Speisepilze, die sich ebenfalls zu gluschtigen Pilzgerichten verarbeiten lassen.

Für das Sammeln eignen sich Körbe, die Pilze sollten luftig gelagert werden um Schäden am Pilz zu vermeidenFür das Sammeln eignen sich Körbe, die Pilze sollten luftig gelagert werden um Schäden am Pilz zu vermeiden (Foto by: maxsol7 / Depositphotos)

Der Herbst ist mit seiner kulinarischen Vielfalt kaum zu überbieten: Trauben, Feigen, Nüsse Wildspezialitäten, Kürbisse à gogo oder eben Pilze beleben unseren Speiseplan aufs Schönste. Aus Pilzen lassen sich sowohl unkomplizierte Alltagsgerichte als auch exquisite Festessen zubereiten.

Pilze suchen – ein wunderbares Hobby

Natürlich kann man im Supermarkt die üblichen Verdächtigen erstehen. Austernpilze, Champignons oder Shitake finden sich immer im Angebot. Oder man lässt sich auf dem Frischmarkt vom Pilzhändler Mischungen zusammenstellen, die sich beispielsweise hervorragend zu einer Pilzwähe verarbeiten lassen.

Doch frische Pilze aus dem Wald haben ein intensiveres Aroma.

Pilze sammeln - Schontage einhalten

Bevor man nun loszieht und sich unter die „Pilzjäger“ begibt, sollte man sich kurz mit der kantonalen Gesetzgebung auseinandersetzen.

Zahlreiche Kantone kennen monatliche Schontage, während derer das Pilzsammeln verboten ist. Im Engadin gibt es Restriktionen bezüglich Sammelmenge.

Die Hype um Steinpilze ist dort derart gross, dass pro Tag und Person nicht mehr als ein Kilogramm gesammelt werden darf.

Wer sich bei den Pilzen nicht so gut auskennt, dem sei dringend empfohlen, sich Experten anzuschliessen, damit der Pilzgenuss nicht von Vergiftungen überschattet wird.

Eierschwämme zählen zu den beliebtesten PilzenEierschwämme zählen zu den beliebtesten Pilzen (Foto by: Shaiith79 / Depositphotos)

Welche Pilze kennen Sie?

Natürlich bedeutet es grosses Sammlerglück, wenn man Steinpilze oder Eierschwämme findet, handelt es sich doch um die beliebtesten und schmackhaftesten Speisepilze überhaupt. Doch weil alle genau auf eben diese Pilze abfahren, werden ungeübte Pilzler oftmals keines dieser Prachtexemplare erwischen. In unseren Wäldern und Wiesen spriessen aber weitere ausgezeichnete Speisepilze, die es sich zu sammeln lohnt:

  • Riesenschirmlinge
  • Maronenröhrlinge
  • Blutreizker
  • Speisetäubling

Wenn Sie diese Pilze nicht kennen, dann sammeln Sie nur mit erfahrenen Pilzsammlern die Pilze. Die Pilzkontrollstelle überprüft Ihre gesammelten Pilze, ob diese Speisepilze sind. Im Zweifelsfall die Pilze nicht essen, um Vergiftungen zu vermeiden.

Richtiger Umgang mit Pilzen

Legen Sie nie Pilze, die Sie nicht kennen, in den gleichen Korb, in dem Sie die bekannten Pilze sammeln. Sollten diese nämlich giftig sein, müssten Sie zu Ihrer Sicherheit auch die guten vernichten. Informieren Sie sich, wo sich Ihre nächste Pilzkontrollstelle befindet und wann diese geöffnet hat.

Zubereitungsarten

Pilze zuzubereiten, braucht etwas Geduld. Man sollte sie nicht waschen. Deshalb muss man Sand und Schmutz mit dem Pinsel sorgfältig wegputzen. Da Pilze viel Wasser enthalten, sollte man sie bei hoher Stufe kräftig anbraten, sonst werden sie wässerig.

Pilze sind kalorienarm, sofern man sie beim Anbraten nicht in Butter ertränkt – doch sie gelten auch als schwer verdaulich. Dennoch sollten wir die herbstliche Pilzsaison in vollen Zügen geniessen. Pilze bereichern nicht nur die Gerichte von Karniforen – auch aus der vegetarischen Küche sind sie kaum wegzudenken.

Pilze veredeln zahlreiche Saucen – beispielsweise beim Zürcher Geschnetzelten oder bei Wildgerichten. Alle lieben Pilzrisotto, den beliebten Klassiker aus der Tessiner Küche.

Die bereits erwähnte Wähe mit Mischpilzen erfreut unseren Gaumen in besonderer Weise. Raffinierte Pilzcarpaccios eignen sich prima als Entree, wenn Sie Gäste verwöhnen. Pilzsaucen und Pastetli bilden eine perfekte Symbiose.

Suchtgefahr steckt in Steinpilzen, die Sie in Scheiben schneiden, mit Butter und Zwiebeln kräftig anbraten und lediglich mit Salz, Pfeffer und grobblättriger Petersilie würzen. Dazu eine Polenta oder frische Tagliatelle und fertig ist das Festessen.


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