Essig selber herstellen

Seid ihr auch Fans des „Do-it-yourselfs“? Dann wollt ihr bestimmt auch wissen, wie man Essig selber macht. Wir zeigen euch, wie ihr mit oder ohne Essigmutter delikate Essige herstellt, die ihr zum Verfeinern von Saucen, zum Trinken und zum Verschenken verwenden könnt.

Essig selbst herstellen ist eine tolle Art, Obst, Gemüse und Kräuter zu verwerten.Essig selbst herstellen ist eine tolle Art, Obst, Gemüse und Kräuter zu verwerten. (Foto by: eskaylim/ Depositphotos)

Essig ist ein vielseitiges Produkt. Ob Essig als Hausmittel , mit Essig abnehmen oder Essig als raffinierter Speisenveredler  – er macht einfach alles mit. Riesig Spass macht es, in der Küche mit verschiedenen Essigen zu experimentieren und damit gekonnt unsere Gerichte zu pimpen. Hier erklären wir euch das Einmaleins der Essigherstellung.

Wie entsteht Essig?

Es ist die Kombination von Alkohol, Essigbakterien, Sauerstoff und Zeit, die Flüssigkeit zu Essig werden lässt. Im Gegensatz zu früher, als Essigbakterien auf natürliche Weise durch Fruchtfliegen zugesetzt wurden, können wir sie heute durch Essigessenz oder Essigmuttern einbringen. Die Herstellung von Essig ist daher um einiges schneller geworden.

Essigmutter selber machen

Essigmuttern sind eine konzentrierte Ballung von Essigbakterien. Zwar kann man Essigmuttern kaufen – in der Drogerie oder im Bioladen. Doch abgesehen von ein bisschen Zeit braucht es wenig, eine Essigmutter selbst herzustellen. Ihr benötigt dazu:

  • 150 ml Essig – empfehlenswert ist naturtrüber Apfelessig in Bioqualität
  • 2 EL Zucker
  • 150 ml Wasser

So einfach geht’s:

  1. Gebt alles in ein Glasgefäss und verrührt es gut.
  2. Deckt das Glas zu – am besten mit einem Wattebausch oder mit Haushaltspapier. Wichtig: Das Glas darf nicht luftdicht abgeschlossen sein – die Essigmutter braucht Sauerstoff, um zu gedeihen.
  3. Stellt das Glas für gut vierzehn Tage an einen warmen Ort.
  4. Nach zwei Wochen sollten sich erste Schlieren gebildet haben. Nun heisst es weiter warten, bis sich daraus Lappen bilden – und die Essigmutter ist bereit.

Bewahrt sie in der Flüssigkeit an einem kühlen Ort auf. Sie lässt sich konservieren, indem ihr sie in der Flüssigkeit ab und zu nach unten drückt.

Essigmutter - Lappen-NahaufnahmeEssigmutter - Lappen-Nahaufnahme (Foto by: sasimoto / Depositphotos)

Essig selber herstellen mit Essigmutter

Nachdem ihr nun eure eigene Essigmutter produziert habt, könnt ihr euch ans Essig Herstellen machen. Ihr benötigt lediglich einen bauchigen Krug, 100 ml Essigmutter und einen Liter eines alkoholhaltigen Getränks mit vier bis 10 Prozent Alkoholgehalt (beispielsweise Beerenauslese oder Apfelwein).

  1. Reinigt den Krug gründlich.
  2. Gebt die Essigmutter und die Flüssigkeit in den Krug, rührt gut um und verschliesst die Öffnung mit Watte. Es ist wichtig, dass Sauerstoff in den Krug gelangen kann.
  3. Lasst den Essig an der Wärme gedeihen - zwischen 25 und 30 Grad sind ideal.
  4. Bewegt den Krug täglich einmal sanft hin und her.
  5. Damit ihr seht, wie sich der Essig entwickelt, kostet regelmässig davon. Hat er das gewünschte Aroma erreicht, seiht ihr ihn durch ein Tuch und füllt ihn in Flaschen ab.
  6. Nun empfiehlt es sich, ihn weitere drei Monate an einem kühlen, trockenen Ort zu lagern.

Habt ihr nun Lust bekommen, einen Delikatess-Essig selber herzustellen? Dann empfehlen wir euch unser Rezept für einen edlen Sherryessig .

Essig selber machen ohne Essigmutter

Wer nicht mit Essigmutter arbeiten möchte, kann auf Essigessenz ausweichen. Die gibt es in den meisten gut sortierten Lebensmittelläden zu kaufen. Grundsätzlich rechnet man mit einem Teil Essigessenz (25 Prozent Säuregehalt) und vier Teilen Flüssigkeit, beispielsweise 50 ml Essigessenz, 100 ml Wein, 100 ml Wasser. Der Alkoholgehalt des Weins sollte zwischen 4 und 10 Prozent betragen. Liegt er höher, müsste der Wein noch einmal mit Wasser verdünnt werden.

  1. Verdünnt die Essigessenz mit Wasser und Wein auf einen Säuregehalt von fünf Prozent und gebt die Flüssigkeit in ein Gefäss.
  2. Verfeinert ihr den Essig mit weiteren Zutaten, beispielsweise mit Kräutern, gebt ihr die Kräuter zur Mischung.
  3. Deckt das Gefäss mit einem Wattebausch zu und lagert es an einem warmen Ort bei 25 bis 30 Grad.
  4. Nach drei Wochen könnt ihr die Zusätze entfernen und den Essig in Flaschen abfüllen.

Besonders tolle Essige gelingen euch mit unseren Rezepten für Weinessig oder Orangenessig.

Ansatzessig

Ohne Essigmutter hergestellte Essige bieten sich an, um Ansatzessige herzustellen. Das heisst, ihr verfeinert den Essig mit leckeren Aromaspendern eurer Wahl. Das können Kräuter, Blüten, Knoblauch, Himbeeren oder Erdbeeren sein. Fügt sie dem Essig bei und lasst sie ein paar Wochen durchziehen, bis der Essig das gewünschte Aroma erreicht hat. Dann siebt ihr die Zutaten ab und füllt den Essig in Flaschen. Hier ein paar Ideen für tolle Ansatzessige:

Wahre Gourmets wissen es schon lange: Ein Essig zum Apéro ist eine wahre Delikatesse.Wahre Gourmets wissen es schon lange: Ein Essig zum Apéro ist eine wahre Delikatesse. (Foto by: Syda_Productions/ Depositphotos)

Aperitif-Essig

Wahre Gourmets wissen es schon lange: Ein Essig zum Apéro ist eine wahre Delikatesse, die stilvoll den Appetit aufs bevorstehende Mahl anregt. Trinkessige weisen einen Säuregehalt von höchstens sechs Prozent auf; ihr Aroma ist also weit dezenter als jenes landläufiger Essige, die wir zum Kochen verwenden. Edler Apéroessig wird nach dem Gärungsprinzip hergestellt:

  • Basis sind Weine mit hohem Restzuckergehalt, beispielsweise Honig- und Obstweine oder Beerenauslesen.
  • Im ersten Schritt werden die Basiszutaten vergoren, sodass eine alkoholhaltige Flüssigkeit entsteht.
  • In einem zweiten Schritt wird ein Fermentationsprozess in Gang gesetzt, indem der Flüssigkeit Essigbakterien und Sauerstoff zugesetzt werden. Daraus entsteht ein feiner Essig.
  • Der Essig wird in Holzfässer gegeben, wo er mehrere Monate reifen darf. Dabei verliert er die beissende Säure und entwickelt sein feines Bouquet.

Die aufwendige Herstellung von Gährungsessig schlägt sich entsprechend im Preis nieder. Aber man kann Aperitifessig auch im Ansatzverfahren herstellen, indem man einen Basisessig zubereitet und ihn mit erlesenen Zutaten verfeinert. Als besonders edle Trinkessige gelten:

Auch Aromaessige taugen prima für aparte Drinks, wie das tolle Rezept für Essig mit Mangosirup beweist. Trinkessige eignen sich übrigens nicht nur als Aperitif zum Einstieg ins Festessen. Als Digestiv runden sie eine Mahlzeit gekonnt ab.


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