Beifuss

Beifuss gehört zu den nur noch selten als Gewürz eingesetzten in Europa heimischen Pflanzen. Noch im Mittelalter war Beifuss eines der am häufigsten gesammelten Kräuter, wurde ihm doch eine mystische Wirkung für und gegen die Hexerei nachgesagt.

Beifuss ist mittlerweile fast überall heimischBeifuss ist mittlerweile fast überall heimisch (Foto by: HeikeRau / Depositphotos)

Beifuss zu Sammeln hat in Europa eine lange Tradition. Er war Bestandteil einer Vielzahl von magischen Rezepturen, wurde aber auch als Heilpflanze verwendet. Beifuss wächst krautig und wird etwa 60 cm bis 2 Meter gross. Seine Blätter sind auf der Oberseite grün, während die Unterseite aufgrund ihrer Behaarung grau-weisslich erscheint. Einige Inhaltsstoffe des Beifusses sind giftig. Deshalb sollte Beifuss nicht über einen längeren Zeitraum und nicht in grossen Mengen verzehrt werden.

Herkunft & Saison

Beifuss wurde vom Menschen mit der Landwirtschaft und dem Ackerbau in ganz Europa bis hin zu fast allen gemässigten Breiten weltweit verbreitet. Er ist mittlerweile fast überall heimisch, was durch seine wenig anspruchsvolle Standortwahl unterstützt wird.

Erntesaison für Beifuss ist von Juli bis September. Es sollten jeweils die jüngsten Triebe und Blütendolden geerntet werden, bevor die Blüten sich öffnen. Ist der Beifuss einmal erblüht, so werden die Blätter bitter und eignen sich nicht mehr zum Würzen. Beifuss wird in Nordafrika und Südeuropa kultiviert und hauptsächlich zur Parfümherstellung verwendet. Im gut sortierten Handel ist Beifuss getrocknet erhältlich.

Geschmack

Beifuss schmeckt auch vor der Blütezeit schon leicht bitter und weist zusätzlich Geschmacksnuancen auf, welche an Kampfer erinnern.

Verwendung in der Küche

Beifuss wird traditionell zum Würzen von schweren Fleischgerichten verwendet. Für die traditionelle Weihnachtsgans ist Beifuss unverzichtbar. Er passt aber auch zu allen anderen gehaltvollen Fleischsorten wie Lamm, Rind oder Wild. Auch andere schwere Gerichte wie fette Käsesorten oder Schmalz sowie schwer verdauliche Gerichte wie Kartoffelaufläufe oder Hülsenfrüchte lassen sich durch Beifuss geschmackvoll würzen und besser verträglich machen. Besonders interessant schmecken mit Beifuss aromatisierte Essige und Öle. Beifuss kann getrocknet werden ohne gross an Würzkraft einzubüssen.

Wirkung

Beifuss enthält als Inhaltsstoffe im wesentlichen Bitterstoffe und ätherische Öle. Beide zusammen fördern die Freisetzung von Magensäften und Gallenflüssigkeit. Dadurch verbessert der Beifuss, als Gewürz verwendet, die Verdaulichkeit gehaltvoller Speisen. Ausserdem wurde Beifuss volksmedizinisch bei Frauenleiden eingesetzt. Er hat eine entkrampfende Wirkung auf die Gebärmutter und fördert die Menstruationsblutung. Wie der Name erahnen lässt, ist Beifuss auch in verschiedenen Fußcremes enthalten, fördert er doch die Durchblutung und wärmt angenehm.


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