Spanien – mehr als Tapas und Tortillas

Wer an Spanien denkt, denkt an Urlaub, Sonne, Stierkampf, Gastfreundlichkeit, Flamenco und Fiesta. Gefeiert wird temperamentvoll und immer in grosser Runde. So bunt wie auf den zahlreichen Festen geht es auch in den Töpfen zu.

Paella ist das bekannteste Gericht aus SpanienPaella ist das bekannteste Gericht aus Spanien (Foto by: vanazi/ Depositphotos)

Zu Spanien gehört die Paella wie zu Italien die Pizza

Mindestens genauso bekannt wie Tapas und Tortillas ist wohl das ursprüngliche Arme-Leute-Essen aus der Pfanne, die Paella, die inzwischen für viele zum Nationalgericht aufgestiegen ist.

In Sueca bei Valencia messen sich jährlich die besten Köche bei einem der ältesten Paella-Kochwettbewerbe. Die Ur-Paella darf nur bestimmte Zutaten enthalten: Kaninchen, Hühnerfleisch, Tomaten, spanische weisse Bohnen (Garrofón) und junge Bohnenkerne (Tavella) Bergschnecken und Mittelkornreis aus der Gegend um Valincia angebaut sein musste.

Auch die Gewürze müssen den Vorgaben entsprechen und dürfen nicht abgewandelt werden. Hier spielt der Safran eine entscheidende Rolle, der dem Reis seine unverwechselbare, gelben Paellafarbe verleiht. Das teuerste Gewürz der Welt, der Safran, gedeiht auf den fruchtbaren spanischen Böden wunderbar. 200 Krokusblüten müssen per Hand gepflückt werden, um 1 Gramm Safran zu erhalten.

Ganz besonderes Augenmerk wird auf den Socarrat gelegt. Das ist der knusprige Reisrest, der am Boden der Pfanne kleben bleibt – ein geschmacklicher Hochgenuss! Das Wort Paella stammt aus dem Katalanischen. Was es bedeutet? Ja was wohl – ganz einfach Pfanne! Als Urlauber bekommt man oft eine Paella mit Meersfrüchten vorgesetzt. Die schmeckt zwar meist sehr lecker, wird aber von den Einheimischen gern als „Tourist-Paella“ bezeichnet.

Spanien: Heimatland des Olivenöls

Für eine tolle Paella verwendet man natürlich Olivenöl. Spanien gilt als Heimatland des Olivenöls, denn es bringt eine unzählige Vielfalt an Olivensorten hervor. Sieht man sich die unterschiedlichen geografischen Bedingungen an, dann wundert es einen nicht mehr, dass in Spanien über 250 verschiedenen Olivensorten geerntet werden können.

Das ergibt eine unglaubliche Auswahl an Aromen und lässt sich deshalb in der Küche kreativ einsetzen. Spanien ist der grösste Olivenölexporteur der Welt. Ca. 40% des Jahresertrages werden in ca. 100 Länder exportiert. Da das pure Naturprodukt nachweislich gesund ist, sollten sie es ruhig öfter zum Kochen oder für Salatdressings verwenden. In der mediterranen Küche ist es unersetzlich und in der spanischen gelten Olivenöl und Knoblauch praktisch als Grundstock für jedes Gericht.

Jede Region seine Spezialität - Küche Spaniens

Unterschiedliche Klimazonen sind verantwortlich für die verschiedenen heimischen Produkte und die daraus entstandenen Spezialitäten des Landes.

Andalusien:

Andalusien Ist das südlichste Gebiet Spaniens auf dem Festland. Dieses fruchtbare Gebiet bringt hohe Erträge an Obst und Gemüse. Nicht umsonst ist hier die Gazpacho zu Hause. Die berühmte kalte Suppe wird aus Gurken, Tomaten und Paprika kreiert.

Der Serrano Schinken ist luftgetrocknet und gehört zu den Spezialitäten der Spanischen KücheDer Serrano Schinken ist luftgetrocknet und gehört zu den Spezialitäten der Spanischen Küche (Foto by: angelsimon/ Depositphotos)

Natürlich darf auch da der Knoblauch nicht fehlen. Suppen werden in Spanien gerne nach den Tapas, vor dem Hauptgericht serviert. Den andalusischen Bergregionen haben wir eine weiter Spezialität zu verdanken: den Serrano Schinken. Er stammt von weissen Schweinen, deren Fütterung streng kontrolliert wird. Das Futter darf nämlich keine künstlichen Futtermittel enthalten. Der Schinken wird traditionell luftgetrocknet und ist auf einem guten Brot, hauchdünn geschnitten eine Freude für den Gaumen. Aber auch für manche Gerichte ist er das I-Tüpfelchen, wie z.B. für Lamm-Roulade.

Balearen

Balearen haben für ihre Küche das Beste aus ihrer geschichtlichen Vergangenheit gezogen und verfeinert. So sind auf Ibiza, Mallorca, Menorca und Formentera Fleisch und Gemüsekombinationen sehr beliebt.

Gerne werden auch Meerestiere und Fisch in Verbindung mit Süssem auf den Tisch gebracht, z.B. mit Mandelsauce. Grosser Beliebtheit erfreuen sich auch Tintenfische und Langusten.

Kastilien

In der Mitte des Landes liegt Kastilien. Heisse Sommermonate und kalte Winter prägen auch den Speiseplan. Auf dem stehen deftige Eintöpfe und Fleischgerichte mit Gemüse. Aus der Region La Mancha stammt der bekannte Safran, ebenso wie der von Kennern geschätzte, bekannteste Käse Spaniens, der Manchego. Seine Reifezeit muss mindestens 60 Tage betragen. Dieser Schaftskäse ist sehr fett und schmeckt leicht säuerlich. Zur Füllung der spanischen Blätterteigtaschen, den Empanadillas wird er verwendet, wenn das Ergebnis typisch spanisch schmecken soll.

Kanarischen Inseln

Auf den sonnenverwöhnten kanarischen Inseln werden auch tropische Früchte geerntet. Auch Koriander wächst hier, dessen Körner hauptsächlich frisch in Gerichten verwendet werden. Fischfreunde kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Als einheimische Fischspezialität gilt hier die Fischsuppe, genannt Caldereta. Unbedingt probieren sollten Sie auch ein landestypisches Gericht, das Sanchocho Canario, ein Fischeintopf mit Kartoffeln. Die Küche von Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura,  Lanzarote & Co ist sehr exquisit und zeigt einen absoluten mediterranen Charakter. Sie besticht durch seinen durchweg mediterranen Charakter. Ein typisches Menü besteht aus mindestens 3 Gängen und wird mit einem Kaffe oder Cava (katalonischer Sekt) abgeschlossen.

Costa Brava

Costa Brava Der nördlichste Küstenstreifen der Region Katalonien ist die . Dort soll es die besten Anchovis geben. Die eingelegten Sardellen begeistern nicht nur Gourmets. Das im September stattfindende Anchovi-Fest lockt Menschen aus ganz Spanien nach L’Escala. Bei einem Kochwettbewerb kann man dort kulinarische Kunstwerke bestaunen: Anchovis in Blätterteig, als Salatzugabe oder als Plätzchen. Wer die salzig-fischige Köstlichkeit liebt, der sollte sich mal an einer Anchovis-Pastete versuchen – was für ein Leckerbissen.

Wein und Speisen in Spanien

Ein guter Wein rundet jedes gute Essen ab. Zu einer spanischen Spezialität trinkt man am besten eine guten Tropfen aus dem Weinbaugebiet Rioja. Vorwiegend wird die Rebsorte Tempranillo verwendet, die dem Wein seine dunkelrote Farbe und den charakteristischen Geschmack gibt. Ein köstliches Getränk ist auch die Sangria. Die spanische Rotweinbowle wird mit ungespritzten Orangen, Äpfeln und Fruchtsaft zubereitet und ist vor allem im Sommer herrlich erfrischend. Holen Sie sich ein bisschen spanische Lebensfreude ins Haus und schwenken sie den Kochlöffel – OLÈ!

Spanische Rezepte


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